Sonderzahlung Abzüge über 50%?

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Ganz grob.

In die Steuertabelle ist für jede Person ein Grundfreibetrag (Existenz-minimum)eingearbeitet, von dem keine Steuer berechnet wird.

Jede Zahlung, die obendrauf kommt (Sonderzahlungen wie Urlaubs- Weihnachtsgeld usw) erhält keinen "zusätzlichen" Freibetrag, d.h. sie fließen vollständig in die Steuerberechnung ein.

Die Steuerprogression übergehe ich einfach mal.

Als Hinweis:

Wie hoch ist das Existenzminimum?

Der Staat geht 2018 davon aus, dass Singles 9.000 Euro im Jahr brauchen, um das Existenzminimum zu sichern – also 750 Euro pro Monat. Ehepaaren steht der doppelte Betrag in Höhe von 18.000 Euro zur Verfügung. Damit auch wirklich jeder Deutsche dieses Geld sicher hat, gibt es den sogenannten Grundfreibetrag.

D. h. wenn ich 30.000 € Brutto / Jahr verdiene werden davon 9000 € abgezogen und daraus ergibt sich ein zu versteuerndes Einkommen von 21.000 €?

@wopperdoppler

Mehr oder weniger. Dieser Grundfreibetrag ist bereits in die Steuertabelle eingearbeitet, d.h. Du liest die Steuer von Deinen 30.000 € ab. Dein zu versteuerndes Einkommen bleibt in Deiner Höhe (von Werbungskosten usw. abgesehen). Der Grundfreibetrag, so wie Du dies fragst wäre ansonsten ja doppelt, einmal in die Steuertabelle eingearbeitet und ein weiteres Mal als manueller Abzug.

Das geht nicht.

@KHSchindelar

Hmm dann wäre es doch sinnvoll auf jegliche Sonderzahlungen zu verzichten und diese in den "normalen" Jahresverdienst einzufügen? Ich hab so viele Sonderzahlungen (die 17€ waren nur ein bsp.) - das lohnt sich schon fast gar nicht

@wopperdoppler

Spätestens am Jahresende gleicht sich alles wieder aus.

Wenn die Sonderzahlung mehr als 300 € beträgt, wird diese auf Jahresbasis versteuert. d.h. erhältst Du im Juni eine Sonderzahlung in Höhe 600 €, erfolgt die Berechnung so als hättest Du monatlich 100€ als Sonderzahlung erhalten. Die monatliche Diff. wird dann mit der Anzahl der Monate multipliziert (im Beispiel *6).

Je später die Sonderzahlung erfolgt (z.B. im Nov.) umso genauer wird so der ermittelte Steuerbetrag sein.

Wie auch immer. In keinem Fall verlierst Du, da das Jahreseinkommen bei Deiner Steuererklärung/Steuerlast zu Grunde gelegt wird.

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