Unterhalt / Unterhaltstitel. Was ist das und was gibt es für möglichkeiten?

5 Antworten

Bei einem Titel ändert sich nichts "automatisch" (was den Zahlbetrag betrifft). Einen Unterhaltstitel kann man beim Jugendamt machen lassen, bei einem Notar oder auch bei einem Anwalt oder eben (falls man sich nicht einig wird) beim Gericht.

Jugendämter stellen in der Regel dynamische Titel aus. Hier wird eine Anpassung an die Düsseldorfer Tabelle vorgenommen. Beim statischen Titel bleibt der Unterhaltsbetrag gleich.

Wenn ihr also ein weiteres Kind bekommt, dann muss der Titel entsprechend angepasst werden. Wird der Titel also beim Jugendamt unterschrieben, dann geht man mit der Geburtsurkunde zum Jugendamt und bittet um Neuberechnung. Alte und neue Kinder sind gleichgestellt. Es ist also nicht so, dass die bereits vorhandenen Kinder im Unterhaltsrecht bevorzugt werden.

Der Unterhaltsempfänger hat Anspruch auf einen unbefristeten Titel. Sollte das Ganze allerdings über das Jugendamt laufen, dann kann man selbstverständlich versuchen einen befristeten (aufs 18.te Lebensjahr befristet) Titel zu bekommen. Das hat den kleinen Vorteil, dass das Kind ab 18 sich selbst um den Unterhalt kümmern muss (was es eh muss) und man sich nicht gleich einer Abänderungsklage gegenüber sieht, wenn die Parteien sich nicht einigen können.

Der vorhandene Titel ist für den Unterhaltsberechtigten insofern hilfreich, dass er jederzeit eine Lohnpfändung einleiten kann, wenn der Unterhalt nicht kommt oder ständig zu spät kommt. Sollte sich an den Voraussetzungen etwas ändern, weil etwa das Kind volljährig geworden ist (und damit beide Elternteile barunterhaltsverpflichtet werden) oder das Kind eine Ausbildung beginnt (und über anrechenbares Einkommen verfügt), dann muss jedes Mal eine Änderung am Titel vorgenommen werden. Entweder über das Jugendamt (bei einer Jugendamtsurkunde) oder gerichtlich. Man kann den Unterhaltsempfänger aber auch außergerichtlich auffordern eine Teilverzichtserklärung zu erstellen, wenn sich der Unterhalt verringert bzw. ihn auffordern den Titel heraus zu geben, wenn der Unterhalt nicht mehr gezahlt werden muss... Hier kommt es letztendlich darauf an wie gut sich die Parteien verstehen und wie wenig Steine sie sich in den Weg legen...

Alle Möglichkeiten im Einzelnen habe ich hier jetzt nicht aufgeführt. Das würde zu weit führen. Aber euch sollte so ein Titel keine Sorgen machen! Denn er ist kein Freibrief! Wenn der Unterhaltsschuldner versucht widerrechtlich zu pfänden, dann bleibt immer noch die Vollstreckungsgegenklage und die Abänderung des Titels.

Nachtrag: ihr solltet darauf achten, wenn das Ganze über das Jugendamt läuft, dass ihr genau nachrechnet! Denn jetzt sind 2 Kinder vorhanden. Die Düsseldorfer Tabelle ist auf 2 Unterhaltsberechtigte ausgelegt. Wenn es nun 3 Berechtigte (oder mehr sind), dann kann herabgestuft werden.

Hier nochmal ein Link, der die Unterschiede Dynamisch und Statisch recht gut erklärt:

https://www.unterhalt.com/dynamischer-oder-statischer-unterhaltstitel-kindesunterhalt.html

Beim dynamischen Titel findet insofern eine automatische Anpassung statt, dass der Unterhaltszahler sich immer hier orientiert, wenn die Beträge steigen bzw. das Kindergeld angehoben wird (wie jetzt im Juli). Damit vermeidet man, dass man ständig eine Abänderung machen müsste (kostenintensiv, wenn es vom Gericht gemacht wird). Beim statischen Titel wird immer Summe x gezahlt - ungeachtet einer Kindergelderhöhung und der Sätze der Düsseldorfer Tabelle. Allerdings befreit dies auch nicht den Unterhaltszahler Änderungen mitzuteilen. Denn wenn man z.B. eine hohe Gehaltserhöhung bekommt oder einen guten Jobwechsel macht, dann muss man es mitteilen, so dass auch der statische Titel angepasst werden kann...

Egal, ob es sich um einen statischen oder um einen dynamischen Titel handelt: der Titel ändert sich nicht automatisch, wenn ein weiteres Kind dazu kommt oder wenn die Kinder eigenes Einkommen haben.

Ein statischer Titel ändert sich ohnehin nie. Ein dynamischer Titel ändert sch nur dann, wenn sich die Düsseldorfer Tabelle ändert oder wenn das Kind in eine höhere Altersstufe kommt.

In beiden Fällen muss Dein Mann zunächst die Kindesmutter auffordern, sich schriftlich mit einer entsprechenden Angleichung der Unterhaltszahlung einverstanden zu erklären. Kommt die Mutter dieser Aufforderung nicht nach, muss Dein Mann beim Familiengericht eine Abänderungsklage auf Abänderung des Titels stellen.

Dass er Unterhalt zahlen muss, gilt auch ohne Titel.

Mit einem Titel( Gerichtsurteil) kann die Ex aber jederzeit zum Gerichtsvollzieher gehen und den Unterhalt eben auch einpfänden.

Die bereits vorhandenen Kinder gehen aber vor. Das hättest du dir überlegen müssen, BEVOR du dein Leben mit einem vorbelasteten Vater planen wolltest.

Bekommt ihr jetzt ein Kind, sind die Kinder gleich berechtigt. Das schließt aber nicht den Unterhalt für dich als neue Partnerin ein.

Den Titel kann man auch freiwillig beim Jugendamt abgeben, dazu brauchts kein Gerichtsurteil.

die km hat anspruch auf einen titel und wird diesen auch für ihre zwei kinder bekommen. der derzeitige ist-stand sind zwei kinder und die werden berechnet. habt ihr irgendwann ein eigenes kind, muss dein partner den derzeitigen titel abändern lassen vom gericht, durch änderungsklage. dann wird neu berechnet.

berücksichtigt wird dann das dritte kind, aber auch der umstand, dass du für das dritte kind ebenfalls unterhaltspflichtig bist.

Hallo Buddy1407,

ein Unterhaltstitel verbrieft das Recht auf Unterhalt. Unterhaltstitel sind die Jugendamtsurkunde, in der der Elternteil seine Unterhaltspflicht anerkennt oder der Gerichtsbeschluss, in dem das Gericht die Unterhaltspflicht feststellt. Entscheidend ist, dass ein solcher Titel vollstreckbar ist, wenn der Pflichtige nicht zahlt. Die Höhe des Unterhalts hängt von einer Reihe von Gegebenheiten ab.

Näheres liest du gerne hier:

https://www.unterhalt.com/was-ist-ein-unterhaltstitel-beim-kindesunterhalt.html

Alles klar?

iurFRIEND®AG

Woher ich das weiß:Beruf – Erfahrungen aus früherer langjähriger anwaltlicher Tätigkeit

Unterhaltstitel heimlich bekommen?

Ich erwarte ein Kind, freu mich schon riesig auf meinen kleinen Stern und bin total hibbelig deswegen. Mein Freund wird mir auch Unterhalt zahlen, wir wohnen noch nicht zusammen und aus beruflichen Gründen wird das wohl auch erstmal so bleiben, dass wir uns nur am Wochenende sehen können.

Wir haben uns auch schon geeinigt wieviel Unterhalt er zahlt und das ist alles für mich in Ordnung.

Ich weiß aber das es die Möglichkeit gibt den Vater beim Jugendamt zum Unterhalt zahlen zu verpflichten, man bekommt dann so ne Urkunde mit der man wenn es hart auf hart kommt auch das Geld eintreiben kann.

Eigentlich will ich so eine Urkunde haben, direkt ansprechen möchte ich es aber nur ungern, er sieht das bestimmt als Zeichen, ich würde ihm nicht vertrauen (tue ich aber, aber sicher ist sicher).

Er hat nächste Woche einen Termin wegen der Vaterschaftsanerkennung. Ich habe (heimlich) beim Jugendamt angerufen und der total netten Sachbearbeiterin meine Lage erzählt und mit ihr ausgemacht, dass sie ihm die Unterhaltsurkunde neben der Vaterschaftsanerkennung vorlegen und verlangen wird, dass er unterschreibt. Erzählt habe ich ihm nichts davon und werde ich auch nicht, damit er keine Möglichkeit hat sich vorher lange Gedanken darüber zu machen oder sich zu informieren, sondern er sich genötigt fühlt zu unterschreiben. Wenn er das dann bei mir ansprechen sollte, werde ich so tun, als wäre ich ganz überrascht, dass sowas von ihm verlangt wurde. ^^

Ich weiß, ist ein wenig kindisch von mir und ein wenig schlechtes Gewissen habe ich auch bei meinem "bösen" Plan. :-D Aber wenn ich ihn direkt darauf anspreche und weiß dass das von mir ausgeht, weiß ich nicht, ob er bockig wird und mir fehlendes Vertrauen unterstellt und das nicht mitmacht.

Findet ihr mein Verhalten falsch oder gut und nachvollziehbar?

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