Steuererklärung (2011) rückwirkend korrigieren?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein, wenn die Vorläufigkeit sich nicht auf die Werbungskosten bezieht, kann man das nciht mehr ändern, der Bescheid ist Bestandskräftig.

Sind es einfach vergessene Belege, oder warum fehlten die Ausgaben in der Erklärung?

Die Änderungsvorschriften für Rechtskräftige Bescheide beschränken sich auf ganz wenige Fälle. Nachreichen von Ausgaben, die man vergessen hat, zählen nicht dazu.

Danke für die Antwort!

Es handelt sich um folgenden Fall:
Bis September 2011 war ich als Arbeitnehmer beschäftigt. Ab September / Oktober als Student bis Anfang 2015. Nun habe ich gehört, dass ich Werbungskosten wie z.B. Fahrtkosten, Semesterbeiträge und Arbeitsutensilien (wie z.B. Computer) absetzen kann.

Zu dem Zeitpunkt wusste ich das nicht. Ohnehin habe ich die Erklärung über den Lohnsteuerhilfen abwickeln lassen damals. Die haben es anscheinend auch nicht berücksichtigt.

@DaliKlick87

Aber die Kosten aus 2012,2013, 2014 gehen noch, oder wurden für die Jahre schon die Erklärungen abgegeben und veranlagt.

Da kann man auf jeden Fall die Verluste feststellen und auf 2015 vortragen.

die Vorläufigkeitsvermerke, welche das Finanzamt im Bescheid aufführt und die zur teilweisen Vorläufigkeit fürhen, gehen auf div. Prozesse vor den Finanzgerichten / BFH zurück, hier sind Urteile zu erwarten, die u.U. zu Gunsten der Steuerpflichtigen ausfallen, dann würden die Bescheide rückwirkend geändert.

Vergessene Werbungskosten (und um diese dürfte es hier gehen ....) sind von der Vorläufigkeit NICHT betroffen.

Hier greift auch keine andere Vorschrift aus der AO (insbes. § 173 AO neue Tatsachen). Die Tatsache der Werbungskosten ist zwar eigentlich neu, aber bei sorgfältigem Lesen der Anleitung bzw. der Anlage wäre zu erkennen gewesen, dass die Kosten ansetzbar sind. Somit scheidet die neue Tatsache aus, da bei § 173 AO auch Voraussetzung ist, dass den Steuerpflichtigen KEIN grobes Verschulden trifft. Und wer diese vergißt bzw. nicht weiß, dass die Kosten ansetzbar sind, den trifft ein grobes Verschulden (hierzu gibt es meines Wissens bereits einschlägige Urteile ...)

Der Bescheid 2011 ist somit Fort Knox-sicher bestandskräftig (bis auf die oben erwähnten vorläufige Festsetzung ...)

Völlig richtig, wie auch der Beitrag von "wfwbinder"!!!

Es gäbe nur eine kleine Chance, wenn es sich um Werbungskosten handeln würde, die weder im Formular der Steuererklärung noch in der Anleitung ausdrücklich erwähnt werden.

Dann läge kein grobes Verschulden des Steuerpflichtigen vor, wenn er diese aus Unkenntnis nicht angegeben hat.

Das ist aber die sehr seltene Ausnahme...

@DerSchopenhauer

ist richtig.

nur ich bezweifle, dass es sich um diese Art der WK handelt ...

da der Fragesteller weis, dass es WK sind ...

und woher sollte er es sonst wissen?

@wurzlsepp668

Ist schon klar - war auch nur eine kleine Ergänzung für den Fall der Fälle - von gewissen "exotischen" Werbungskosten kann man auch erst später erfahren - hier werden aber, wie Du vermutest, die üblichen Werbungskosten einfach vergessen worden sein...

@DerSchopenhauer

Danke für die Antwort!

Es handelt sich um folgenden Fall: Bis September 2011 war ich als Arbeitnehmer beschäftigt. Ab September / Oktober als Student bis Anfang 2015. Nun habe ich gehört, dass ich Werbungskosten wie z.B. Fahrtkosten, Semesterbeiträge und Arbeitsutensilien (wie z.B. Computer) absetzen kann.

Zu dem Zeitpunkt wusste ich das nicht. Ohnehin habe ich die Erklärung über den Lohnsteuerhilfen abwickeln lassen damals. Die haben es anscheinend auch nicht berücksichtigt.

@DerSchopenhauer

Danke für die Antwort!

Es handelt sich um folgenden Fall: Bis September 2011 war ich als
Arbeitnehmer beschäftigt. Ab September / Oktober als Student bis Anfang 2015. Nun habe ich gehört, dass ich Werbungskosten wie z.B. Fahrtkosten,Semesterbeiträge und Arbeitsutensilien (wie z.B. Computer) absetzen kann.

Zu dem Zeitpunkt wusste ich das nicht. Ohnehin habe ich die Erklärungüber den Lohnsteuerhilfen abwickeln lassen damals. Die haben es anscheinend auch nicht berücksichtigt.

@DaliKlick87

Die Studienkosten sind in diesem Falle Werbungskosten.

da es aber einen Bescheid 2011 gibt, ist m.M.n. KEINE Möglichkeit, diese noch zu berücksichtigen, da es positive Einkünfte gibt. Ein Antrag auf Verlustvortrag dürfte scheitern, da für das Jahr 2011 bereits ein Bescheid mit positiven Einkünften vorhanden ist.

Steuerberater

und was soll der machen?

teilweise vorläufig sind die Bescheide wegen div. zu erwartenden Urteilen.

ich sehe KEINE Möglichkeit, den Bescheid zu ändern.

Na über den Steuerberater

@Kathy1601

nochmal: der Bescheid ist zementiert ....

ich (und auch Kollege @wfwbinder) sehen KEINE Möglichkeit, den Bescheid wieder "aufzumachen"

was solle in Steuerberater bringen, außer dass er (nicht wenig ....) Geld kostet?

Einspruch

@Kathy1601

der Bescheid ist bereits seit längerer Zeit Bestandskräftig.

Da kannst Du Einspruch einlegen wie Du willst, der wird abgeleht ...

da nicht zulässig

Mit Verlaub, aber so eine Antwort zeugt von beschränkter Denkfähigkeit.

@tt290

@tt290: ich gehe davon aus, dass ich nicht gemeint bin ....

@wurzlsepp668

Natürlich warst du nicht gemeint wurzlsepp668, deine Antwort war vollkommen richtig. Ich meinte Kathy1601, die von Bestandskraft von Bescheiden scheinbar noch nichts gehört hat. Aber vielleicht hilft ja ein Einspruch von einem Steuerberater, der sich gegen die Bestandskraft wendet.... Schönen Abend!

Macht was ihr wollt

Viel Glück

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