Steuerrecht und Wirtschaftsrecht ähnliches Studium/Ausbildung?

4 Antworten

Steuerrecht und Wirtschaftsrecht sind Teil des gesamten Rechtssystems. An Unis studierst Du daher Rechtswissenschaft mit der beschränkten Möglichkeit, im Studium gewisse Vertiefungsfächer zu wählen. Studiengänge, die primär nur Wirtschaftsrecht oder Steuerrecht behandeln, gibt es vor allem an Fachhochschulen (Steuerrecht bei beamteninternen Fachhochschulen). Du wirst dann aber kein (Voll-)Jurist und kannst auch keinen der klassischen juristischen Berufe (Rechtsanwalt, Richter, Staatsanwalt, Verwaltungsjurist) ausüben.

Woher ich das weiß:Beruf – Habe mein ganzes Berufsleben in Hochschulen gearbeitet

Wirtschaftsrecht ist zB an der Uni häufig sehr ähnlich wie Jura. Allerdings nicht ganz so streng wenn es um Klausuren geht.

Hast Du denn ein Berufsziel oder Berufswunsch?

Jetzt gibst Du an Finanzwirt zu sein. Das sagt nicht viel. Bist Du Dipl.-Finanzwirt (FH) oder (bbw) oder hast Du eine finanzamtsinterne Lehrausbildung für den mittleren Dienst gemacht?

In jedem Falle mußt Du aber schon eine abgeschlossene Ausbildung haben, wenn Du bereits beim FA arbeitest. Das ist insoweit wichtig, denn Du mußt wissen was Du willst. Wenn Du zB 10 Jahre beim FA gearbeitet hast, kannst Du auch die Steuerberaterprüfung machen. Wenn Du Volljurist bist, also 1. und 2. Staatsexamen bestanden hast, kannst Du Dich als Rechtsanwalt niederlassen und auch als Steuerberater ohne weitere Prüfung arbeiten. Oder willst Du nur dem Finanzamtsfluren entfliehen? Wäre sehr verständlich, ist aber für Deine weitere Motivation wichtig.

In jedem Falle vergiß das mit den Büchern, gleichen Aussehen und all das. Das ist – sorry – statisches Beamtendenken. Denn Du könntest Dir alle Gesetze im Internet herunterladen, selbst ausdrucken, dann sehen die nicht mehr wie die Beckschen Texte aus, haben aber denselben Inhalt. Beck wird nur am häufigsten gekauft, hat jedoch mit dem Studium nichts, aber überhaupt nichts zu tun. Also vergiß alle formalen Äußerlichkeiten. Das hat alles mit einem Studium nichts zu tun.

Also wenn Du die allgemeine Hochschulreife (und nicht eine fachspezifische) hast, kannst Du Jura - Rechtswissenschaften - studieren. Für die juristische Arbeit als RA oder Richter, etc. benötigst Du das das 1. und 2. Staatsexamen. Punkt – fertig. Alle anderen juristischen Ausbildungen sind Schmalspurausbildungen. Diese würde ich nicht machen. Da kannst Du auch beim Finanzamt bleiben und Dich dort weiterbilden, zB bei der betrieblichen Außenprüfung. Immerhin bekommst Du dann immer auch eine Bezahlung, selbst wenn diese Dir als niedrig erscheint, aber nur Spitzenanwälte verdienen Spitzengehälter. Das solltest Du nicht übersehen. Also wenn Du das FA verläßt ist das ein großer Sprung und Du solltest deshalb dann die Chance voll nutzen. Denn als Volljuristin kannst Du auch Leiterin eines Finanzamtes werden. :-)

Das Steuerrecht wie das Wirtschaftsrecht (für mich ist das Gesellschaftsrecht für die Privatwirtschaft, also HGB, AktG, GmbHG, etc.) sind Teilgebiete von Jura. Es liegt an Dir ob Du diese während Deiner Studienzeit auch als Fach belegst und studierst. Jura bietet (wie viele andere klassische Studiengänge zB Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen) ein sehr umfangreiches Angebot aus welchem Du nach dem Grundstudium auswählen und Dich spezialisieren kannst. Der Begriff Wirtschaftsrecht wird in unterschiedlicher Art und Weise benutzt. Dazu lies bitte in Wikipedia nach. Dort wird versucht den Begriff entsprechend einzuordnen.

Auch in der Finanzamtslaufbahn werdet Ihr doch mit Handelsrecht und bürgerlichem Recht, also Vertragsrecht gearbeitet haben!? Weil sonst ist ja eigentlich eine korrekte Anwendung des Steuerrechtes gar nicht möglich.

An der Uni arbeitet man auch eigentlich nicht mit Schulbüchern. Dort soll man lernen auf Fragen Antworten zu finden. Das wäre mit Schulbüchern widersinnig.

Dabei geht es um die Rechtsauslegung. Im Regelfall sollte da die herrschende Rechtsauffassung als Grundlage für die Lehre verwendet werden. Dazu kann man sicher Kommentare dazu ziehen, sicher wird aber niemand als Student die gängigen Kommentare oder die entsprechenden Datenbankzugänge haben.

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