Unbezahlte Rechnung: Wie schnell darf ich eine Klage einreichen

7 Antworten

Moin,

in Verzug ist der SChuldner automatisch nach 30 Tagen, o. ab den Tag der bestimmt ist.

Wenn z.B. auf der Rechnung stand zahlbar innerhalt von 2 Wochen oder sowas.

Titulieren geht fix.

Mahnbescheid, vollstreckungsbeschei fertig.

Das dauert mit den Fristen usw ca 8 Wochen.

Extra Klagen musste nur dann wenn du vorher schon weißt, dass der dem MB widerspricht.

Bei schon geleisteten Teilzahlungen eher unwahrscheinlich.

Du kannst dir aquch ein schriftliches Schuldanerkenntnis (Schuldschein) geben lassen.

Bei Handwerklichen Leistungen kann man sich eines Kunstgriffs bedienen.

Man macht selbst einen "Rückruf" der gelieferten Sache.

Bei nem Badezimmer z.B. gibt man vor:

Das Material sei Fehlerhaft.

Dann kommt man an die Sachen dran und baut se ab.

Dann macht man das Unternehmerpfandrecht nach §647 BGH geltend.

D.h. der kriegt die Sachen erst dann wieder, wenn bezahlt ist.

Bei Autos ist das noch einfacher.

Die Werkstatt bestellt den wegen irgendwelcher sachen, die gefährlich wein könnten und kontrolliert werden müssen.

Dann bleibt die Karre so lange unter verschluss, bis der gelöhnt hat.

Wichtig dabei ist aber dass das in Zusammenhang mit der Leistung aus der Rechnung ist.

Wenn der was bezahlt, solteste nur BARGELD annehmen.

Wenn dein Insoverdacht richtig ist, kann der Inso-Verwalter Zahlungen anfechten.

Bei Barzahlungen kann er das nicht.

Super Interessant mit dem Ruckruf!
auch wenn das bei mir leider nicht nützt (handwerkliche Leistung).

Kann ich denn auf einer Rechnung den Zahltag frei bestimmen? (zb. die genannten 2 Wochen?)

@Monika1200

Ja, kannste frei bestimmen.

nach 30 Tagen kommt der Schuldner automatisch in Verzug.

Man kann z.B. auf die Rechnung n genaues Datum als zahlungsziel setzen.

Mittlerweile muss man den Schuldner nicht mehr explizit in Verzug setzen.

Auch bei ner Handwerklichen Leistung kann man mit etwas Phantasie mit dem Rückruf arbeiten.

Ei Fliesenler kann doch bedenken haben, ob z.B. der Untergrung ok ist oder nicht.

Zur Kontrolle machter dann halt 5 Fliesen raus.

Die werden erst dann wieder reingemacht, wenn gezahlt wurde.

Genau mit dem Argument hat mal ein Ex-Cef von mir ein Balkongeländer abmontiert.

Zudem hat er dann das Bauamt dahingeschickt, die dem den Balkon zugemacht haben.

Wenn man das richtig angeht, kann man sich davon n Späßchen machen.

Ich würde da sofort enen MB mit gleichzeitig zu beantragendem Vollstreckungsbescheid nach nach Fristablauf der Wider-Einspruchsfrist gegen den MB loslassen. Die Gebühren dafür müssen aber per Vorkassen bezahlt werden. Dabei ist ggf. ein Rechtsreferendar der Vollstreckungsabteilung des Amtsgerichtes behilflich.

Das gerichtliche Mahnverfahren kannst Du einleiten, wenn

  • die Forderung fällig ist und
  • der Schuldner in Verzug ist.

So wie Du das geschildert hast, hast Du den Schuldner bereits in Verzug gesetzt, könntest also gerichtliche Schritte einleiten. Hast Du ihm das bereits angedroht? Vielleicht ist ihm die außergerichtliche Lösung doch lieber, zumal bei einem gerichtlichen Mahnverfahren weitere Kosten auf ihn zukommen?

Für den Fall einer Insolvenz wäre ein gerichtlicher Titel für Dich natürlich von Vorteil...

Der Auftraggeber muss sich im Verzug befinden. Geht auf vier Arten: 1. Mahnung; 2. automatisch nach 30 Tagen; 3. vorgegebenes Zahlungsziel wurde nicht eingehalten; 4. er setzt sich selbst in Verzug (Beweis!)

Danach kannst du ohne große Vorwarnung einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen. Kannst du auch online machen und ist ziemlich einfach.

Vielen Dank schonmal!
Was mir noch nicht ganz klar ist: der Auftraggeber sagt ja schon, das er die Rechnung wenn überhaupt, nur teilweise bezahlen will bzw, eigentlich den offenen Betrag sogar mit nachgereichten "Bedenken über die fachgerechte Ausführung" von früheren Aufträgen verrechnen will.
D.h. eigentlich hat er mir schon "mitgeteilt" das er nicht bezahlen wird.
Ändert das etwas oder muß ich trotzdem Mahnen? Muß ich überhaupt mahnen, oder kann ich nach 30 Tagen klagen?

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