Soll ich den Brief vom Inkassobüro Solvenza bezüglich der Firma vendis ignorieren?

5 Antworten

Das gerichtliche Mahnverfahren zu eröffnen, steht jedem in Deutschland frei, der bereit ist die Gerichtsgebühr von mind. 23,- € vorzustrecken. Da es sich hier um einen automatisierten Prozess handelt, wird auch nicht durch das Gericht geprüft ob eine Forderung berechtigt ist oder nicht.

Erhälst du also einen Mahnbescheid (gelber Umschlag, förmliche Zustellung) so hast du gewisse Möglichkeiten darauf zu reagieren, mit bestimmten Rechtsfolgen, die eintreten.

  • Du zahlst die geforderte Summe. Das Mahnverfahren endet.
  • Du widersprichst der Forderung insgesamt. Dies geschieht durch ankreuzen auf dem Antwortbogen. Es ist wichtig den Widerspruch AUF KEINEN FALL zu begründen. Dann unterschreibst du und schickst den Widerspruch per Einwurfeinschreiben innerhalb der 14 Tage Frist ans Amtsgericht zurück. Das Mahnverfahren endet.
  • Du legst Teilwiderspruch ein (gegen Inkassokosten z.B., welche auch bei berechtigter Hauptforderung i.d.R. nicht durch den Schuldner erstattet werden müssen).
  • Du ignorierst den Mahnbescheid. In dem Fall kann der Gläubiger nach Ablauf der Widerspruchsfrist den Vollstreckungsbescheid beauftragen. Auch dieser hat eine Notfrist zum Einspruch von 14 Tagen. Verstreicht diese auch, ist die Forderung rechtskräftig tituliert und der Gläubiger kann den Gerichtsvollzieher mit der Zwangsvollstreckung beauftragen und das 30 Jahre lang.

Im Fall eines Widerspruchs bleibt dem Gläubiger nur noch die Zivilklage. In dem Fall müsste er vor Gericht nachweisen, dass seine Forderung berechtigt ist. Abzockern gelingt dies natürlich höchst selten, daher klagen die auch i.d.R. nicht.

Du kannst auch im Rahmen des Widerspruchs selbst ins streitige Verfahren überleiten und den Gläubiger zwingen seine Forderung gerichtlich zu erklären (Negative Feststellungsklage). Ist ein wenig riskant, da du deine eigenen Auslagen vorstrecken musst und auch die meisten Rechtsschutzversicherer hierfür keine Deckung übernehmen.

Hallo, Ich bin letztes Jahr auch in die Falle von Vendis getappt. Nach kontakt mit der Rechtsberatung habe ich Widerspruch wegen arglistiger Täuschung usw. eingelegt, das Ganze per Einschreiben mit Rückschein, der Rückschein kam nach ganzen 4 Wochen zurück, denn die Anschrift stimmte schon mal nicht, das Ganze lief über ein Postfach. Ein Jahr säter der ganze Trara wieder über die Solvenza. Habe nun das 2. Schreiben der Solvenza wieder mit dem Angebot der Ratenzahlung das somit auch ein Schuldeingeständni sein soll?! Im 2. Brief wurde mir auch mitgeteilt, das sich der Klient ( Vendis) gerichtlich klagen würde. Hat da jemand noch Ähnliches erlebt???

Hallo, habe genau das gleiche Problem und am 05.08.13 auch ein Schreiben dieser Inkassofirma Solvenza bekommen. Habe gegoogelt und was interessantes von stern.de gefunden:

10 Tipps gegen Inkasso-Abzocke

Egal ob Abofallen im Internet, unerwünschte Telefonanrufe oder Gewinnbriefe: Betrüger tun alles, um den Verbrauchern vermeintliche Verträge unterzujubeln. Eingetrieben werden die daraus resultierenden Rechnungen immer häufiger von dubiosen Inkassobüros. Die Drohkulisse, die von den windigen Geldeintreibern aufgebaut wird, ist beachtlich. stern.de sagt, wie Sie sich gegen die Abzocker wehren können.

1. Kostenfallen im Vorfeld vermeiden

Der beste Weg, sich vor unberechtigten Mahnungen und Rechnungen zu schützen, ist es, den Betrügern gar nicht erst auf den Leim zu gehen. Sie sollten immer dann misstrauisch werden, wenn Sie bei einem vermeintlich kostenlosen Angebot Ihre volle Adresse angeben müssen. Oder wenn das Blaue vom Himmel herunter versprochen wird. Dann gilt besonders: auch das Kleingedruckte genau lesen und im Zweifel Erkundigungen über die Firma einholen.

2. Prüfen, ob die Forderungen berechtigt sind

Haben Sie tatsächlich eine Ware oder Dienstleistung erhalten, die Sie nicht bezahlt haben? Oder haben Sie lediglich unbedarft irgendwo Ihre Adresse angegeben? Unberechtigte Forderungen erkennen Sie oft daran, dass schon in der ersten Rechnung mit Mahnungen gedroht wird. Informieren Sie sich im Internet über die Firma. Wenn diese in der Vergangenheit bereits negativ aufgefallen ist, gibt es mit Sicherheit entsprechende Foren. Wenn Sie unsicher sind, wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale ihres Bundeslandes. Eine Übersicht finden Sie hier.

3. Auf keinen Fall zahlen

Verbraucherschützer wie Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg raten den Opfern immer wieder: "Nicht einschüchtern lassen, stur bleiben. Und vor allem: nicht zahlen!" Denn ist das Geld erst einmal weg, ist es kaum möglich die Summe zurückzufordern. Hinzukommt, dass eine Zahlung vor Gericht als Schuldeingeständnis gewertet werden könnte. "Wenn einmal gezahlt wurde, ist es juristisch schwieriger den Vertrag anzufechten", sagt auch Rechtsanwalt Benedikt Klas, Spezialist für Internetrecht.

4. Ein Vertrag besteht nicht

Egal ob Gewinnbriefe oder Abofallen im Internet, das Angebot ist von vorneherein darauf ausgelegt zu täuschen. Lassen Sie sich also nicht einschüchtern, wenn es heißt, Sie hätten die Geschäftsbedingungen nachweislich akzeptiert und müssten daher zahlen. "Das ist Unsinn", sagt Klas. "In den AGB versteckte Kosten sind unwirksam, da sie eine überraschende Klausel darstellen."

Zudem gebe es bei online abgeschlossenen Verträgen ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Wird der Kunde nicht ordnungsgemäß über seine Rechte informiert, erlischt das Recht auch nach 14 Tagen nicht. Handelt es sich um arglistige Täuschung oder ist das Angebot sittenwidrig, beispielsweise weil keine Gegenleistung erbracht wurde, sind die Verträge ohnehin ungültig. Wer die Nerven dazu hat, kann die Rechnung jetzt in den Papierkorb wandern lassen.

5. Machen Sie deutlich, dass kein Anspruch besteht

Rechtsanwalt Klas rät dennoch nicht dazu, die Forderungen komplett zu ignorieren. Stattdessen solle man auf jeden Fall deutlich machen, dass kein Anspruch besteht (siehe Punkt vier). Wer mit einem Brief einmal mitgeteilt hat, dass das Angebot unerwünscht ist, befindet sich auf der sicheren Seite. Hier finden Sie einen Musterbrief der Verbraucherzentrale Hamburg.

6. Keine Angst vor angeblichen Gerichtsverfahren

Lassen Sie sich nicht von Gerichtsurteilen irre machen, die den Inkasso-Schreiben beigelegt werden. "Die große Mehrheit der Urteile spricht eine ganz andere Sprache", sagt Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg. Urteile im Sinne der Abzocker kämen nur in Ausnahmefällen zustande, etwa wenn die Gegenseite nicht vor Gericht erscheine.

Häufig befassen sich die zitierten Urteile zudem mit ganz anderen Sachverhalten, zum Beispiel mit Klagen geprellter Kunden auf Schadenersatz. "Nur weil den Klägern vor Gericht kein Schadenersatz zugesprochen wurde, bedeutet das nicht, dass die Forderung rechtens war", sagt Anwalt Klas. Die Inkassobüros selbst können keine Maßnahmen anordnen. So lange keine Post vom Gericht kommt, können Sie Mahnschreiben daher getrost weiter ignorieren.

Tipp 7 - 10 folgen noch

Hier Tipp 7 -10:

7. Keine Angst vor einem Schufa-Eintrag

Ebenfalls nicht einschüchtern lassen sollten Sie sich durch angebliche Schufa-Einträge, mit denen Ihnen gedroht wird. Die Schufa hat die Firma IContent, die diese Drohung nutzte, bereits abgemahnt und eine einstweilige Verfügung vor Gericht erstritten. Die gerichtlichen Auseinandersetzungen darüber, ob der Schufa-Hinweis rechtens ist oder nicht, laufen noch.

8. Informieren Sie die Bank

Ein effektiver Weg, sich gegen die Machenschaften der Inkassofirmen zu wehren, ist es, Beschwerde bei dem Kreditinstitut einzulegen, bei dem das Konto der Abzocker geführt wird. Verbraucherschützerin Castello: "Auf diese Weise ist es schon in der Vergangenheit zur Kündigung von Konten gekommen. Aus der Gegenwehr, die kommt, merkt man, dass das die Abofallen-Betreiber erheblich ärgert."

9. Erstatten Sie Strafanzeige

Wenn Sie von Inkassobüros mit unberechtigten Forderungen unter Druck gesetzt werden, können Sie auch zur Gegenoffensive übergehen. "Ich würde in einem solchen Fall immer Strafanzeige erstatten", sagt Rechtsanwalt Klas. Obwohl die Staatsanwaltschaften sehr lasch damit umgingen, sei dies eine sinnvolle Maßnahme gegen die Betrüger. "Steter Tropfen höhlt den Stein." Gerichtskosten kommen bei einer Strafanzeige auf den Verbraucher nicht zu. "Eine Strafanzeige ist vollkommen kostenfrei."

10. Klagen Sie auf Schadenersatz

Um auf Schadenersatz klagen zu können, muss der Kunde nachweisen, dass ihm tatsächlich ein (monetärer) Schaden entstanden ist. Klas: "Man kann zum Beispiel auf Schadenersatz für die entstandenen Anwaltskosten klagen." Hat die Abzockfirma ihren Sitz in Deutschland, sind die Erfolgsaussichten relativ gut. Vor allem, wenn die entsprechende Firma einschlägig bekannt ist. Bei einem Firmensitz im Ausland wird es schwieriger. Achtung: Spätestens hier brauchen Sie einen Anwalt an Ihrer Seite.

@MarionCM

Abofallen was tun?

Ich habe eine Rechnung/Mahnung erhalten. Was soll ich jetzt tun?

Das Wichtigste: Nicht zahlen!!!

Teilen Sie der Firma einmal mit, dass kein Vertrag besteht und erklären vorsorglich den Widerruf.


Schreiben Sie einen Brief und versenden diesen entweder als Einschreiben/Rückschein oder als Einwurf/Einschreiben. Unseren Musterbrief finden Sie hier:

Verbraucherzentrale Hamburg e.V. Stand: 30.08.2012

Musterbrief Abofalle

Einschreiben/Rückschein oder als Einwurf/Einschreiben

Anschrift der Firma

Sehr geehrte Damen und Herren,

Es ist kein Vertrag zustande gekommen. Hilfsweise erkläre ich den Widerruf, der – mangels ausreichender Belehrung – auch noch rechtzeitig ist. Hilfsweise erkläre ich die Anfechtung, weil lediglich eine kostenlose Nutzung gewollt war und kein kostenpflichtiges Abo. Ich werde keinerlei Zahlung leisten.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

(Name)


Unser Tipp:

Hat die Firma keine Anschrift in Deutschland, kann der Widerruf nicht per Einschreiben verschickt werden. Widerrufen Sie dann per E-mail oder Fax und heben Sie die Lesebestätigung bzw. den Sendebericht auf. Dann reagieren Sie nicht mehr auf weitere Mahnungen oder Drohungen. Rechnen Sie nicht damit, dass eine vernünftige rechtliche Auseinandersetzung mit den Betreibern oder deren Anwälten stattfindet. Daran ist man gar nicht interessiert. Sofern Sie zu Vorsicht neigen, fertigen Sie einen Screenshot der Betreiberseite an.


Sofern Sie zu Vorsicht neigen, fertigen Sie einen Screenshot der Betreiberseite an.

Dann reagieren Sie nicht mehr auf weitere Mahnungen oder Drohungen. Rechnen Sie nicht damit, dass eine vernünftige rechtliche Auseinandersetzung mit den Betreibern oder deren Anwälten stattfindet. Daran ist man gar nicht interessiert.

Zahlen Sie nicht! Bleiben Sie stur! Lassen Sie sich nicht von Inkasso- oder Anwaltsbriefen unter Druck setzen!

****Gefunden auf:****

http://www.stern.de/wirtschaft/news/so-koennen-sie-sich-wehren-10-tipps-gegen-inkasso-abzocke-1743753.html

Ich hoffe, ich konnte helfen. Ich bleibe auf jeden Fall hartnäckig und werde jetzt Strafanzeigen wegen Nötigung stellen, denn ich mach das Spiel jetzt schon seit 2 Jahren mit. Es ist nervig und dennoch amüsant, wie diese Firma es trotzdem weiterhin versucht. Anfänglich habe ich noch bei dieser Firma VENDIS angerufen und meine Ansprechpartnerin drohte mir gleich und meinte, sie zeichnet unser Telefonat auf. Da mußte ich lachen und meinte nur: Wunderbar, dann habe ich ja gleich alles als Beweis auf Band.

Gebt nicht auf Leute. Die sind knallhart... aber... wir können das auch!!!

NICHT ZAHLEN

...und wenn´s gar nicht aufhört, dann Strafanzeige wegen Nötigung.

Liebe Grüße von Marion

Ein Freund hat gerade das selbe Problem. Ich würde es ignorieren weil wenn du bezahlst ist es ja genau das was die erreichen wollen.

Ein Inkassobüro (und auch ein Rechtsanwalt) ist keine Behörde. Die haben null-komma-null Sonderrechte. Die können Dir gar nichts. Solange sie nicht a) vor Gericht klagen und b) auch noch den Prozess gewinnen. Allein schon der Versuch findet aber bei diesen Abofallen typischerweise nicht statt. Die haben kein Interesse an einer gerichtlichen Klärung, sondern die versuchen es mit dem Mahn- und Drohtheater.

Solange das aber alles außergerichtlich bleibt, kann es Euch wurst sein. Papier ist seeehr geduldig. Nach ein paar bösen Briefen schläft das dann von selbst ein.

Beim Mahnbescheid (gelber Brief vom Amtsgericht) muss innerhalb 14 Tagen Widerspruch ans Gericht geschickt werden. Aber in diesen Fällen sind echte Mahnbescheide extremst selten. Ansonsten muss man auf die albernen Drohschreiben nicht antworten. Bei Abofallen gibt es keinen Zahlungsanspruch, das wissen die Abzocker auch ganz genau. Daher hat man als Betroffener auch keinen Rechtsnachteil, wenn man sich auf die albernen Drohungen nicht äußert.

Auch mal lesen:

http://www.antispam-ev.de/wiki/Abzocke_-_Hilfe!Waskannmirpassieren

Ergänzend: Der BDIU warnt vor Solvenza. Das ist selten, denn der BDIU ist ja der Interessensverband der Inkassobüros. Auch die Verbraucherzentralen warnen eindringlich vor der Solvenza. es handelt sich hier um einen auf Abo-Fallen spezialisierten Inkassobüro. Offensichtlich immer für die gleichen Hinterleute.

Insofern würde ich gar nicht mal reagieren, Briefkasten beobachten, einem Mahnbescheid widersprechen. Bestenfalls direkt und ohne Ankündigung an das OLG Frankfurt wenden. http://www.rechtsdienstleistungsregister.de/index.php?button=show&id=9617 Dort Beschwerde einlegen: Nicht-Vorlage einer Vollmacht, Betreibungsversuche trotz nicht vorliegendem Vertrags. Es gab nie einen "Kostenpflichtig bestellen" Button und die Gebühren dürften nach deiner Vermutung auch hoffnungslos überzogen sein.

Vielleicht, wenn einem die Formulierungen im Brief zu hart werden (Drohung mit Schufa, Gerichtsvollzieher Und Co.) zur Polizei und Strafanzeige wegen Nötigung.

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