sollen Kommunen für Gärten, Grünflächen und Gewerbegebiete eine biodiversitätsfreundliche Gestaltung vorschreiben?

4 Antworten

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NEIN

Wir brauchen eindeutig eine höhere Biodiversität, denn davon hängt nicht weniger als das Überleben der Menschen ab.

Am meisten profitieren von der Biodiversität die Insekten. Sterben die Insekten sterben nicht nur deren Fressfeinde mit sondern langfristig sogar der Mensch.

Vorschriften lösen jedoch nicht das Problem. Wir müssen eher zum Umdenken anregen.

Vor allem in den 50er bis 70er Jahren wurden Wohngebieten der Einheitslook vorgeschrieben. Teilweise bis hin zur Bepflanzung im Garten. Heute in Zeiten des Buchsbaumzünslers wissen wir dass eine flexiblere Gartengestaltung uns mehr Vielfalt und weniger Probleme bereitet.

Tatsächlich haben wir heute die Monokultur jedoch auf den Feldern in der Landwirtschaft. Zugegeben diese gab es auch schon in den 50er und 70ern aber jedes Feld wurde anders bepflanzt. Heute giubt es großteils nur noch eine Art (häufig der mais).

Der Rückgang der Insekten ist demnach eher der Landwirtschaft geschuldet.

Insellösungen wie in Städten mehr Biodiversität zu schaffen löst das Problem nicht. Wir müssen allgemein umdenken und die Biodiversität in den Köpfen der Menschen verankern.

Vorschriften und Gesetze fördern dagegen eher den Widerstand in der Bevölkerung.

Nein, eine solche Vorschrift/Verordnung macht m.E keinen Sinn; fängt an bei der unmöglichen rechtssicheren Ausgestaltung geht über den Eingriff in das Eigentum hin bis zum irrsinnigen Aufwand der Kontrolle.

Eine entsprechende freiwillige Gestaltung öffentlicher Flächen ist möglich, aber hier sind auch andere Ansprüche wie z.B. als Naherholungs- und Sportfläche zu berücksichtigen

Ich bin Landschaftsgärtner und würde diese Frage teilweise mit Ja beantworten. Schulen, Parks und Gewerbegebiete sollten tatsächlich Vogelschutzhecken und Blumenwiesen besitzen, die auch mal ein wenig vor sich hin wuchern dürfen, denn von einer gepflegten Hecke und einem 1 cm hohen, blütenlosen Rasen haben nistende, insektenfressende Vögel 0, 0 % Vorteile und die Bienen kriegen dadurch auch keine Nahrung! In Privatgärten wäre das vielleicht kontraproduktiv, weil nicht jeder das Geld hat, gesetzlichen Vorlagen nachzukommen.

In Schulen sollte nicht nur berechnet werden, wie lange eine an einer Zeltdecke aufgehängte Taschenlappe brauch, um den 90 cm tiefer liegenden Boden zu berühren, sondern vielleicht auch mal SINNVOLLE DINGE!!!!!!!!!!!!!

Und sinnvoll wären Ausflüge in die Natur, Arbeit mit Pflanzen, Schulungen über Artenvielfalt. Bisher gibt es ja immer nur kurze Phrasen vom Biolehrer wie: "Schützt das Klima, sonst sterben wir alle"! Aber konkrete Lösungsvorschläge bleiben dann aus und die Schüler fühlen sich vom Thema Umweltschutz eher angeekelt.

Für Grünanlagen, bzw Parks in den Städten ist die Gemeindeverwaltung selbst zuständig, daher benötigt sie dafür keine Vorschriften.

Und für Privatgelände hat die Gemeinde nicht die Zeit nachzuprüfen ob die Vorschriften eingehalten werden.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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