Steuererklärung bei Insolvenz des Partners

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Wenn Sie verheiratet sind können Sie zwischen der Zusammenveranlagung und der getrennten Veranlagung wählen. Im Jahr der Eheschließung gibt es auch noch die sog. besondere Veranlagung, was einer Einzelveranlagung gleichkommt.

Das Insolvenzverfahren Ihrer künftigen Ehefrau ändert daran gar nichts. Insbesondere befindet sie sich ja schon in der Wohlverhaltensphase. Damit gibt es keinen Insolvenzverwalter mehr, der die Hand aufhalten könnte.  Nur noch einen Treuhänder, der die abzuführenden Beträge einsammelt. Steuererstattungen gehören nicht dazu und gehen ihn nix an. Insbesondere nicht die, die dem Ehegatten zustehen. Interessant wäre das nur, wenn das Insolvenzverfahren noch nicht aufgehoben wäre. Vgl. dazu:

http://insolvenzbesteuerung.de/index.php?option=com_content&view=article&id=13:zusammenveranlagung-in-der-insolvenz&catid=3:steuerrecht&Itemid=4

Sie können also getrost die Zusammenveranlagung wählen. Da Ihre Frau nur ein geringes Einkommen hat, ist dies mit Sicherheit auch günstiger und wird zu einer Steuererstattung führen. Davon muß nichts an den Treuhänder abgeführt werden.

Die Steuerklassen spielen im Rahmen der Steuererklärung übrigens keine Rolle. Sondern nur für den Lohnsteuerabzug während des Jahres. Da Ihre Frau freiberuflich tätig ist, kommt nach der Heirat für Sie nur noch Steuerklasse 3 in Betracht. D.h., von Ihrem Gehalt wird dann weniger Lohnsteuer einbehalten.  Auf das Insolvenzverfahren Ihrer Frau hat das ebenfalls keinen Einfluss.

Vorsicht,

wir hatten das Problem, dass das, was an Steuerrückzahlungen da war, an den Insolvenzverwalter ging.

Wenn ihr jetzt zusammen drin sitzt, und Du was zurück bekommen würdest, dann geht das auch an den Insolvenzverwalter. Also wenn ihr gemeinsam veranlagt.
Ich würde das Jahr noch getrennt machen.

Oder ihr fragt beim Insolvenzverwalter nach, ob sie noch abtreten muss.

Wir müssen es seid einem Jahr nicht mehr und konnten somit dieses Jahr (also eigendlich letztes) gemeinsam veranlagen.

Fragt beim IV nach, ansonsten hält der wirklich die Hand auf.

DAs mit deinem Gehalt, täusch Dich nicht.

Wir hatten dieses Problem

Erst hieß es, ich hab nix damit zu tun und dann musste ich meine Einkünfte offen legen.

Und zwar gehts dann um die Bearbeitungsgebür von xyz Euro.

Die holen sie sich nämlich dann von Dir.

Hab ich es richtig verstanden, Du Steuerklasse III und sie V ?

Wobei ich da auch nochmal am Insolvenzgericht fragen würde, bevor sie ihr Absich unterstellen, dass sie noch weniger zum abtreten hat.

 

Das ist größtenteils schlicht falsch. Bei Zusammenveranlagung wird eine Erstattung im Verhältnis der geleisteten Vorauszahlungen aufgeteilt: http://insolvenzbesteuerung.de/index.php?option=com_content&view=article&id=16:steuerzahlungen-bei-zusammenveranlagung&catid=3:steuerrecht&Itemid

Wenn die künftige Ehefrau keine Steuern gezahlt hat, dann steht der Erstattungsanspruch ausschließlich dem Ehemann zu. Bei getrennter Veranlagung würde der einen Haufen Geld herschenken.

Richtig ist, dass der Ehemann durch die Zusammenveranlagung ggü. dem Insolvenzverwalter seine Einkünfte offenlegen muss. In Hinblick auf die Steuererstattung wird dies zu verschmerzen sein.

@Garin

Ich haben den IV und den Steuerberater gefragt.

Uns wurde von beiden geraten (was ich beim IV schon komisch fand),

zu warten, bis wir nichts mehr abtreten mussten.

Vielleicht lags auch daran, dass wir beide in etwa gleich viel verdient haben.

Aber bei uns wurde nie im Steuerbescheid dieses getrennt angegeben, immer nur eine gemeinsame Steuerrückzahlung.

Die ersten 4 Jahre wurde alles zum IV weiter gegeben und das 5. Jahr waren wir dann frei von Abgaben und dann haben wir geheiratet und mit Absprache gemeinsam veranlagt.

Vorher wurde uns von beiden Seiten davon abgeraten.

 

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