Tierarztrechnung deutlich höher als Kostenvoranschlag

5 Antworten

Lena, es werden zwei Arten von Kostenvoranschlägen unterschieden.

Kostenvoranschlag

Überschlägige fachmännische Berechnung der voraussichtlichen Kosten für die Herstellung eines Werkes.

Der Kostenvoranschlag im Gesetz als "Kostenanschlag" bezeichnet. Er hat gesetzliche Regelungen in den Paragrafen 632 Absatz 3 und 650 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) gefunden.

Der Besteller eines Werkvertrages (Kunde) kann von dem Hersteller des Werkes (Werkunternehmer) einen Kostenvoranschlag fordern. Dadurch können unerwartet hohe Rechnungen vermieden werden.

Unterschieden werden:

** der einfache oder unverbindliche Kostenvoranschlag der garantierte oder verbindliche Kostenvoranschlag**

Beim einfachen Kostenvoranschlag erstellt der Handwerker vor Beginn der Reparaturarbeiten einen (schriftlichen) Kostenvoranschlag, in dem er die voraussichtlich anfallenden Reparaturarbeiten auflistet und die Kosten beziffert. Der einfache Kostenvoranschlag wird nicht Vertragsbestandteil, sondern nur Geschäftsgrundlage.

Wenn die Reparaturkosten die im Kostenvoranschlag genannte Summe allerdings wesentlich zu überschreiten drohen, ist der Handwerker verpflichtet, den Kunden unverzüglich zu informieren (§ 650 Absatz 2 BGB). Daraufhin kann der Kunde entscheiden, ob er die Kostenüberschreitung genehmigt oder den Vertrag kündigt und dem Handwerker die bis dahin geleistete Arbeit vergütet (§§ 650 Absatz 1, 645 Absatz 1 BGB). Die Summe des Kostenvoranschlages ist dann wesentlich überschritten, wenn die tatsächlichen Reparaturkosten zumindest 10 bis 20 Prozent über der Summe des Kostenvoranschlages liegen.

Zeigt der Handwerker die Kostenüberschreitung zu spät an, liegt eine Pflichtverletzung vor, die zu Schadensersatzansprüchen des Bestellers führen kann (§ 280 Absatz 1 BGB)

Beim garantierten Kostenvoranschlag übernimmt der Handwerker eine Garantie für die Höhe der berechneten Kosten. Er ist an die Summe - wie bei Vereinbarung eines Festpreises - gebunden. Er kann den Kostenvoranschlag aber wegen eines Fehlers seiner Kalkulation anfechten.

Meines Erachtens sieht das allenfalls nach einem einfachen Kostenvoranschlag aus. Aber wenn Du den Betrag bezahlen willst, möglichweise aber nicht auf einmal zahklen kannst, frag sie nach einer Ratenzahlungsmöglichkeit.

Ohne den genauen Wortlait der Einverständiserklärung, lässt sich nicht beurteilen, wie das Ganze zu bewerten ist.

Unterschied: 1. einfache Kostenvoranschlag, nur eine grobe Mitteliung der zu erwartenden Kosten 2. garantierter Kostenvorschlag: Garantiezusage hinsichtlich der entstehenden Kosten=Festzusage

Vielen dank für die schnelle Und aufschlussreiche Nachricht. Ich werde mir die Einverständniserklärung heute einmalig geben lassen- Leider habe ich keine Kopie davon hier. Die Auflistung der Kosten auf der Rechnung die ich hier habe zeigt, dass keine Komplikationen aufgetreten sind, sie hatten davon Auch nichts gesagt. Alles sei Super verlaufen etc. Dann ist es doch eindeutig, dass mir ein falscher Preis Genannt wurde oder nicht? Bezahlt habe ich das Geld bereits. Ich sehe es aber wirklich nicht ein für die heutige Nachbehandlung noch viel Geld zu Zahlen...ich bin einfach was die kosten anbelangt völlig falsch informiert worden

Ein direkten, verbindlichen Kostenvoranschlag gibt es beim Tiarzt leider nicht. Und im vornhinein kann man auch nicht sagen was wärend der Behandlung alles geschieht. Wenn unvorhersehbare Tätigkeiten nötig sind, werden diese dann zusätzlich in Rechnung gestellt.

Sie dir mal die Auflistung mit den einzelnen Positionen an und wenn du was nicht verstehst frag die Tierärztin und lass es dir erklären, vergleiche sie mit der Gebührenordnung, ob sie korrekt abgerechnet sind.

Wenn sie nach der Gebührenordnung abrechnet, hat man leider wenig Chancen gegen eine Tierartzrechnung was zu unternehmen.

"eventuelle Mehrkosten"..., das steht in dem Kostenvoranschlag.

Ich weiß ja nicht, was der Veterinär noch während der OP für Probleme hatte, bzw. das Tier.

Infusionen, Blutübertragung oder Medikamente können auch gegeben worden sein. Du hast doch die Auflistung der einzelnen Posten. Darin steht doch, was alles gemacht worden ist.

Da du ja noch einen Termin hast, dann sprich doch in Ruhe mit dem TA und kläre mit diesem die Rechnung ab. Vielleicht einigt ihr euch auf Ratenzahlung.

Dem Hund wünsche ich gute Besserung!

Ich würde bei der Zuständigen Tierarztkammer anrufen und sich erkundigen, ob das rechten ist. Zahlen musst du zwar, aber nur unter Vorbehalt. Im Nachhinein ist es immer schwer abzuwägen, aber du kannst dein recht noch vor Gericht einklagen.

Bin gespannt, wie die Tierärtekammer das sieht. Vielleicht geht du in die Schlichtung? Wenn dir das Schlichtungsurteil nicht gefällt, kannst du immer noch vors Gericht. Tierarzt ist jedoch an den Schlichtungsspruch gebunden.

Ich vermute, dass die Ärztin dir den Preis alleine für die Amputation genannt hat, aber es wurden wohl zusätzliche Leistungen erbracht. Dann war aber die Auskunft im Vorhinein nicht ganz richtig.

Vielen dank für die hilfreiche Antwort. Ich denke auch dass sie einige kosten Vergessen hat zu erwähnen, eventuell hat sie mir den Preis auch ohne Mehrwertsteuer genannt?! Meines Wissens ist dies jedoch gar nicht zulässig, da ich Endverbraucher bin und mich ein Preis ohne Mehrwertsteuer ja gar nicht interessiert...ich bin mal Gespannt was ich heute für die nachbehandlung zahlen soll...

@LenaKM

Kann sein. Ich weiß es nicht, war doch nicht dabei. Allerdings sollte eine erahrene Medizinerin stets die Gesamtkosten nennen. Eine aussage diesbezüglich verstünde ich als ein eindeutiges "Angebot" oder vielleicht ein Scnäppchen.

Ein Behandlungsvertrag ist ein Vertrag über eine Dienstleistung und nicht über das Anstreichen einer Wohnung.

Der behandelnde Arzt schuldet dem tierischen Patienten nach dem Gesetz die fachlich gebotene und notwendige Behandlung. Und wenn die Behandlung in der Art erforderlich war, wirst du eben zahlen müssen. Oder du beweist das Gegenteil. MIt dem Mehrfachen an Gutachterkosten.

Ich konnte mir als Student übrigens keinen Hund leisten. Du brauchst hier nicht die Sozialstaatsjammerarie "Ich kann mir Luxusgüter nicht leisten" anzustimmen.

Das eine hat doch mit dem Andern nichts zu tun. Mir geht es darum, dass sich aus der Rechnung ergibt, dass absolute keine Komplikationen entstanden sind und ich somit davon ausgehen kann, dass mir anfangs ein völlig falscher Richtwert genannt worden ist! Oder siehst du das bei plötzlich 150 Euro Mehrkosten nicht so? Die Endsumme überschreitet die Summe in der Einverständniserklärung um fast 100% . Ich finde nicht dass man sowas so ohne weiteres hinnehmen muss.... Ich als Studentin kann mir den Hund leisten, habe die Rechnung auch bereits bezahlt. Darum geht es ja auch nicht. Aber zu verschenken habe ich nun mal auch nichts.

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