Trennung mit gemeinsamen Haus?

2 Antworten

Trennung ist nie einfach, deshalb wird die Antwort auch etwas abschweifen

Ich gehe von folgenden Punkten aus:

  • Gemeinsames Haus = Ihr besitzt das Haus zu je 50%, eingetragen im Grundbuch
  • Trennung = ihr lasst euch scheiden
  • Ihr habt keinen Ehevertrag = es besteht Zugewinngemeinschaft

Bei einer Trennung kommen bezüglich Eigenheim zwei Punkte zum Gespräch:

  • Trennungsunterhalt (nicht zu verwechseln mit nachehelichem Unterhalt)
  • Zugewinnausgleich

Es beinhaltet auf keinen Fall Kinder. Kinder und Kinderunterhalt sind völlig getrennt. Siehe auch meinen Beitrag [1]

Trennungsunterhalt:

Frag einen Anwalt. Das beinhaltet sehr viel mehr und das ist nicht ganz einfach.

Zugewinnausgleich:

Das ist ganz einfach. Jeder Berechnet nun sein Vermögen am Anfang der Ehe und am Ende der Ehe. Zum Vermögen zählen zu dem entsprechenden Zeitpunkt:

  • Der Hauswert (die Hälfte davon)
  • Die Schulen (die Hälfte davon werden entsprechend abgezogen)
  • Möbel
  • Auto
  • PC
  • Playstation
  • Goldbarren bei der Bank
  • Aktien
  • ..

Alles muss aufgeteilt werden. Gehört es beiden, dann z.B. 50:50, wie z.B. erst einmal das Haus. 

Alle Ausgaben, die ihr dazwischen gemacht habt, sind zu ignorieren. Seid ihr für 10.000,- von ihrem Girokonto auf Kreuzfahrt gewesen, ist das genauso egal, wie wenn der Makler von deinem Guthaben ausgezahlt wurde. Das betrifft die Kaufnebenkosten im Erwerbsfall (ihr seid noch zusammen und kauft das Haus)

Hast du am Ende der Ehe mehr Vermögen, als am Anfang, hast du einen Zugewinn von X. Hast du weniger Vermögen, hast du einen Zugewinn von 0,-. Für deine Ehefrau das gleiche mit Zugewinn Y.

Die Aufteilung ist jetzt ganz einfach. du gibst ihr X/2 und sie gibt dir Y/2. In welcher Form das Geld übetragen wird, ist euere Sache. Muss sie dir 200.000,- geben, kann sie einfach auch das Haus mit Schulden auf dich übertragen, falls (Hauwert-Darlehen)/2 dem Wert entsprechen. Ihr könnt euch auch um das Auto, oder die Goldbarren streiten. Wenn einer das Haus zu 100% behalten will, muss er entsprechend auszahlen. Dabei fallen keine Makler-kosten an, jedoch Notar und evtl. Grundsteuer. Laienhaft würde ich nun sagen, dass die anfallenden halben Nebenkosten für den halben Hauskauf (halber Hauswert) entsprechend gehandhabt werden, wie bei einem Hauskauf. Der Käufer zahlt die Nebenkosten.

Lässt sich bei der Frage wer das Auto bekommt, und wer das Haus, keine Einigung finden, muss z.B. das Haus verkauft werden. Bargeld lässt sich am einfachsten Aufteilen.

[1] https://www.gutefrage.net/frage/wie-viel-unterhalt-bekomme-ich-nach-trennung?foundIn=list-answers-by-user#answer-227783686

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