Strafen früher und heute

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Ein gewaltiger Unterschied prinzipiell zwischen früher, wobei früher noch nicht so lange her ist und heute ist, dass heute keine körperlichen Bestrafungen sondern Strafen im Sinne von Einsperren oder Strafgeld zahlen die Regel sind. Bestrafung soll heute auch im gewissen Sinne der Besserung, de Einsehen des falsch gehandelten sein, deshalb wird im Jugendstrafrecht auch vielfach auf Haftstrafe verzichtet und dafür Sozialstunden, Arbeiten für das Gemeinwohl,verhängt. Aber auch Erwachsene können durchaus SOzialstunden bekommen. Früher wurde kein Unterschied in der Bestrafung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gemacht. Die Todesstrafe wurde abgeschafft,zumindestens hier in Deutchland.

Eine Strafe zur Abschreckung im MA war das an den Prranger stellen. Der Täter wurde öffentlich in ein Holzgestell auf dem Marktplatz eingepfercht, seine Taten wurden öffentlich verlesen,er wurde quasi vor der ganzen Stadt bloß gestellt. Die Stadt pder Dorfbewohnerdurften den dort festgesetzten nun nach Lust und Laune mit Straßendreck, Kot und anderen feinen Dingen bewerfen. Dies war nicht strafbar.

heute gibt es eine Säule in unserem Stadt, die für die Überwachung und Einhaltung unserer Gesetze zuständig ist, diese ist heute unabhängig von der Politik und der Kirche. Dadurch soll es zu einem fairen Gerichtsverfahren für alle kommen.

Heute gibt es Verteidiger, wer es sich nicht leisten kann, bekommt einen Pflichtverteidiger gestellt oder kann auf Prozeßkostenübernahme einen Antrag stellen. Auch damit sollen allen Angeklagten gleiche Chancen bei einer Verurteilung und entsprechend beim Strafmaß eingeräumt werden.

Zu den gängigen und möglichen Strafen des Mittelalters habe ich einen klasse LINK gefunden.WIrf mal einen Blick drauf, und schon beiden Namen "Verstümmelungsstrafe" wirst du merken, in welche Richtung die Dinge sich geändert haben

http://www.geschichtsforum.de/f51/strafen-im-mittelalter-3642/

Danke für das Sternchen :-))

Ich finde die Antwort ist nicht weitreichend genug. Warum gibt es denn "amnesty international". Man kann doch nicht nur von unseren Verhältnissen ausgehen, sondern muss das Unrecht in aller Welt sehen. Was ist denn das für ein Recht, wenn jemand 20 Jahre auf die Todesstrafe warten muss. Diese Strafe selbst ist mittelalterlich.

@Arkesilaos

Frage, warum hast du das dann nicht in epischer Breite und aller Ausführlichkeit in deiner Antwort eingebracht? Dein letzter Satz bei dir impliziert Wissen beim Fragenden., welches du als gegeben Voraus setzt. OK.Meine Antwort bezieht sich auf Mitteleuropa, bzw.die Gebiete, die heute Deutschland sind. Auch habe ich versucht, eine Wertungsfreie Antwort zu geben, also nicht die Form der Strafverfolgung als solches andiskutieren, sondern nur die Unterschiede auflisten bzw.erklären. Die Frage ging auch nicht in die von dir jetzt angestossene Richtung.. Es steht dir natürlich frei, in einem der GF Foren eine Diskussion zum Thema anzufangen. Deine Kritik möchte ich mal ausnahmsweise zurück weisen und meiner Verwunderung Ausdruck verleihen, wieso denn dann nicht deine Antwort anders ausgefallen ist .LG die merzhi

In Deutschland gab es die hohe und niedere Gerichtsbarkeit, welche von den Grundherren ausgeübt werden konnte. Wenn er die hohe innehatte, konnte er über Hals und Hand richten, also nach seinem Ermessen einem den kurzen Prozess machen und den oder den aufknüpfen oder aufs Schafott bringen. Diese Art wurde aber allmählich vom Landesherrn an sich gezogen. Zu Zeiten der Diktaturen wie in der Nazizeit waren die Menschen auch schnell im Gefängnis, wenn sie ein falsches Wort sagten. Noch früher gab es in den Sippenverbänden festgelegte Strafen. In der Sklavenhalterzeit waren die Sklaven so gut wie rechtlos, sie wurden zum Arbeiten gezwungen. Auch in Griechenland.. Auch heute gibt es noch finstere Rechtsverhältnisse auf der Welt, wo heute noch gesteinigt wird, die hand abgehauen wird usw. wirst du selber wissen.

Ich hab hier noch nen Uralt-Strafrechtskommentar von 1970. Körperverletzung war höchststrafe 3 Jahre (heute 5), gefährliche Körperverletzung Mindeststrafe 2 Monate (heute 6 Monate). Und den "Besonders schweren Fall" bei Vergewaltigung gab es früher nicht. Sachbeschädigung, Mord und Totschlag sind gleich geblieben.

Wichtig ist erstmal, zu wissen, wer überhaupt straft. Bei den alten Germanen und im frühen Mittelalter gab es ja z.B. keinen Staat, der überhaupt etwas tuen konnte. Hierbei gab es dann z.B. die Rache, wenn einer aus deiner Sippe getötet wurde, war der Rest verpflichtet, den Täter ebenfalls zu töten.

Freiheitsstrafen, die ja heute das Meiste ausmachen, gab es erst ab der frühen Neuzeit. Strafen waren früher eher Ehrstrafen (z.b. Pranger), Körperstrafen (Abhacken der Hand im Mittelalter für Diebe), Geldstrafen und die Todesstrafe.

Auch das Strafmaß hat sich sehr verändert, in vielen Städten stand z.B. auf Brandstiftung die Todesstrafe, da ja bei Strohdächern und Holzhäusern direkt ALLES abgebrannt ist.

Geh in ein mittelalterliches Museum mit Folterkammer und Du kannst deduktiv (ablesbar an den Gerätschaften) die Verfahren kennen lernen. Meist so anschaulich, dass man behördlich den Grundschulklassen den Besuch verwehrt. Ich habe ein Register in Reichweite, worin ich oft lese und Urteile aus/in unserer Region erfahre. Ab 1600 sind die Strafen einigermaßen "manierlich,angemessen, juristisch abgefedert d.h. mit Verteidigung". Was auffällt : Die Spurensuche, die Ermittlungen laufen nicht stramm bzw. stringent, einiges verflacht und geht verloren. Ich weiß, dass in anderen Regionen wesentlich härter verfolgt und bestraft wurde. Häufigste Vergehen = Diebstahl von Holz, Heu, Kartoffeln; Wildfrevel, Prügelei, Wegelagern, Plünderei, Feuerlegen, Nichterfüllung von Fron, Zehnt, Fuhren; Einbruch, Hausfriedensbruch, Kirchenschändung, Entfernen von Säuglingsleichen (nach verbotener Schwangerschaft),Prügel für Schwiegervater , Ungehorsam gegen Burgherr und /oder Geistlichkeit.---- So, nun noch ein Wort zu den Strafen in der Schule: Das war kläglich und menschlich gesehen eine Schande = Da gab es das Eselsbänkchen für die Jungen und das Kniebänkchen für die Mädchen, es gab Weidenstöcke in verschiedenen Längen (bis zu den Jungen in hinteren Reihen), Stöcke zum Versohlen auf Hinterpartie und Handflächen. Mancher Lehrer entwickelte eine Meisterschaft im Platzieren von Bachpfeifen und rhythmisch klingenden Kopfnüssen. Genauso schlimm waren die verbalen Demütigungen. Durch Jahrhunderte blieben die Eltern tatenlos - auch ratlos, weil die Geistlichkeit sich nicht distanzieren wollte. --- Rühme Dich in Deinem Referat der heutigen Zeiten!

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