Umsatzsteuer für Versandkosten berechnen oder nicht?

1 Antwort

Du berechnest die Versandkosten zzgl. MwSt weiter. Der Versand durch einen Dritten ist eine Nebenleistung, die das steuerliche Schicksal der Hauptleistung teilt.

Die Rechnung ist also: 100 € Artikel + 5 € Versand = netto 105 € zzgl. USt 19% (19,95 €) = 124,95 €.

ganz sicher?

ich weiß, in sachen steuern sollte man sich nicht wirklich fragen, ob etwas gerecht oder ungerecht ist; es gibt halt bestimmte regelungen, die nunmal so sind. aber dennoch käme mir das ein wenig spanisch vor; denn man bezieht mit dem auftrag an die post ja eine leistung, die umsatzsteuerbefreit ist, aber diese muss man dem kunden dann "teurer weitergeben", da der verkäufer wiederum umsatzsteuer dafür zahlen muss. der verkäufer bezahlt 5 € Versandkosten und gibt dann 5,95 € Versandkosten an den Käufer weiter, die dieser bezahlen muss, da der Käufer noch 0,95 € Umsatzsteuer übernehmen muss, die in der eigentlichen Leistung (der Lieferung durch die Post) gar nicht enthalten war. Finde ich ehrlich gesagt sehr merkwürdig diese Regelung...

@kauser

Ja, ich bin mir ganz sicher. Dein Kunde kann sich die Vorsteuer doch wiederholen.

Siehe Folgendes:

Abschnitt 3.10. UStAE

Einheitlichkeit der Leistung

(5) Nebenleistungen teilen umsatzsteuerrechtlich das Schicksal der Hauptleistung. Das gilt auch dann, wenn für die Nebenleistung ein besonderes Entgelt verlangt und entrichtet wird (vgl. BFH-Urteil vom 28.4.1966, V 58/63, BStBl III S. 476). Eine Leistung ist grundsätzlich dann als Nebenleistung zu einer Hauptleistung anzusehen, wenn sie im Vergleich zu der Hauptleistung nebensächlich ist, mit ihr eng - im Sinne einer wirtschaftlich gerechtfertigten Abrundung und Ergänzung - zusammenhängt und üblicherweise in ihrem Gefolge vorkommt (vgl. BFH-Urteil vom 10.9.1992, V R 99/88, BStBl 1993 II S. 316). Davon ist insbesondere auszugehen, wenn die Leistung für den Leistungsempfänger keinen eigenen Zweck, sondern das Mittel darstellt, um die Hauptleistung des Leistenden unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen (vgl. BFH-Urteil vom 31.5.2001, V R 97/98, BStBl II S. 658). Gegenstand einer Nebenleistung kann sowohl eine unselbständige Lieferung von Gegenständen als auch eine unselbständige sonstige Leistung sein.

@MenschMitPlan

scheint wirklich so zu sein, danke für die Info!

Hast Recht. Der Kunde kann sich die Vorsteuer theoretisch wiederholen, allerdings nicht, wenn es ein Privater (Endverbraucher) ist. Und für den Verkäufer führt diese Regelung ja zu einem höheren Preis, den er fordern muss.

Wobei manche Unternehmer müssten von dieser Regelung auch profitieren können, oder? Nehmen wir mal an, der Verkäufer verkauft etwas, das einem geringeren Umsatzsteuersatz unterliegt. Beispiel: Bücher mit 7% USt. . Und er wählt als Versandunternehmen nun UPS o.ä., bei denen die Versandkosten Umsatzsteuer (19%) enthalten. Dann wäre es wiederum ein Vorteil für den Verkäufer, oder? Dann würden die 5 Euro Versandkosten von UPS ja 19 % USt. enthalten => 80 Cent. Diese 80 Cent könnte sich der Verkäufer als Vorsteuer "zurückholen".

Der Käufer zahlt 5,35 Euro Versandkosten (5 € Versandkosten + 7% USt.), von denen 0,35 Euro USt. sind. Der Verkäufer kann sich unterm Strich 0,45 Euro vom Finanzamt zurückholen.

Ist richtig, oder?

@kauser

Ja, so ist es.

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