Steuerschätzung Kleingewerbe?

4 Antworten

Na, das ist schon seltsam das du keine Post vom Finanzamt bekommen hast. Du hättest dich auf jeden fall beim Finanzamt anmelden müssen. Es gibt da aber noch eine Regelung , dass man bei unter 410 Euro Gewinn aus der Nebentätigkeit keine Steuern zahlen musst; vielleicht kannst du dich im Ernstfall damit rausreden. Ansonsten würde ich das Gewerbe abmelden, in der Hoffnung, das keiner was merkt.

Wenn du dabei nie irgendetwas verdient hast oder sowas hättest du eigentlich Einnahmenüberschussrechnungen abgeben müssen, doch im Endeffekt kommt nichts dabei raus, denn deine Einnahmen waren ja 0. Melde das Gewerbe ab und gut ist.

Sollte das Finanzamt doch noch auf die Idee kommen dir einen Schätzungsbescheid zu schicken (was sie vermutlich nicht tun, denn es gibt ja keine Grundlage, auf der sie schätzen könnten), dann schickst du ihnen eine ausgefüllte EÜR für das entsprechende Jahr, aus der dann hervorgeht, dass du wie gesagt nichts gemacht hast.

Zwangsgelder können sie dir auch schlecht anhängen, das müssten sie alles erst androhen etc. Verspätungszuschläge können anfallen, doch die bemessen sich anhand der Steuer und die ganze Aktion ist ja ohnehin ziemlich lächerlich, eben weil du noch nie Einnahmen aus der ganzen Geschichte hattest, von Einkünften ganz zu schweigen.

Sehr gewagte Einschätzung. Aber das Gewerbe sollte er schleunigst abmelden.

@NonNam

Sehr gewagt ist, denke ich, relativ. In diesem Falle eigentlich nicht. Das einzige, was er nicht getan hat wäre eine EÜR abzugeben. Ein dahingehender Verspätungszuschlag ist eher unwahrscheinlich, alles weitere kann man schlicht nicht ansetzen und von einer Schätzung wüsste er bereits.

Nachträglich schätzen könnte das Finanzamt ggf. doch auch da kann er Einspruch einlegen und die Erklärungen nachreichen.

@BeviBaby

Er war verpflichtet jedes Jahr die Steuererklärung abzugeben. Die hätte er nur mit 0,- Euro ausfüllen müssen. Eine Freundin, die in ähnlicher Situation war, bekam gerade für 2017 einen Verspätungszuschlag von 1500 Euronen und die für die Folgejahre werden folgen. Ansonsten hat das FA das Einkommen nicht gerade zu ihren Gunsten geschätzt.

@NonNam

Das mag sein. Doch gegen eine Schätzung sollte man Einspruch einlegen und die Unterlagen nachreichen. Dann muss der betreffende Bescheid im Rahmen des Einspruchsverfahren auch geändert werden. Die Verspätungszuschläge können in diesen Fällen erlassen werden, was auch häufig geschieht.

Abgesehen davon kommen mir 1500 Euro für eine Einkommensteuererklärung in diesem Falle relativ hoch vor. Verspätungszuschläge werden angesetzt, ab dem Zeitpunkt, da die Steuererklärung wirklich verspätet ist. Einkommensteuererklärungen sind bis zum 31. Juli eingereicht werden, damals war es, okay, noch der 31 Mai, nach Entstehung der Steuer d.h. Ablauf des VZ in dem die Steuer entstanden ist. Für 2017 wären wir dann bei Mai 2018.

Ich gehe mal davon aus, dass der Bescheid von Ende 2020 ist. Das wäre dann Mai 18 bis meinetwegen Dezember 20. Damit hätten wir 31 Monate. Der Verspätungszuschlag, wenn man ihn denn unbedingt erheben will wäre soweit ich weiß ein gewisser Prozentsatz der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 € pro Monat der Säumnis also ab Beginn Juli 18 bis Dezember 20. Wenn man das entsprechend nachrechnet kommt man 775 €. Gut, ich kann mich verrechnet haben so um kurz nach Mitternacht, doch das doppelte ist es hierbei schonmal nicht.

Das ergibt sich nur, wenn die Freundin tatsächlich eine entsprechende Steuererhöhung hat, die bei der Berechnung zugrundegelegt wird. Die ist dann vermutlich durch die Schätzung aufgelaufen und die Schätzung kann man entsprechend durch Einspruch anfechten, wenn die Einspruchsfrist noch nicht abgelaufen ist.

Wenn die Einspruchsfrist bereits abgelaufen ist, würde ich trotzdem mal beim Finanzamt vorsprechen und eine Änderung beantragen. Viele Finanzämter nehmen bei ihren Schätzungen den Vorbehalt der Nachprüfung nicht raus, was umfassende Korrekturmöglichkeiten bietet.

Du kannst bei der Gemeinde kein "Kleingewerbe" angemeldet haben, weil es das dort gar nicht gibt.

Aber wenn du das Gewerbe tatsächlich nie ausgeübt hast, dann würde ich es schnellstens rückwirkend ab dem Tag der Anmeldung wieder abmelden. Kann dich höchsten ein Bußgeld wegen Verspätung (ca. 100 €) kosten. Dafür musst du keine Steuererklärungen nachreichen, weil das Gewerbe ja nie bestanden hat.

Soweit ich weiß ist es vollkommen egal, solange du kein Geld damit verdienst. Kannst ja mal mit anderem Namen dort anrufen und mal so ganz beiläufig fragen beim Finanzamt

Das Finanzamt gibt grundsätzlich keine allgemeinen Auskünfte. Ohne zu wissen mit wem er spricht wird der Finanzbeamte auch sicher nicht dazu raten, jetzt erst mal nichts zu unternehmen.

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