Schwerbehindert-Arbeitsfähig

10 Antworten

Schwerbehinderung hat nicht unbedingt etwas mit Arbeitsunfähigkeit zu tun.

Definiert wrd sie so:

) Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.

Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.

(2) Menschen sind im Sinne des Teils 2 schwerbehindert, wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt und sie ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihre Beschäftigung auf einem Arbeitsplatz im Sinne des § 73 rechtmäßig im Geltungsbereich dieses Gesetzbuches haben.

http://www.zbfs.bayern.de/schwbg/gesetz-schwbg.html

Die Feststellung einer Schwerbehinderung dient dem Nachteilsausgleich gegenüber gesunden Menschen.

Es wäre Diskriminierung, Leute, die wegen einer Behinderung nicht mehr ganz so gut arbeiten können wie gesunde, gleich in Rente zu schicken.

Denn jeder definiert sich auch über das, was er kann und schafft.

Und nur eil man einen körperlichen oder auch geistigen Mangel hat, heißt das ja nicht, dass man nicht arbeiten möchte oder nicht für sich selbst sorgen könnt.

Nur können Behinderte das eben nicht genau so lang wie gesunde Menschen und deshalb können sie früher als andere Altersrente bekommen.... und das auch nur, wenn sie 35 Versicherungsjahre haben.

Für Behinderte ist es sehr wichtig, so weit wie möglich in das "normale" Leben integriert zu werden! Wir haben eine blinde Kollegin, die halbtags Sekretariatsarbeiten erledigt! Man sieht wenige Menschen, die ihren Job mit einer derartigen Begeisterung ausüben.
Für ein Unternehmen bedeutet es allerdings meistens mehr Probleme als Nutzen, einen Behinderten zu beschäftigen. Kosten, besondere Anforderungen an den Arbeitsplatz und die Betriebseinrichtung und man wird sie halt nur schwer wieder los, sollte man sie nicht mehr brauchen. Und die Einsparung der Schwerbehindertenabgabe ist kein Argument. Die paarhundert Euro im Jahr wiegen die Kosten niemals auf!

Aha ein Behinderte zu Beschäftigen bring Prinzipiell mehr Kosten als Nutzen. Wo hast du diese Vorurteil den her? Etwas andres als ein Vorurteil ist das nämlich nicht. Es gibt jede Menge Schwerbehinderte die Tag täglich ihre Arbeit machen und dem Betrieb bestimmt nicht mehr Kosten oder Probleme machen als sie Nutzen. Nie den Fehler machen von einem Einzellfall aus zu gehen.

Weil ein Mensch ohne Arbeit und sinnvolle Beschäftigung innerlich verkümmert, das ist nunmal so. In vielen Betrieben und im öffentlichen Dienst gibt es deswegen einen 'Zwang' eine bestimmte Anzahl von Stellen mit Schwerbehinderten zu besetzen, viele Betriebe nehmen sogar gern einen Behinderten um ihre Quote zu erfüllen.

Schwerbehinderte werden nicht gern eingestellt, weil man sie nicht wieder "loswird". Lt. Kündigungsschutzgesetz. Ich denke,darin liegt der Hauptgrund. WAs ich allerdings gut fand, war,hier in der Tageszeitung machte ein Blinder auf sich aufmerksam. Er sei zwar blind, aber wäre arbeitsfähig. Er rief mit seinem Artikel zu mehr Toleranz auf und fragte öffentlich,wer ihn einstellen würde. Neulich wieder ein Beitrag über ihn drin. Eine Firma stellte ihn ein, besorgte extra für ihn eine Blindentastatur und arbeitet im Telefonservice. Sie sind rundum zufrieden mit ihm. Das sollte öfter öffentlich gemacht werden, finde ich. Arbeitslose gibts in diesem Staat genug.

Schönes Beispiel. Aber selten. Es geht darum, dass ein 100% schwerbehinderter Mensch mehr zu kämpfen hat, um Arbeit zu bekommen. Diese geraten genauso in die Mühle wie jeder andere auch mit Hartz 4 und so fort. Um eben dies zu ersparen, wäre eine Rente möglich. Dann können sie ja zuverdienen, wenn sich etwas bietet. Blinde gibt man ja auch 500 Euro Blindengeld pro Monat, aber Gehörlose bekommen nichts. Gelähmte erhalten Rente.

@flamingstar

Irgendwie habe ich das Gefühl das du nicht viel Ahnung hast was das Thema angeht, kann das sein?

Das sollte jeder für sich entscheiden können. Bei einem Grad von 100% sollte alledings bei einer Antragstellung positiv entschieden werden. Hat Ihr Bekannter schon einen Anlauf versucht?

Ich selbst bin seit 10 Jahren zu 100% schwerbehindert und arbeite weiter. Schlechte Erfahrungen habe ich leider auch bei der Angabe der Schwerbehinderung gemacht. Nach einem neuen Gesetzt muss der Schwerbehinderte allerdings die Schwerbehinderung nicht mehr angeben (wie z.B. Schwangere)

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