Unterschied zwischen erwerbsunfähig und berufsunfähig?

5 Antworten

Hallo montgomery,

das ist eine interessante Frage, dich ich dir beantworten kann.

Bedeutung Erwerbsunfähigkeit:
Erwerbungsfähigkeit liegt vor, wenn du weder in deinem, noch in einem anderen Beruf arbeiten kannst.

Bedeutung Berufsunfähigkeit:
Du kannst in deinem Beruf nicht mehr arbeiten.

Das ist der grobe (sehr grobe) Unterschied dieser beiden Begriffe. Je nachdem, ob du dich über eine private Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder die gesetzliche Erwerbsminderungsrente informieren möchtest sind die Voraussetzungen für den Erhalt dieser Rentenleistung unterschiedlich.

Wann du die gesetzliche Erwerbsminderungsrente erhältst, kannst du hier erfahren: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/01_Rente/01_allgemeines/03_rentenarten_und_leistungen/08_erwerbsminderungsrente_node.html

Bei einer privaten Versicherung kommt es auf die Bedingungen der jeweiligen Versicherungsgesellschaft an.

Eine Berufsunfähigkeitsabsicherung ist ein wichtiges Thema, gerade weil die gesetzlichen Leistungen hier oft nicht ausreichend sind. Deshalb empfehle ich dir, dich von einem Versicherungsfachmann beraten zu lassen. Dieser kann dir genau erklären, was in deinem Fall sinn macht und in welchem Umfang du dich absichern solltest.

Ich hoffe meine Informationen helfen dir weiter.

Viele Grüße,
Christina vom Allianz hilft Team.

Solltest Du dann mal Rente bekommen, macht das wohl keinen Unterschied mehr.Früher konntest Du bei Berufsunfähigkeit noch arbeiten gehen, nur nicht mehr auf Deinem Beruf. Erwerbsunfähig, das sagt das Wort schon.

Wenn du berufsunfähig bist, kannst du in deinem Beruf nicht mehr arbeiten, wenn du erwerbsunfähig bist, kannst du keinen Beruf mehr ausüben.

Unter welchen Umständen kann Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente gewährt werden?

Hinsichtlich der Frage, ob Berufs-, oder Erwerbsunfähigkeit gewährt wird, kommt es nicht darauf an, ob entsprechende Arbeitsplätze auf dem Arbeitmarkt vorhanden sind. Es kommt lediglich darauf an, ob aus medizinischer Sicht gesehen noch eine (Rest-)Erwerbsfähigkeit theoretisch vorhanden ist.

Es gibt also keinen Berufsschutz in dem Sinne, dass Rente gewährt wird, weil der zuletzt ausgeübte Beruf gesundheitsbedingt nicht mehr verrichtet werden kann. Auch ist es vollkommen unbeachtlich, ob man auf Dauer für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit krankgeschrieben ist.

Wann liegt Berufsfähigkeit vor?

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die Berufsfähigkeit des Versicherten krankheitsbedingt auf weniger als die Hälfte der vollen Berufsfähigkeit eines gesunden Angehörigen seiner Berufsgruppe herabgesunken ist. (Berufsgruppe ist hier allgemein zu sehen, es ist hiermit nicht der zuletzt konkret ausgeübte Beruf gemeint)

Berufsunfähig ist jemand, dem eine Erwerbstätigkeit in seinem bisherigen oder einen Verweisungsberuf aufgrund seiner gesundheitlichen Situation nicht mehr zugemutet werden kann. Zumutbar ist dabei eine Verweisungstätigkeit in die jeweils nächstniedrige Stufe (von insgesamt vier Stufen) in einer Staffel von Berufen der jeweiligen Berufsgruppe.

Wann liegt Erwerbsunfähigkeit vor?

Erwerbsunfähig ist jemand, der aufgrund Krankheit zeitlich unabsehbar keine, oder nur noch geringe Einkünfte (bis 1/7 der monatlichen Bezugsgröße § 18 SGB V, 1997 DM 610,--) aus Erwerbstätigkeit erzielen kann Übt jemand eine selbständige Tätigkeit aus, selbst, wenn dies auf Kosten seiner Gesundheit geschieht und/ oder er nur geringfügige, ja sogar nahezu unbedeutende Einkünfte erzielt, wird unwiderlegbar vermutet, dass keine Erwerbsunfähigkeit vorliegt. Es wird daher vor Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit gewarnt, da diese zunächst zum Verlust der Rente führen kann.

Erwerbsunfähigkeit ist danach zu beurteilen, ob der Versicherte auf dem allgemeinen Arbeitsfeld, ohne Begrenzung auf zumutbare Tätigkeit wie bei der Berufsunfähigkeit, noch entsprechende Tätigkeiten verrichten, bzw. Arbeitseinkommen erzielen kann.

Erwerbs- bzw. Berufsunfähigkeit ist nicht gleichzusetzen mit Arbeitsunfähigkeit.

Auch längere Arbeitsunfähigkeitszeiten beweisen noch nicht das Vorliegen von Erwerbs- bzw. Berufsunfähigkeit. Auch der sogenannte Grad der Behinderung nach dem Schwerbehindertengesetz ist keine Feststellung für das Vorliegen von Erwerbs- bzw. Berufsunfähigkeit, allenfalls ein Indiz.

Welche Umstände müssen erfüllt sein, um Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrente beantragen zu können?

Liegt Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vor, ist Anspruch auf Rente gegeben wenn in der Vergangenheit ausreichende Rentenversicherungsbeiträge erbracht worden sind. Die Forderung gilt als erfüllt, wenn der Patient sechzig Kalendermonate versichert war und in den letzten fünf Jahren mindestens sechsunddreißig Beiträge als Pflichtversicherter entrichtet hat.

Ein Rentenanspruch kann auch bestehen, wenn der Patient nach ärztlichem Dafürhalten nur noch Teilzeitarbeit ausführen kann, ein solcher Arbeitsplatz jedoch nicht verfügbar ist. Die Höhe der Rente richtet sich nach Höhe und Zeitraum der eingezahlten Beiträge.

Die Berufsunfähigkeitsrente ist etwa ein Drittel niedriger als die Erwerbsunfähigkeitsrente und soll nur die Lohneinbußen ausgleichen, die durch Minderung der Erwerbstätigkeit eingetreten sind.

In welchem Maße ist ein Hinzuverdienst zu Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrente möglich?

Bezieher einer Berufsunfähigkeitsrente können rentenunschädlich bis zu weniger als die Hälfte ihres früheren Verdienstes hinzuverdienen. Beziehern einer Erwerbsunfähigkeitsrente können rentenunschädlich nur bis 1/7 der Bezugsgröße hinzuverdienen. Verdienste über der Geringfügigkeitsgrenze sind sozialversicherungspflichtig.

Wie geht man bei Ablehnung eines Rentenantrages vor?

Widerspruch: Wird eine beantragte Leistung nicht gewährt, kann bei der Behörde, die den Antrag ablehnt, Widerspruch eingelegt werden. Hierzu genügt ein einfacher schriftlicher Widerspruch aus dem hervorgeht, gegen welche Entscheidung Widerspruch einlegt wird und dass man Widerspruch einlegt. Eine Begründung ist nicht erforderlich, sollte aber zweckmäßigerweise erfolgen.

Die Frist zur Einlegung des Widerspruch und ggf. einer Klage beträgt jeweils ein Monat nach Zustellung des entsprechenden Bescheides (maßgeblich ist nicht der Zeitpunkt der Entgegennahme, z.B. bei Niederlegung, sondern der Zeitpunkt des Zustellungsversuches).

Aus Nachweisgründen sollte man sich den Eingang bestätigen lassen. Klage: Wird auch der Widerspruch negativ beschieden, kann danach Klage beim zuständigen Gericht erhoben werden. Bei Leistungen der Krankenkasse und der Rentenversicherung ist die Klage beim Sozialgericht, bei Leistungen des Sozialamtes beim Verwaltungsgericht einzureichen.

Berufsunfähig: Du kannst Deinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben, weil Du eine Allergie bekommen hast. Dafür kannst Du aber eine andere Arbeit noch ausüben.

Erwerbsunfähig: Du kannst gar nichts mehr arbeiten.

Mit 36 bei einem Bürojob noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Hallo liebe Fragenbeantworter, ich bin 36 Jahre, keine Familie zu versorgen, arbeite in einem Bürojob und bei mir wird demnächst eine Meniskus OP durchgeführt. Im Zuge dessen kam mir der Gedanke eine BU abzuschließen. Also habe ich mich an einen MLP-Versicherungsberater gewandt. Inzwischen habe ich mich aber mit einigen Kollegen unterhalten und es stellen sich mir ein paar Fragen zum Sinn der BU für mich persönlich. Ich schreibe persönlich da es sicher Jobs und Lebenssituationen gibt in denen die Versicherung sinnvoll und wichtig ist.

  1. Man liest überall, das man eine BU in jungen Jahren abschleißen soll. Naja, jung? Das ist vorbei bei mir.
  2. Mein Knie/Rücken. Mein Knie würde bei der Versicherung sicher unter Vorerkrankung laufen so das sie es wahrscheinlich ausschließen. Zudem können die mir theoretisch beide Beine amputieren und ich könnte immer noch in meinem Job arbeiten. Am Rücken hatte ich letztes Jahr muskuläre Probleme. D.h. falls am Rücken noch was kommt wäre es sehr schwer das nicht unter Vorerkrankung zu sehen.
  3. Stress? Burn Out? Mit steigender Erfahrung hat sich das erledigt.
  4. Was ist in meinem Fall Berufsunfähigkeit? Ich hatte einen Kollegen der längere Zeit ausfiel. Als er zurückkam, meinte er das es sowas ähnliches wie ein Burn Out war. Er wurde wieder eingegliedert und hat auf eigenen Wunsch das Team gewechselt. Jetzt gehts im wieder gut. Ein anderer Kollege bekam einen Herzschrittmacher und durfte zu unseren Anlagen in der Fläche nicht mehr raus. Auch er kam in eine andere Abteilung. Beide waren also nicht berufsunfähig. Da stellen sich mir die Fragen. Macht eine BU für mich noch Sinn. Rücken und Knie werden wahrscheinlich von der Versicherung ausgeschlossen. Und wie könnte eine Berufsunfähigkeit bei mir aussehen? Meine Kollegen und ich kommen auf kein plausibles Szenario. Und gibt es eine für mich sinnvollere Alternative als eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Und gibt es einen Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit? Viele Fragen, ich weiss. Ich freue mich auf nette, qualifizierte Antworten von euch.

Viele Grüße GerniG

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