Sind Inkassoforderungen aus dem Jahr 2008 bereits verjährt?

4 Antworten

Es ist wohl nicht davon auszugehen, dass ein Vollstreckungstitel existiert. Ein Mahnbescheid bzw. Vollstreckungsbescheid muss an Dich und darf nicht an jemand anders bzw. an Deine alte Adresse zugestellt werden. Ohne korrekt zugestellte Bescheide kann es keinen Titel geben. Und wenn es einen Titel gäbe, dann würde auch der Gerichtsvollzieher aktiv.

Schreibe per Einschreiben mit Rückschein an Universum Inkasso.

Die Forderungen werden vollumfänglich bestritten. Eine Bestellung von Waren an Quelle oder an Fashion Retail ist durch mich nicht erfolgt. Bereits im Jahre 2013 wurde Quelle durch mich hierüber informiert. Für betrügerische Bestellungen unter Identitätsdiebstahl durch Fremde unter Angabe meiner Daten hafte ich nicht. Durch Abfrage der Einwohnermeldeamtsdaten war darüber hinaus ohne weiteres feststellbar, dass zum Zeitpunkt der Bestellung diese Daten falsch waren und dass die Lieferung nicht an mich gegangen sein kann.

Der Eintrag meiner persönlichen Daten bei der Schufa durch Sie war grob widerrechtlich gegen § 28a BDSG sowie § 824 BGB. Dieser Eintrag ist durch Sie umgehend zu entfernen. Hierfür habe ich mir eine Frist inklusive Rückbestätigung durch Sie bis zum [Frist 7 Tage einsetzen] gesetzt. Bei fruchtlosem Verstreichen der Frist werde ich umgehend einen Rechtsanwalt mit Beantragung der einstweiligen Verfügung gegen Ihr Unternehmen beauftragen, und zwar ohne jede weitere Vorwarnung. Zusätzlich werde ich die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen aus widerrechtlicher Kreditgefährdung gem. § 824 BGB prüfen lassen.

Des weiteren wird Strafanzeige wegen Nötigung gegen Ihr Unternehmen erstattet. Der kreditgefährdende, klar widerrechtliche Eintrag meiner persönlichen Daten bei der Schufa trotz besserem Wissen erfüllt den Straftatbestand der Nötigung mit dem unlauteren Ziel, mich mutwillig und willkürlich als völlig unbeteiligte Person für einen wirtschaftlichen Schaden, den nicht ich verursacht habe, in Anspruch zu nehmen.

Des weiteren erfolgt Meldung des Vorgangs an den zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten des Bundeslandes Hessen. Der Eintrag erfolgte widerrechtlich trotz besserem Wissen und stellt daher einen groben Verstoß gegen die Bestimmungen des § 28a BDSG dar.

Des weiteren erfolgt Meldung des Vorgangs an das für Ihre Zulassung Ihres Inkassobüros zuständige Oberlandesgericht Frankfurt.

Nehmen Sie zur Kenntnis, dass ich Ihr unseriöses Verhalten nicht hinnehmen und mich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzen werde.

Super top Antwort. Vielen lieben Dank für Ihre Bemühungen. 

Du solltest das vielleicht mal mit einem Anwalt besprechen.

Wenn beiden Forderungen widersprochen wurde, ist eine Einmeldung in die SCHUFA defintiv unzulässig. Daraus hättest du sogar einen Schadenersatzanspruch gegen das Inkassounternehmen, und es kann eine sofortige Löschung beantragt werden.

Verjährt sind die Forderungen natürlich bereits, wenn deine Schilderung stimmt. Durchsetzbar sind die nicht. Aber du willst natürlich auch die zugehörigen Einträge entfernt haben...

wie gesagt bei Quelle wurde Widerspruch eingelegt, bei Fashion Retail hatte ich noch nicht einmal ein Schreiben seitens Inkassounternehmen erhalten, habe ja erst durch Einsicht in die Schufa davon erfahren

@amelie0288

Dann ist dieser Eintrag ebenfalls rechtswidrig erfolgt. Den Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise von kevin1905 finde ich gut

Sofort das Inkassobüro auffordern (Einwurfeinschreiben) den Eintrag löschen zu lassen. Frist von einer Woche setzen und bei Nicht-Befolgen sofort Klage anstreben wegen Kreditgefährdung (§ 824 BGB).

Leider bin ich 2008 Opfer von Identitätsdiebstahl geworden.

Wurde damals Strafanzeige gestellt? Hast du noch Unterlagen der Polizei oder Staatsanwaltschaft?

Wären beide Forderungen denn eigentlich nicht schon längst verjährt?

Sofern nicht tituliert wären die Ansprüche natürlich verjährt. Die Forderungen selbst bestehen aber gegen deine Person nicht, also haben diese auch nichts in deiner Schufa verloren.

Ferner war der Eintrag allein schon deshalb rechtswidrig, weil du die Forderung streitig gestellt hast.

Universum und Quelle haben ja selbst eine EWM-Abfrage gestartet und mussten daher klar wissen, dass die angebliche Schuldnerin seit 1995 an der betreffenden Adresse nicht mehr wohnhaft war, und dass daher die Lieferungen nicht von ihr in Empfang genommen worden sein können.

Universum und Quelle haben daher klar Kenntnis vom Identitätsdiebstahl durch Fremde, auch ohne erstattete Anzeige.

Der Schufa-Eintrag ist daher klar rechtswidrig.

@Goofy62

Der Schufa-Eintrag ist daher klar rechtswidrig.

Und noch etwas mehr: Da dort bereits bekannt war, dass man einem Betrüger aufgesessen war, könnte das Ganze bereits in den Tatbereich des versuchten Betrugs bzw. der Nötigung gehen. Auch ein "Die Rechtslage ist so, dass sie trotzdem zahlen müssen" kann einen Betrugstatbestand darstellen.

Ich würde das Schreiben von Goofy durchaus so nehmen. An das Aufsichtsgericht würde ich folgendes schicken:

Wertes Gericht. Hiermit beschwere ich mich über Inkasso XYZ. Dieses möchte unter Aktenzeichen ABC rechtswidrig eine Forderung bei mir betreiben und hat diese sogar trotz Bestreitens bei der Schufa gemeldet. Meiner Aufforderung auf Vorlage von Vollmachten, Bestellnachweisen und ähnlichem ist das Inkasso nicht nachgekommen. Es hat damit massiv gegen §11a RDG verstoßen. Darüber hinaus sind dem Inkasso und der Gläubigerin von Anfang an meine Reklamationen bekannt. Unter der angeblichen Adresse bin ich schon seit 1995(!) nicht mehr wohnhaft. Offensichtlich handelt es sich um eine Straftat eines Unbekannten (Identitätsdiebstahl/ Betrug). Trotz Kenntnis der Sachlage und trotz Vorlage von entlastenden Beweisen weigert sich jedoch das Inkasso, von der Forderung Abstand zu nehmen oder eine Bereinigung der Schufa-Daten vorzunehmen. Das Inkasso verfügt somit überhaupt nicht über die gebotene Sachkenntnis und Fachkenntnis, Rechtsdienstleistungen zu erbringen und handelt ganz klar und mit Vorsatz rechtswidrig. Die Voraussetzungen für eine Zulassung liegen somit eindeutig nicht vor und von Amts wegen ist dem Inkasso die Lizenz zu entziehen.

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