Unfall mit Firmenwagen. Muss ich die Selbstbeteilgung zahlen?

7 Antworten

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Das ist mMn nicht in Ordnung, der §619a BGB:

Abweichend von § 280 Abs. 1 hat der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber Ersatz für den aus der Verletzung einer Pflicht aus dem Arbeitsverhältnis entstehenden Schaden nur zu leisten, wenn er die Pflichtverletzung zu vertreten hat.

Nach Deiner Schilderung trifft Dich an dem Schaden keine Schuld, während der Auslieferung wäre es kaum von Dir zu erwarten, jedesmal das Fahrzeug zu überprüfen, zumal das am Schaden nichts geändert hätte.

Sag deinem Chef, dass du die Selbstbeteiligung nicht bezahlen wirst. Falls er darauf besteht und sie dir vom Lohn abziehen will, kündige ihm direkt eine Klage beim Arbeitsgericht an. Falls er dir kündigen will, ok, dann soll er das schriftlich unter Einhaltung der gesetzlichen Fristen tun und dich korrekt bis zum Schluss bezahlen.

Die Selbstbeteiligung zahlst du nur bei einer Privatfahrt oder bei grober Fahrlässigkeit.

Arbeitnehmerhaftung ist ein kompliziertes und umfangreiches Rechtsgebiet; es kommt immer hierbei besonders auf den Einzelfall an.

In diesem Fall dürfte eine Schadensbeteiligung von vornherein ausscheiden, da Du ja den Schaden nicht verursacht hast.

Sollte Dein Chef auf einer Selbstbeteiligung bestehen, dann mußt Du diese gerichtlich klären lassen.

Nein. Das ist absolut nicht in Ordnung - rechtlich gesehen. Dafür hat der Firmeninhaber eine Versicherung für jeden Wagen, die dafür aufkommen muss. Auch für die Selbstbeteiligung kommt der Firmeninhaber auf. Nicht du.

Verweigere die Zahlung, unterschreibe nichts! Ansonsten wende dich an einen Anwalt.

http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeitsrecht/arbeitsgericht-wer-beim-dienstwagen-crash-zahlen-muss_aid_473138.html

In dem Link steht deutlich drin, dass der Arbeitnehmer die Selbstbeteiligung zahlen muss. Worauf kann ich mich denn nun berufen? Einen Arbeitsvertrag oder Firmenwagen-Überlassungsvertrag gibt es bei uns nicht.

@stabud51

Das gilt für einen Firmenwagen, den du auch privat nutzt. Hier handelt es sich um eine rein geschäftliche Fahrt. Das ist ganz klar das Risiko des Arbeitgebers.

@stabud51

In dem Link geht es um einen vom AN verursachten Unfall, das ist ja bei Dir nicht der FAll. Es wäre auch unangemessen, wenn Du von den paar Krötemn, die Du verdienst, die SB in Höhe von mehreren hundert € zahlen solltest.

Im dortigen Artikel heißt es unter anderem:

Es sei angemessen, auch den Arbeitnehmer an den Unfallkosten zu beteiligen.

Stellt sich nur noch die Frage, ob der Chef ohne vertragliche Grundlage die SB von Dir fordern darf, oder ob er dies bspw. in einem Dienstwagen-Überlassungsvertrag hätte schriftlich mit Dir vereinbaren müssen!

@DerFanta

Das ist hier vollkommen irrelevant. Es war ja KEINE PRIVATNUTZUNG des KFZ.

Da solltest du dir so schnell wie möglich einen anderen Job suchen. Selbstverständlich kann er dir diese Kosten NICHT auferlegen. Das ist SEIN Risiko. Sonst könnte er ja auch gleich verlangen, dass du mit deinem eigenen Auto die Pizza ausfährst.

Also auch die Selbstbeteiligung kann er mir nicht aufbrummen? Ich hatte ja in dem Zeitraum die Verantwortung für das Fahrzeug, auch wenn ich zum Unfallzeitpunkt nicht im Fahrzeug oder in Sichtweite war.

Hätte ich Anzeige gegen Unbekannt stellen müssen?

@stabud51

Wie sollst du denn die Pizza ausliefern, wenn du das Fahrzeug bewachen musst? Das ist reines Unternehmerrisiko.

Lass dich da auf NICHTS ein.

@stabud51

Anzeige wirst du (oder die Firma) sowieso noch erstatten müssen, da die Versicherung das i.d.R. verlangt.

Ein Chef kann auch veranlassen, dass ein Mitarbeiter mit seinem Fahrzeug die Pizza ausfährt.

Schadlos aus Schäden kann sich der Arbeitgeber nur dann halten, wenn er neben der Kilometerpauschale eine erhöhte Pauschale anbietet. Dies könnte dann als Ersatz für eine Vollkaskoversicherung gelten.

Zahlt er hingegen nur die übliche Km Pauschale, so haftet er sogar für alle Schäden am Fahrzeug, solange diese auf schuldloses bis normale Fahrläsiigkeit beruhen. Schäden z.B. durch zu schnelles fahren oder bei überfahren von einer roten Ampel haftet der Mitarbeiter selbst.

Egal ob bei einem eigenen Fahrzeug oder auch bei Firmenfahrzeugen.

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