Sexuelle Verführung minderjähriger anzeigen?

5 Antworten

Puh, ich verstehe jetzt gerade nicht mehr so ganz, welcher Trainer jetzt was gesagt hat, aber eines stelle ich fest: Der 18-jährige hat es zugegeben. Zudem hat er das "Amt" auch niedergelegt. Drittens scheint die junge Dame ihm wichtig gewesen zu sein und vice versa ebenfalls - zumindest lässt sich das anhand der Dauer ableiten. Es kam also nicht zu einer Vergewaltigung. Und manche Mädchen sind frühreif. Ja, da gibt es die gesetzlichen Regelungen, aber man kann auch mal Fünfe gerade sein lassen. Ich schreibe so, weil ich mit 13 Jahren auch einen 18-jährigen Freund hatte - ohne Sex, aber das war halt so.

Jetzt mal nur blöd gedacht: Würde eine 30-jährige eine Beziehung zu einem 35-jährigen unterhalten, wäre das absolut unproblematisch. Meiner Ansicht nach wird da gerade sehr viel Wind um eine Sache gemacht, die im Kern harmlos ist. Manchmal würde ich mir wünschen, dass soviel Wind bei wesentlich heftigeren Tatbeständen kommen würde.

Wir alle! machen Fehler! Und der junge Mann wird daraus gelernt haben. Manchmal liegt es an uns selbst, ob wir anderen auch wirklich eine zweite Chance geben...


Tut mir leid, seh ich nicht so. 

@Spot1978

So hat jeder seine Meinung.

@Camomilla

Und beim nächsten Mal fängt er was mit einer 12-jährigen an... sind dann ja auch nur 7 Jahre.... Der Gesetzgeber zieht nunmal die Grenze in dem Fall bei 14 Jahren, und das vermutlich mit gutem Grund. Klar mag ein minderschwerer Fall vorliegen und es ist zu überlegen ob man dem jungen Mann gleich die Zukunft ruinieren muss trotzdem sollte zumindest das Gespräch mit dem Mädchen und Ihren Eltern gesucht werden sowie der 18 jährige aus dem Verein entfernt werden. Dass er Leiter bei einem Zeltlager macht geht hier leider gar nicht. Auch so ist es für die Mitwisser / Verantwortlichen im Verein ein Ritt auf der Rasierklinge wenn es von anderer Seite her zur Anzeige kommt.

@Spot1978

Sehe, dass wir da doch ganz ähnliche Standpunkte haben. Austritt aus dem Verein, wäre eine Maßnahme. Dem Mann die Zukunft zu ruinieren, halte ich für schwierig. Er hat "scheinbar" niemanden vergewaltigt. Und das sollte geklärt werden. Zudem scheint er geständig und einsichtig zu sein. Ich weiß nicht, ob Du Mann oder Frau bist, aber ich weiß, wie schnell man auch als Mann in ziemlich blöde Situationen kommen kann - und dafür/dagegen versuche ich als Frau! auch zu kämpfen.

@Spot1978

Und beim nächsten Mal fängt er was mit einer 12-jährigen an...

Wenn er dann wirklich etwas mit einer 12-Jährigen haben würde, dann kann man ihn auch anzeigen.

Aus gutem Grund wird bei uns niemand verurteilt für etwas, was er möglicherweise mal begehen könnte ...

Der Gesetzgeber zieht nunmal die Grenze in dem Fall bei 14 Jahren,

Früher endete die Schulpflicht/Besuch der Volksschule mit 14. Daher diese Altersgenze.

und das vermutlich mit gutem Grund.

Hysterie vieler Erwachsener - DIE sind ja Wähler.

Ansonsten: ist kein "konkretes" sondern ein "abstraktes Gefährdungsdelikt". "Abstrakt" heißt: Der Gesetzgeber weiß gar nicht, ob eine Gefärdung vorliegen wird, aber das Unwissen reicht ihm für eine Strafbewehrung.

Klar mag ein minderschwerer Fall vorliegen

Aus dem Beschriebenen ist gar kein "Fall" zu erkennen. Nur die Vermutung/Befürchtung, dass es einen Fall geben könnte.

Auch so ist es für die Mitwisser / Verantwortlichen im Verein ein Ritt auf der Rasierklinge wenn es von anderer Seite her zur Anzeige kommt.

Nein.

Weder reagieren Ermittlungsbehörden aufgrund von Gerüchten, noch sind Gerüchtekenner Mitwisser, noch ist tatsächliche Mitwissenschaft tatsächlich strafbar, noch sind Vereinsmitglieder oder deren Führung selbsternannte, geschweige denn amtlich bestellte Hilfspolizisten.

der entscheidende Punkt ist hier eher nicht, dass ein 18-Jähriger mit einer 13-Jährigen unter Umständen eine Beziehung hat, sondern die Tatsache, dass es sich um einen Trainer oder Übungsleiter handelt... Wer dies dann auf die leichte Schulter (von Seiten des Vereins) nimmt, hat ein grundsätzliches Problem...

@schwarzwaldkarl

Versteh mich nicht falsch: Nichts liegt mir näher, als Mädchen in dieser Welt vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Blöd ist, dass es durch das "Mitwissen" des Vorstandes nun an der großen Glocke hängt...Klar, kann man jetzt ne Anzeige machen. Die Frage ist, ob das im Verhältnis zu dem steht, was tatsächlich passiert ist. Denn das verbaut dem jungen Mann in vielen Bereichen die Zukunft. Denn so etwas taucht im Führungszeugnis auf.

@Camomilla

@  Camomilla

habe selbst nicht von einer Anzeige geschrieben, aber die Angelegenheit muss vereinsintern richtig aufgeklärt werden und im Notfall sollte man halt dafür Sorgen, dass der Trainer mit den Kinder oder Jugendlichen in Zukunft nicht mehr zusammen arbeitet... 

Das Allerwichtigste ist hier schon, dass mit allen Beteiligten ein klärendes Gespräch geführt wird...

@schwarzwaldkarl

sondern die Tatsache, dass es sich um einen Trainer oder Übungsleiter handelt...

Um seine "Schutzbefohlene" zu sein, stellt das Recht ziemlich hohe Anforderungen.

Dazu gehört die Verantwortung der Erziehung in allgemeinen Lebensaufgaben. Deswegen ist eine Schülerin z.B. gegenüber ihrem Klassenlehrer schutzbefohlen, gegenüber dessen Vertretungslehrer hingegen schon nicht mehr.

Ein x-beliebiger Vereinstrainer wird diese (aus guten Gründen) hohe Hürde wohl kaum reißen. Ein Trainer an einem Sportinternat hingegen schon.

@Camomilla

Denn so etwas taucht im Führungszeugnis auf.

Zur Info: Wenn es überhaupt eine Straftat gäbe, die bewiesen und verurteilt werden könnte,  dann würde der Mann vermutlich noch nach Jugendstrafrecht verurteilt ("erwachsen" ist man erst mit 21 - bei Heranwachsenden kommt es auf den Einzelfall an).

DAS taucht dann prinzipiell auch nicht im polizeilichen Führungszeugnis auf.

Info am Rande: Wenn er irrigerweise dachte, sie wäre 14+, dann könnte er trotz Sex dennoch nicht wg. § 176 StGB bestraft werden, sofern er nicht fahrlässig gehandelt hat.

@Libertinaer

;-) Lerne durch Dich gerade ne Menge. Danke.

PS:Die frühreife liegt an der Verkalkung der Zirbeldrüse,meine Schwester ist 10 und ist schon in der Pubertät.....Gruselig.

@3gpuresEiweiss

Ich weiß zwar nicht, was an der Pubertät "gruselig" sein soll, aber 10 ist für den Beginn der Pubertät bei Mädchen ein normales Alter.

Der § 176 StGB -sexueller Missbrauch von Kindern- dürfte hier einschlägig sein. Die Frage wäre aber, ob und noch was außer den Küssen passiert ist. Küsse sind schon grenzwertig und dürften m.E. schon unter den 176 fallen. 

Als Vereinsfunktionär würde ich auf jeden Fall tätig werden selbst wenn nichts strafrechtlich relevantes vorgefallen wäre, der Verein könnte bei solch einem Verhalten irrebarablen Schaden nehmen. In einem ähnlich gelagerten Fall haben wir eine Funktionär sofort abgesetzt, als er - nicht in unserem Eingflussbereich - ihm anvertraute Kinder missbrauchte. 

Küsse sind schon grenzwertig und dürften m.E. schon unter den 176 fallen.

"Zungenküsse" schon (zumindest von Erwachsenen - da er noch nicht erwachsen ist: vielleicht noch Grenzbereich).

"Küsse auf den Mund" eindeutig nicht.

Bei einer Selbstanzeige würde ich mir überlegen ob ich damit nicht in rechtliche Probleme hineinkomme die ich ansonsten gar nicht hätte. Ich würde auf jeden Fall zuerst mit Trainer 1 reden.

Ich nehm einmal an du bist Trainer 2, als außenstehender würde ich sowieso nichts machen.

Zusätzlich gilt es natürlich auch zu überlegen inwieweit der zweite Trainer zu Trainer 1 loyal sein sollte, besonders da die Sache vereinsintern geklärt wurde.

Ich war heute auf der Polizeiwache. In diesem Fall wurde die KriPo zuständig. Anzeige ist aufgenommen. Der Vorsitzende, sowie die Jugendwartin werden zunächst von der KriPo telefonisch kontaktiert. Weitere Schritte u.a. gegen den Trainer geprüft. BG

Der Vorsitzende, sowie die Jugendwartin werden zunächst von der KriPo telefonisch kontaktiert.

Übrigens: Niemand muss (und sollte) mit der Polizei reden. Zeugen nicht, Nicht-Zeugen auch nicht ;-), vermeintliche "Opfer" nicht, und Beschuldigte schon gleich gar nicht.

Weitere Schritte u.a. gegen den Trainer geprüft.

Du bist so freundlich, uns über den weiteren Verlauf der Dinge hier zu unterrichten?

Also sowohl was die "Prüfungen" ergeben, als auch dein Ansehen im Verein betreffend?

Schließlich ist "der Begriff der Denunziation (...) negativ konnotiert"https://de.wikipedia.org/wiki/Denunziation ) und im Falle der sexuellen Denunziation dient sie oft "nur der psychischen Entlastung und Stabilisierung des Denunzianten" ( https://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Denunziation ). 

So, nach nunmehr einem Jahr, kannst Du der Gemeinschaft ja sicherlich mitteilen, was aus der Sache geworden ist.

Z.B., was wurde aus der Anzeige? Gab es ein Urteil, und wenn ja, welches? Wie ist dein Ansehen im Verein nach einem Jahr, wo ja niemand deinen Weg mitgehen wollte?

Und: Wenn es angeblich so gravierend war, sollte es ja - mindestens vom etwaigen Prozess/Urteil - auch einen Presseartikel geben. Bestimmt auch im Webauftritt eurer Lokalzeitung.

Da könnte man sich ja auch mal ein neutraleres Bild vom Fall machen. 8-)

Besten Dank im voraus und mit Spannung wartend ...

@Libertinaer

Weniger interessant: https://www.gutefrage.net/frage/wie-ruecksichtslos-darf-die-kripo-zeugen-befragen

"Im Jahr 2014 wurde gegen diesen Verdächtigen ein Verfahren wegen Nachstellung eröffnet und in 2015 gegen Zahlung eingestellt. (...) In der Befragung etwaiger Zeugen erwähnt der Beamte nun namentlich den Verdächtigen und äußert wörtlich 'dass da ja auch noch etwas mit der Exfreundin nicht ganz bereinigt sei und er ja offenbar etwas durch den Wind ist'. (...) Die Befragten hatten den Eindruck, der Beamte wolle einen Nimbus des 'verlassenen männlichen ledigen Soziopathen aufbauen'."

Nachtrag:

Ich schrieb:

Du bist so freundlich, uns über den weiteren Verlauf der Dinge hier zu unterrichten? (...) Also sowohl was die "Prüfungen" ergeben, als auch dein Ansehen im Verein betreffend?

Nunmehr ist ein weiteres Jahr verstrichen, und immer noch keine weiteren Infos.

Wenn's gravierend gewesen wäre (also aus Sicht halbwegs normaler Menschen), müsste es doch mittlerweile auch mal einen Artikel der Lokalzeitung gegeben haben?!

Na ja, da kann ich die jährliche Erinnerung wohl aus meinem Kalender löschen ...

das ist eine sehr schwierige sache. mit 13 hat das mädchen da noch kein mitspracherecht und die anzeige könnte ohne probleme durchgehen. wäre sie 14 sähe die sache anders aus.

gab ja leider auch schon einen fall wo eltern gegen die beziehung des mädchens und des onkels waren, diesen angezeigt hatten und das gericht "zugunsten" der beziehung der beiden entschied. - meiner meinung nach vollkommener schwachsinn der vom gericht durchgegangen ist, aber bitte.

da solche fälle wie mit dem mädchen und dem onkel eher selten sind, würde ich eine anzeige aufgeben, ... hätte ich schon etwas früher gemacht.

meiner meinung nach vollkommener schwachsinn

Deine Meinung ändert halt nichts an der eindeutigen Rechtslage.

der vom gericht durchgegangen ist, 

Das Gericht hatte nicht darüber zu entscheiden, ob die beiden (14 & 47) Sex haben dürfen oder nicht. Dass sie den haben dürfen war absolut unstrittig.

Die Eltern wollten deswegen ihr Umgangsrecht dazu missbrauchen, die Beziehung als solche zu verhindern.

Da das aber auch nicht ohne weiteres geht, haben sie es mit einem Gefälligkeitsgutachten probiert.

Und das wurde letztlich durchschaut, die Beziehung - wie üblich - erlaubt, und den Eltern das Sorgerecht entzogen ...

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