Steuererklärung im Trennungsjahr. Gemeinsame Veranlagung?

4 Antworten

Hallo!

Dein Problem kommt sehr oft vor. Wenn sich die Ehegatten einig sind, eine gemeinsame Steuererklärung abgeben zu wollen, legt auch das Finanzamt keine Steine in den Weg. Letzlich wird es auch als Trennung auf Probe angesehen, wenn sich Ehegatten trennen und vielleicht noch über eine Gemeinsamkeit nachdenken müssen. Diese Auszeit wird daher vom Finanzamt anerkannt. Nur in Fällen, in denen keine Gemeinsamkeit mehr anzunehmen ist fallen hierbei durch.

Daher ist die Entscheidung zur Steuerklassenwahl 1/1 nochmals zu überdenken, insbesondere bei Trennung und freiwilligen Unterhalt.

Du könntest aber auch die getrennte Veranlagung wählen und den Sonderausgabenabzug für den Unterhalt beantragen, wenn dies steuerlich günstiger ist und die Ehefrau länger als 1/2 Jahr getrennt lebt.

Letztlich prüft das Finanzamt ohnehin die Steuererklärung, um festzustellen welche Veranlagungsform zulässig ist.

Ich denke nicht dass du diese Geld irgendwie verbuchen kannst, ihr wart (Seid) Eheleute und wenn ihre euch gegenseitig Geld überweist dann ist das nichts für was eine steuerliche Verbesserung deiner Situation herhalten kann. Das kannst du vielleicht ansetzten, wenn ihr eine Doppelte Haushaltsführung hättet oder ähnliches.

Ihr könnt eine gemeinsame Veranlagung durchführen und es ist schon einmal sehr positiv, daß Ihr Euch beide einig seid - oft verweigert ein Ehegatte die gemeinsame Veranlagung und dann wird es schwierig und aufwendig...


Grundsätzlich ist es so, daß der schlechtergestellte Ehegatte einen Ausgleichsanspruch hat - das ist aber grundsätzlich ein zivilrechtlicher Anspruch und diesen habt ihr ja einvernehmlich geklärt. Diese bisherigen geleisteten Zahlungen sind bei der Steuererklärung nicht anzugeben.

Klar macht das Sinn, das ist die sog. Anlage U.

Frage ´mal beim Finanzamt nach.

MfG

RA Hakes

Sie geben ja eine gemeinsame Veranlagung ab; die Anlage U würde nur bei einer getrennten Veranlagung wirksam sein, denn nur wenn die Ehefrau die Unterhaltszahlungen versteuert kann der Fragesteller diese als Sonderausgaben geltend machen - aber diese Steuerbelastung müsste der Ehemann wieder ausgleichen...

Hier haben wir ja nur das Problem, daß z. B. eine Steuerrückerstattung angemessen aufgeteilt werden müsste - das haben sie aber schon weitgehend durch vereinbarte Ausgleichszahlungen wegen des höheren Lohnsteuerabzuges bei Steuerklasse V einvernehmlich geregelt...

Die Antwort ist leider nicht ganz richtig! Die Steuererklärung ist widersprüchlich, wenn man die geinsame Veranlagung beantragt aber gleichzeitig den Sonderausgabenabzug für den Ehegattenunterhalt beantragt.

In solchen Fällen wird entweder Rücksprache erforderlich sein oder es wird anhand des Falls eine Günstigerprüfung von amtswegen stattfinden.

Letztlich kann man immer noch im Einspruchsverfahren eine Änderung bewirken, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.

Gruß

Steueragent_haribo

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