Unterhaltsvorschuss und Kindergeld?

5 Antworten

Das hälftige Kindergeld würde selbst dann nicht an dich ausgezahlt werden müssen, wenn du den Mindestunterhalt zahlen könntest, dieses hälftige Kindergeld würde dann vom Tabellenwert der Düsseldorfer Tabelle abgezogen und würde somit deinen Zahlbetrag verringern !

Da du aber nicht mal den Mindestunterhalt zahlen kannst, wird demnach auch kein hälftiges Kindergeld in Abzug gebracht.

Angenommen du könntest nur 100 € an Unterhalt zahlen, dein Kind wäre noch keine 6 Jahre alt, dann würde deiner Ex - vom Jugendamt ein voller Unterhaltsvorschuss von derzeit 154 € zustehen, deine 100 € würden davon abgezogen, sie würde dann nur den Differenzbetrag von 54 € als Unterhaltsvorschuss bekommen.

So käme sie dann wieder auf den vollen Unterhaltsvorschuss von 154 € und dazu käme das volle Kindergeld von derzeit min.194 €, zusammen würde das den Mindestunterhalt für ein Kind unter 6 Jahren von 348 € ergeben.

Würde sie dir dann das hälftige Kindergeld auszahlen, dann würde sie ja wieder unter den Mindestunterhalt fallen.

Ohne groß eine Berechnung aufzustellen:

Stelle dir vor, du musst an dein Kind 467,- Euro zahlen (Stufe 1, Kind zwischen 12 und 17 Jahre alt). Davon ziehst du die Hälfte des Kindergeldes ab: 467,- minus 97,- . Ergo zahlst du also 370,- Euro.

Du kannst diesen Betrag aber nicht zahlen, da du ein Mangelfall bist. Das KG wurde dir ja bereits hälftig abgezogen... Du kannst theoretisch auch zur Mutter sagen: zahle mir die 97 ,- Euro und dann nimmst du die 97,- Euro und zahlst sie an das Kind (also doch wieder zurück an die Mutter bei minderjährigen Kindern). Also der Betrag von 467,- wären dann komplett von dir zu tragen - die Mutter überweist dir umständlich die 97,- Euro und du zahlst an die Mutter eben die 467,- Euro... Der Einfachheit halber wird deswegen der hälftige Betrag vom Kindergeld gleich von deinem Unterhaltsbetrag abgezogen.

Aber da du ja die 370,- Euro schon nicht bezahlen kannst, kannst du nicht zusätzlich noch das KG erwarten...

Normalerweise steht dem unterhaltszahlenden Elternteil das halbe Kindergeld als Augleich dafür zu, dass er Unterhalt zahlst. Du zahlst aber nicht einmal den Mindestunterhalt. "Deine" Hälfte des Kindergelds wird bei der Kindesmutter dringend dafür gebraucht, Deine unzureichende Unterhaltszahlung aufzustocken. Solange Du nicht wenigstens den Mindestunterhalt zahlst, steht Dir daher kein Teil des Kindergelds zu.

Das hälftige Kindergeld kann vom Unterhalt abgezogen werden. Du zahlst aber nicht mal den Mindestunterhalt. Und beim Mindesunterhalt wurde das Kindergeld bereits abgezogen...

Nein, das Kindergeld bleibt bei der Mutter.

Das Kindergeld steht weder Mutter noch Vater zu sondern dem Kind. Es wird aber als Einkommen des Kindes gerechnet und deshalb auf den Bedarf des Kindes angerechnet.

Wenn dein Kind einen Bedarf von z. B. 399,- hat den du decken müsstest, wird davon 1/2 Kindergeld, also 97,- abgezogen. Also musst du nur noch 302,- bezahlen.

Ausgezahlt wird nichts, das KG bleibt komplett bei dem Kind, für das es ist.

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