Trinkgeldabgabe-verweigern rechtens (Gewohnheitsrecht)?

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Trinkgeld gehört dem Arbeitnehmer, der es bekommt. Hintergrund ist die Definition des „Trinkgeldes“ in §107 III GewO: "Trinkgeld ist ein Geldbetrag, den ein Dritter ohne rechtliche Verpflichtung dem Arbeitnehmer zusätzlich zu einer dem Arbeitgeber geschuldeten Leistung zahlt." Es muss nicht versteuert werden.

Ist allerdings ein Chef der Meinung, das Trinkgeld (z.B. über eine gemeinsame Kasse) an die weitergegeben werden soll, die nicht den Kontakt mit den Kunden haben, so gilt das nicht mehr. Schau hier: https://www.das.de/de/rechtsportal/rechtsfrage-des-tages/muss-ich-trinkgelder-versteuern.aspx Der Chef macht sich quasi strafbar, wenn er diese "Einnahmen" für sich und die Pizzabäcker nicht versteuert und davon keine Sozialabgaben zahlt.

naja laut http://www.ferner-alsdorf.de/rechtsanwalt/zivilrecht/arbeitsrecht/arbeitsrecht-wem-gehoert-das-trinkgeld/10404/ gehört es dem der es bekommt.

Aber mal andersrum gesehen, was wäre der Bote ohne den Pizabäcker?
Ein Austräger eines leeren Kartons - dafür würde er sicher nichts bekommen, von daher finde ich es schon OK wenn man auch die Kollegen beteiligt. ob man sowas erzwingen kann denk ich mal nicht, denn das zu erzwingen wäre wieder ein Nachteil für die Fahrer. Denn es gibt sicher Tage wo man gleiche mehrere Lieferung fährt ohne einen Cent zu bekommen, oder die Summe wird einfach nur aufgerundet und man bekommt 10 oder 20 cent. müsste davon  40 cent abgeben ....

Blöd an der Sache ist nur was will man dagegen tun? das einzigste wäre es wirklich zu gehen. Denn wenn man sich nicht an die Regelung hält oder sogar dagegen klagt, würde man mit sicherheit mehrere andere plausible Gründe finden um den "Aufmüpfigen" Fahrer zu entlassen

Im Prinzip gehört das Trinkgeld dem, der es bekommt (auch in der Gastronomie). Allerdings finde ich diese Regelung ungerecht, da dann die Pizzabäcker und Köche nichts bekommen, obwohl es zum großen Teil an ihnen liegt, ob der Kunde zufrieden ist oder nicht. Ob dein Chef dich entlassen kann, wenn du kein Trinkgeld abgibst, wage ich jedoch zu bezweifeln.

Dein Arbeitgeber kann Dich zwingen Dein Trinkgeld zu teilen. Aber , aus Nettigkeit den anderen Kollegen gegenüber könnte/ sollte man das machen. Es hätte eine Liste geben müssen, wer was an Trinkgeld abgibt, daß, das korrekt aufgeteilt wird.

Dein Arbeitgeber kann Dich zwingen Dein Trinkgeld zu teilen.

Aber nur, wenn es vertraglich so vereinbart worden ist - und nicht alleine deswegen, weil der Arbeitgeber es so will.

Außerdem darf er nicht eine sozusagen "Trinkgeldpauschale" - also ohne konkrete Grundlage, ob es tatsächlich ein Trinkgeld gegeben hat - generell vom Gehalt potenzieller Trinkgeldempfänger einbehalten, um es dann zu verteilen.

@ keinguterfrager          gewohnheitsrecht kennt das gesetz nicht.

wie ist es denn ausgegangen bei ihnen , mit dem lohnabzug ?

diese "gemeinsames tip " ist eine sache im gastrobereich unter kollegen/innen und gutem klima - ohne chef o.ä.- , da hilft man sich auch im revier des anderen und beteiligt die küche ebenso wie den tresen. super WIR gefühl .

hier sind sie NUR transporteur , oft mit eigenem fahrzeug , keinerlei kollegialtät. .


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