Unterhaltszahlung alleinerziehende Mutter?

4 Antworten

solange sie mit ihrem eigenen geld das kind versorgen kann, muss sie keinen unterhalt von irgendjemanden einfordern. anders ist die geschichte wenn sie leistungen beziehen will.

die frage ist, wie sie einen vater ausfindig machen soll von dem sie keine infos hat. also klassischer one-night-stand bspweise.

weder wird man ihr dafür das sorgerecht entziehen, noch wird eine zwangsbeistandschaft eröffnet. wenn sie angibt, keine infos zu haben kann sie unterhaltsvorschuss beantragen. oder alg2 wenn bedarf besteht.

Kann sie zur Beantragung einer Beistandschaft verpflichtet werden? Was könnte veranlasst werden, wenn das Kind wegen Geldmangels nicht ordnungsgemäß versorgt würde?

Verpflichten kann sie Niemand. Sie will nichts vom Staat und somit geht es den Staat auch nichts an, wie sie ihr Kind durch bringt.

Das kann allerdings schon wieder anders aussehen, wenn das Kindeswohl tatsächlich gefährdet ist. Dann hat sie u.U. das Jugendamt schneller am Hals als sie gucken kann. Aber dennoch kann man sie zur Beistandschaft nicht zwingen.

Kann sie denn verpflichtet werden dem Vater ausfindig zu machen? Wenn nein, könnte sie doch Unterhaltsvorschuss beantragen? Oder bekommt man das dann auch nur, wenn der Vater bekannt ist aber nicht zahlen kann?

Niemand kann sie verpflichten den Vater zu finden. Sie bringt das Kind selber durch - Ende der Geschichte! Sie kann Unterhaltsvorschuss nur beantragen, wenn sie bei der Suche im Rahmen ihrer Möglichkeiten mithilft. Aber es ist nicht ihre Aufgabe einen Pivatdetektiv einzuschalten oder in Deutschland alle Häuser abzuklappern...

Das Familiengericht sollte: einen Titel ausstellen, das Sorgerecht entziehen.. Zusätzlich kann die Mutter Strafanzeige stellen, was aber nur zur Folge hat, dass sich ein Gericht damit beschäftigt. Aber daraus ergibt sich kein Unterhaltsanspruch. Der muss zivilrechtlich eingeklagt werden.

Anzuraten ist auf jeden Fall der Titel. Schon alleine deswegen, damit die Ansprüche aus der Vergangenheit nicht verfallen... Aber auch hier muss man regelmäßig versuchen zu pfänden. Man weiß nicht wo? Da kann der Anwalt helfen an welche Vorlagen man sich trotz Unkenntnis des Wohnortes halten muss - habe mal was von "öffentlichem Aufruf" gelesen, finde die Passage aber gerade nicht wieder...

Man sollte vor allem immer wieder die sozialen Plattformen durch suchen. Auch Unterhaltsschuldner werden irgendwann unvorsichtig und tummeln sich dann bei Instagram, Facebook und Co.

Unterhaltsvorschuss gibt es auch, wenn der Vater unbekannt ist. Aber die KM muss bei der Aufklärung wer der Vater ist mithelfen! Stellt sich später raus, sie hat gewusst wer es ist, dann können zu unrecht empfangene Leistungen zurück gefordert werden.

Ein Anspruch setzt voraus, dass die Kindsmutter alles in ihrer Macht und Kenntnis stehende getan hat, um ihren Mitwirkungspflichten nachzukommen. Hält die Mutter absichtlich Informationen zurück oder versäumt sie zumutbare Identifizierungsversuche, ist ein Anspruch regelmäßig zu verneinen. Glaubhaft vorgetragenes, unverschuldetes Nichtwissen lässt einen Anspruch nicht entfallen.

https://www.kanzlei-mohr.de/news/1449569433.html

Wobei hier ein Anwalt immer hilfreich ist, da die Gerichte recht unterschiedlich urteilen, die Jugendämter vorschnell Anträge ablehnen...

Die Beistandschaft ist ein kostenloses Mittel, welches in Anspruch genommen werden kann, aber nicht muss... Einen Anwalt kann man hingegen dazu ziehen und sollte es auch, wenn man davon ausgehen kann Prozesskostenhilfe zu bekommen, bzw. es sich leisten kann. Jugendämter haben oft wenig rechtlichen Hintergrund und wollen Akten schnell vom Tisch haben.

Das Kind wird auf jeden Fall nicht verhungern, weil notfalls das Jobcenter einspringen wird.

Unterhaltsvorschuss ist ausgeschlossen, weil hierzu die Mitwirkung der Kindesmutter bei der Feststellung der Vaterschaft erforderlich ist. Sie würde aufgefordert werden, eine Beistandschaft einzurichten, um die Vaterschaft feststellen zu lassen.

Sofern die Kindesmutter volljährig ist, kann ihr das Sorgerecht nicht entzogen werden, weil sie den Vater des Kindes nicht angeben will.

  • Eine Vertretungsbeistandschaft wird eingerichtet, wenn die hilfsbedürftige Person bestimmte Angelegenheiten nicht selbst erledigen kann und sie deshalb eine Vertretung braucht. Die betroffene Person muss sich die Handlungen der Beiständin oder des Beistandes gefallen lassen. Ihre Handlungsfähigkeit kann nötigenfalls eingeschränkt werden.

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