Staatsverschuldung notwendig/gefährlich

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Die Notwendigkeit: Da alles vorhandene Geld aus Schulden besteht, muss irgendwer Schulden machen. Ohne Schulden - kein Geld.

Die Gefährlichkeit: Solche Art von Schulden können nie zurückbezahlt werden, weil sich Schuldgeld durch den Zins selbst vermehrt, dieses Geld aber nicht im System vorhanden ist, weshalb sich der ebenso nicht bezahlbare Zinseszins einstellt.

Das Unmoralische: Es ist sehr unedel etwas (Zins) zu fordern, was gar nicht im System sein kann. Unser Schuldgeldsystem mit Nachschuldnerzwang ist eine ganz betrügerische Falle.

Skuril und falsch.

@EichWolf

EichWolf: "Skuril und falsch" sind a bissal wenig Argumente, ich hingegen kann meine Aussagen beweisend begründen. Die Geldschöpfung ist nichts weiter als eine Bilanzverlängerung durch doppelte Buchführung, wo der Zins entsteht, ohne dass dafür schon ein Schuldner gefunden wurde, der dieses zusätzlich nötige Geld, welches wiederum verzinst ist, aufnimmt und besichert. Darum müssen sich die Staaten als Schuldner einbringen, weil sonst die exponentiell steigende Geldmenge nicht nachgereicht werden kann. Die Staatsverschuldung steigt in die Unendlichkeit, bis es eben kracht.

@Zeitwort

Sorry, aber daß Geld aus Schulden besteht ist ein solcher Schmarren, da muß man nichts mehr erklären. Oder bezahlst Du Deine Einkäufe mit Schulden?

Was Du meinst ist die Giralgeldschöpfung (Sekundärgeld) der Banken durch Kreditvergabe. Aber darüber solltest Du Dich selbst informieren. Mit unserem echten Bargeld (Primärgeld), welches in Banknoten vorliegt, hat es nur teilweise zu tun. Es gibt dafür in der VWL einen extra Bereich, der nennt sich Geldtheorie.

Staatsverschuldung ist nicht per se negativ. Einmal ist der Staat schon lange kein "Nachtwächterstaat" mehr, der ausschließlich Hohheitsaufgaben wie Verteidigung, Rechtsprechung und Verwaltung erledigt, rein konsumptive Aufgaben, zu deren Finanzierung er Steuern erhebt. Ein moderner Staat investiert auch in Infrastruktur von Verkehrswegen, von Gesundheit und Bildung und anderen zukunfstorientieren Aufgaben, wozu er die Finanzierung auf die Nutzungsdauer anlegen kann. Das Problem ist die Abgrenzung, was als Investition zu werten ist und was als Verbrauch. Doch selbst für den Verbrauch kann der Staat große Ausgaben über Kredite finanzieren, wenn Zins und Tilgung in den Haushalt passen und keine Kumulierung anstoßen, die irgendwann künftigen Bürgern die finanziellen Handlungsspielräume verengt. Solange in einer mittelfristigen Betrachtung Wachstum der Wirtschaft immer höher ist als Wachstum der Staatsschulden, schöpft der Staat die Wachstumsgewinne nicht alleine ab. Ziel sollte jedoch immer sein, konsumverursachte Staatsverschuldung zurückzuführen.

Staatsverschuldung im oben beschriebenen Rahmen sind für die Finanzwirtschaft als Basisanlagen mit geringem Risiko wichtig, sodass immer möglich ist, Vermögen nicht ausschließlich risikobehaftet anzulegen, z.B. für Vereine, Kirchen, Rentner und auch Sparkassen oder Banken und Versicherungen. Im Moment haben wir das Problem, dass "sichere" Papiere, wie deutsche Anleihen, fast keinen Zins bringen und die Anleihen, die Zins bringen, hochrisikobehaftet sind. Das bringt große Unruhe in den Kapitalmarkt und verringert die Ambitionen millionenfacher kleiner Sparer. Deren Sparen ist aber als Fundament für "solide" Kreditvergabe wichtig, weil das vor allem mittelständische Betriebe nicht in hochspekulative Finanzierungsmodelle abdrängt. Ein solides Finanzgebaren der Staaten, besonders der USA aber auch in Europa ist die Grundlage dafür, dass Spekulationen nicht in den Himmel schießen.

Betriebswirtschaftlich ist es durchaus sinnvoll, langfristige Investitionen über Kredite auch über dei gesamte Nutzungsaduer zu verteilen. So ist es nicht sinnvoll, z.B. eine Straße mit 25 Jahren Nutzungsdauer auf einmal zu bezahlen und somit den Steuerzahler aktuell damit zu belasten, und zukünftige Autofahrer quasi gratis darauf fahren zu lassen, ohne dass deren Steuern für den Bau aufgewendet worden wären...

staatsverschuldung ist eigentlich nur dann gefährlich wenn keine aussicht mehr auf tilgung besteht.

ist eigentlich bei uns der fall, da wir absolut überaltern und die zuwanderer wohl nicht im geringsten dazu beitragen können das auszugleichen.

also werden sich die banken wohl irgendwann an das privatvermögenb der leute machen, weil letzten endes das volk dafür haftet, dass unser guter staat beispielsweise noch bis 2010 reperationszahlungen aus dem ersten weltkrieg gezahlt hat, oder wirtschaftsmächten wie china entwicklungshilfen spendiert.

aber brauch dich, wie alle anderen auch nicht kümmern, wird ja erst deine enkel treffen...

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