Tarifvertrag: Betrifft es ALLE Mitarbeiter in einem Unternehmen?

2 Antworten

Ein Haustarif ist ein tarif, den EINE Firma mit der Gewerkschaft aushandelt. Dies haben die großen Firmen (z.B. VW oder Mercedes).

Ein Flächentarif betrifft alle Firmen eine Branche, die Teil der Gewerkschaft sind.

Wenn eine Firma Teil der Gewerkschaft ist, muss sie meines Wissens nach ALLEN Angestellten den Tariflohn zahlen. Es gibt jedoch einige Firmen, die sich nur an die Tarife anlehnen (diese sind dann aber nicht Teil der Gewerkschaft). Firmen, die sich an Tarife anlehnen, steht es frei, welchen Lohn sie auszahlen, bzw. ob sie die tariflichen Erhöhungen tragen oder nicht.

Wenn eine Firma Teil der Gewerkschaft ist, muss sie meines Wissens nach ALLEN Angestellten den Tariflohn zahlen.

Muss sie nicht.

Tariflohn gilt nur für Tarifgebundene. D.h. den Arbeitgeber und das Gewerkschaftsmitglied.

Ausnahme: Der Tarifvertrag wurde für "Allgemeinverbindlich" erklärt. Was für einen "Haustarif" keinen Sinn machen würde.

@KHSchindelar

Stimmt, das hab ich vergessen. Der Tariflohn betrifft natürlich nur die Arbeitnehmer, die auch in der Gewerkschaft sind... Da vergesse ich doch einfach mal einen wichtigen Punkt :D Sorry

@KHSchindelar

Muss ich dann hier Mitglied der IG-Metall sein, um dann nach Tarif bezahlt zu werden?

@uniTalks

Ja, die IG-Metall ist - davon gehe ich aus - der Tarifpartner / die zuständige Gewerkschaft.

... außer der Arbeitgeber zahlt für alle nach Tarif. (Auch dafür kann es Gründe geben)

@KHSchindelar

"Ausnahme: Der Tarifvertrag wurde für "Allgemeinverbindlich" erklärt."

Und genau das machen sicher auch viele Betriebe, weil sie sonst Werung für die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft machen würden.

@PeterSchu

Selbstverständlich nicht, die haben kein Interesse daran.😚

AVE macht nicht der Arbeitgeber

Ja, es gibt AT-Verträge (Außertarifliche Verträge), die haben meist ein deutlich höheres Gehalt und andere Arbeitszeiten.

Gibt es auch AT-Verträge, die niedrigere Gehälter zahlen als der "normale" Tarifvertrag?

@uniTalks

Weiß ich nicht - erscheint mir aber nicht logisch, naja, wenn die Arbeitszeit z.B. viiiel niedriger ist... aber kenne ich nicht.

@uniTalks

nein, ein AT Vertrag darf den AN nicht schlechter stellen als er es ohne wäre - nur besser

@Sageichgleich

naja, wenn die Arbeitszeit niedriger ist, wird logischerweise weniger Lohn ausgezahlt. eine 50%-Kraft erhält nicht den Lohn  50%.

Da muss man den Stundenlohn betrachten. Ein Schichtarbeiter erhält genauso den Tariflohn wie die Sekretärin, aber wenn die Sekretärin "nur" 20 Stunden die Woche arbeitet, erhält sie selbstverständlich auch weniger Lohn als der Schichtarbeiter mit seinen 40 Stunden/Woche

Stimmt, und außertarifliche VErträge dürfen den AN NICHT schlechter stellen als er im Tarif wäre.

  • Beispiel: Tariflohn sind 15 Euro die Stunde.Möglich: ein AN erhält aus Grund X 20 Euro die Stunde.Nicht möglich: ein AN erhält aus Grund Y nur 10 Euro die Stunde. 
@DesiK9712
Stimmt, und außertarifliche VErträge dürfen den AN NICHT schlechter stellen als er im Tarif wäre.

Dem würde ich so nicht zustimmen.

Nichttarifgebundene Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf den (Haus)Tariflohn. Da ein Haustarif durchaus höher sein kann als der Ortsübliche/Branchenübliche Lohn, - ich kann mich auch irren - würde ich den Ortsüblichen / Branchenüblichen Lohn als "Mindestlohn" ansetzen wollen und nicht den nach dem Haustarif.

@DesiK9712

Hmm, ich blicke da nicht ganz durch.

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