Selbständiger Versicherungsvertreter, der im Handelsregister eingetragen ist -> Eine EÜR genügt, oder?

5 Antworten

Ein selbständiger Versicherungsvertreter ist im Handelsregister eingetragen.

Sicher, dass du nicht das Vermittlerregister meinst?

Der Vermittler wird bilanzierungspflichtig, wenn er einen Umsatz > 500.000,- € im Jahr ODER einen Gewinn > 50.000,- € im Jahr generiert.

Letzteres ist hier der Fall.

Der Vermittler mit diesen Zahlen ist sicher so schlau dies einem Steuerberater zu überlassen.

DiIn Verbindung mit dem Steuerrecht gibt es 2 Arten von Buchführungspflichten.

Die eine ist §141 AO :

(1) Gewerbliche Unternehmer sowie Land- und Forstwirte, die nach den Feststellungen der Finanzbehörde für den einzelnen Betrieb

1. Umsätze einschließlich der steuerfreien Umsätze, ausgenommen die Umsätze nach § 4 Nr. 8 bis 10 des Umsatzsteuergesetzes, von mehr als 600 000 Euro im Kalenderjahr oder

2. (weggefallen)

3. selbstbewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Flächen mit einem Wirtschaftswert (§ 46 des Bewertungsgesetzes) von mehr als 25 000 Euro oder

4. einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 60 000 Euro im Wirtschaftsjahr oder

5. einen Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft von mehr als 60 000 Euro im Kalenderjahr

Die steuerliche ist nur nach Aufforderung zu führen.

Die ander ist nach §241a HGB

600 000 Euro Umsatzerlöse und

60 000 Euro Jahresüberschuss

Vorher waren es 500 000 und 50 000 aber ab 01.01.16 die oben genannten.

Wenn du freiwillig keine Bücherführst und keine verplfichtung nach dem HGB bzw. nach dem Steuerrecht hast. Darfst du die EÜR nach §4 (3) EStG machen. Da du ja auch gem. §2 (1) S.1 Nr.3 i.V.m §18 (1) EStG Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit.

Gem. § 241a HGB bist du nicht verpflichtet Bücher zuführen!

Eine EÜR reicht!

Eintragung ins HR ist keine Pflicht zur Abgabe einer Bilanz!

Die Grundsätze für alle Kaufleute stehen ab dem § 238 HGB.

Die Eintragung ins Handelsregister führt zu einem Kaufmann kraft
Eintragung (§2 (1) S.1 HGB), der stets gem. §238 HGB verpflichtet ist
Bücher zu führen

nope ....

durch die Eintragung ins Handelsregister wird der Unternehmer zum Kaufmann im Sinne des HGB (§ 2 HGB). Somit wird die BuchführungsPFLICHT ausgelöst

Das heißt, dass die EÜR nicht genügt, da der mit Eintragung ins HR zum Kaufmann wird? Die 600.000€ / 60.000€ Umsatz-/Gewinngrenze bezieht sich also nur auf die normalen Einzelkaufleute ohne Eintragung?

Was bedeutet dann aber das hier?

 

Seit Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes sind ins Handelsregister eingetragene Einzelkaufleute (= "eingetragene Kaufleute", e. K.) von den Buchführungsvorschriften des HGB befreit, sofern sie in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren

  • nicht mehr als 500.000 Euro Umsatzerlöse und

  • nicht mehr als 50.000 Euro Jahresüberschuss

erzielt haben. Reicht dann nicht eine EÜR?

 

Meines Erachtens nein, denn die Buchführungspflicht wird in diesem Fall  durch § 241a HGB wieder aufgelöst. Ein Kaufmann unterhalb der dort genannten Grenzen ist nicht buchführungspflichtig.

@Traveller24

Traveller: Also hast du die Ansicht wie ich, dass eine EÜR genügt?

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