Steuerbescheid Finanzamt sehr spät, bei Nachzahlung trotzdem Zinsen zahlen?

3 Antworten

Schau auf das Datum vom Steuerbescheid. Hat der Computerausdruck ein Dezemberdatum, oder ist das alte Datum mit einem Stempelaufdruck verändert worden? Wenn der Computerausdruck ein Dezemberdatum hat, solltest Du nichts dagegen unternehmen. Denn die Nachzahlungszinsen betragen 6 % jährlich, und das dürfte weniger sein als der Kontolorrentzinssatz. Und es gibt auch die andere Seite: Bei einer Erstattung gibt es unter den gleichen Voraussetzungen Erstattungszinsen.

Nein, für Fehler des Finanzamts durch die Zustellungsverzögerung bist nicht du verantwortlich. Falls das Finanzamt nicht selbst einlenkt, empfehle ich Einspruch einzulegen.

Weiß allerdings nicht, wie es mit deiner Beweisführung aussieht. - Hoffentlich hast du den Briefumschlag des Bescheids noch mit lesbarem Versendedatum, denn der Bescheid hat ja sicher ein älteres Datum. Sonst wird's eng.

Könnte es nicht auch sein, dass du deine Steuererklärung für 2009 schon zu spät eingereicht hast und dafür die Zinsbelastung entstanden ist? - Wir schreiben jetzt fast 2012. Dann nämlich wäre die Zinsbelastung berechtigt.

Bist Du Dir sicher, dass der Bescheid ein halbes Jahr beim Finanzamt lag und nicht vielleicht doch die unbearbeitetete Steuererklärung? Welches Datum hat der Bescheid? Für welchen Zeitraum wurden Zinsen berechnet? Für April bis November 2011 oder nur bis Mai 2011?

Die Festsetzung von Zinsen ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, denn sie ist gesetzlich geregelt in § 233a AO. Dabei ist es unerheblich, wer der Schuldige ist. Das Finanzamt ist zudem nicht nur zur Festsetzung von Nachzahlungszinsen verpflichtet sondern auch von Erstattungszinsen. Auf die Bearbeitungsdauer der Erklärung kommt es dabei überhaupt nicht an.

Beachte, dass man Dir auch die Frage stellen könnte, warum Du Dir für die Einreichung Deiner Steuererklärung für 2009 über ein Jahr Zeit gelassen hast (das Finanzamt brauchte nur ein halbes Jahr)? Und was hat Dich eigentlich daran gehindert, Deine Steuernachzahlung nicht früher zu entrichten? Man kann auch freiwillig zahlen und dadurch der Zinszahlung entgehen (Billigkeitsregelung).

Du siehst also, man kann den "Spieß" auch umdrehen. Die Erfolgsaussichten eines EInspruches, der Dir natürlich freisteht, stufe ich als gering (gegen Null) ein.

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