Überführungskosten für gebrauchten Vorführwagen

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Die Kombination Autohändler/Finanzdienstleister ist m.E. ähnlich seriös wie Staubsaugervertreter/Zeitungsdrücker, das nur mal nebenbei.

Sind die Kosten vertraglich ausgewiesen, liegt mit der Unterschrift das Einverständnis der Vertragspartner vor. Überführungskosten sind natürlich ein unverschämter Blödsinn wenn das Fahrzeug bereits auf das Autohaus zugelassen war, wo es abgeholt wurde.

Restschuldversicherungen sollten eigentlich nur bei ungenügenden Sicherheiten notwendig sein. Es scheint aber üblich, dass sie in sehr vielen Fällen angeboten oder gar (im Gespräch) als Bedingung für die Finanzierung deklariert werden. Das ist manchmal schlicht gelogen, aber als Kunde lässt man sich schon mal ins Bockshorn jagen. Im Grunde bringt das Gewinn, den die Finanzdienstleister schon einrechnen, wenn sie einen möglichst niedrigen (verkaufsfördernden) Zinssatz kalkulieren.

Ohne das wirklich rechtsverbindlich behaupten zu können meine ich, dass heute eure Papiere zu schlecht sind, um da noch was erfolgreich zurück fordern zu können. Ihr müsst in Vorleistung gehen, investiert Nerven, Zeit und Lauferei, die Beweisführung ist eure Sache und im Ergebnis kommt ggf. ein fauler Kompromiss raus.

Ich erlebe ähnliches recht häufig und es ärgert mich immer wieder, wenn Verbraucher über den Tisch gezogen werden. Natürlich sollten Verträge durchgelesen werden, natürlich sollte man nichts unterschreiben, das man nicht umfassend versteht, aber ein Verbraucher sollte auch von der Seriosität seiner Vertragspartner ausgehen dürfen.

Wie bereits erwähnt, ist der Gang zum Anwalt oder ADAC keinesfalls ein Fehler – wobei ich den Club bevorzugen würde (falls Nicht-Mitglied, beraten sie ggf. auch dann kostenlos, wenn eine Mitgliedschaft direkt abgeschlossen wird - nachfragen).

Danke Peterthb, zumal hier noch ein zweites Problem im Raum steht.Die Abwrackprämie 2009. Es wurde ein 14 Jahre alter Wagen verschrottet, der lt.Darlehensvertrag nirgends erscheint.Die Prüfung bei der BAFA wird beantragt,wobei hier wieder der Datenschutz die Hürde ist.Bekommen wir eine Auskunft ob für den alten Wagen meiner Frau eine Abwrackprämie gezahlt wurde? Wie sind Eure Erfahrungen hierzu?

@ManfreDietmar

Also, wenn ich von den vorliegenden Informationen ausgehe, würde ich meinen, dass es (leider) für euch eigentlich keine Rolle spielt, ob, oder an wen eine Abwrackprämie ausgezahlt wurde.

Diese Prämie wurde meines Wissens nur auf Neuwagen angerechnet. Davon ausgehend, stünde es deiner Partnerin nicht zu. Ich nehme jetzt mal an, dass sie das Altfahrzeug dem Händler überlassen hat. Der könnte z.B. erzählt haben, dass er die Entsorgung in die Hand nimmt.

Mit Übergabe des Briefs und ohne sonstige vertragliche Absprache, gehört das Altfahrzeug dem Händler. Wenn er jetzt keine Entsorgungsgebühren ausgewiesen hat, muss er es auch nicht gleich verschrotten.

Ich schätze schon, dass der gute Mann (oder die gute Frau), irgendwie noch zur Abwrackprämie oder einem Teil davon gekommen ist. Nur glaube ich kaum, dass die Vorbesitzerin daraus einen Anspruch ableiten kann.

Was die Auskunft anbelangt, bin ich überfragt, ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass der Brief die entscheidende Rolle spielt, denn als letzter Besitzer zählt der, zum Abmeldezeitpunkt im Besitz des Briefes ist.

@Peterthb

Nachtrag: Die Zeit, in der deine Partnerin kaufte, war die denkbar schlechteste für Vorführwagen (aus Sicht der Händler). Denn mit der Prämie und ein bisschen Verhandlungsgeschick, wäre der Preis für ein Neufahrzeug (bis zur unteren Mittelklasse) kaum höher gewesen.

Wenn ich es richtig sehe, hat er deine Partnerin ordentlich über den Tisch gezogen, ich sehe außer dem verständlichen Ärger aber kaum eine Möglichkeit, da jetzt noch was dran zu machen. Die Frage aus meiner Sicht ist nur: Wie lange wollt ihr euch noch ärgern?

Trotz allem rate ich, das Ganze dem ADAC vorzulegen. Vielleicht kann aus den Vertragsklauseln und durch die Vorlage aller Informationen, doch ein Weg gefunden werden, den ich von hier aus nicht erkenne.

ADAC oder Anwalt konsultieren. Ist der Wagen bereits als Vorführwagen oder mit Tageszulassung gelaufen, wird man natürlich versuchen, die Überführung in Rg. zu stellen. Das Auto war aber bereits zugelassen & gilt nicht mehr als Neuwagen & rechtfertigt keine Überführungskosten, vor allem, wenn der Händler dies im Werk kostenlos abgeholt hat (VW Autostadt, bei anderen Werken in D).

Danke sr710815 soweit. Der Wagen war 2 Monate auf das Autohaus zugelassen und ist über 2335 km gefahren. Wie üblich ist eigentlich eine Restschuldversicherung (Standard-Variante) über 822,00 Euro? Wer hat damit Erfahrungen?