Schweigen als Zeuge und Beschuldigter?

5 Antworten

Wenn es eine Vorladung der Polizei ist, musst du imho noch nicht mal dahin, wenn du nicht willst.

Sorry, stimmt so nicht mehr

https://www.strafrecht-bundesweit.de/strafrecht-blog/vorladung-der-polizei-zeugen-muessen-zukuenftig-erscheinen

Vor Gericht oder Staatsanwalt sieht es anders aus. Da musst du wahrheitsgemäß aussagen, es sei denn, du belastet dich selbst oder nahe Angehörige mit der Aussage, aber da gehört dein Freund nicht mit dazu.

Ok, angenommen ich gehe nicht zur Vorladaung, muss ich damit rechnen dass ich bald nochmal zu einem Termin gebittet werde?

@jajako99

Hab meine Antwort korrigiert. Das zählt für Beschuldigte, für Zeugen nicht mehr uneingeschränkt. Oben habe ich einen Link, vielleicht hilft dir das weiter.

@jajako99

Denkst du dann lässt die Staatsanwaltschaft das einfach fallen, weil du keine Lust hast, dort hin zu gehen?

gelöscht, da Berichtigung der Antwort.

@furbo

Hab mich selbst schon korrigiert, s. oben. Trotzdem danke!

Bei der Polizei muss man unterscheiden, ob die Vorladung auf Anordnung der Staatsanwaltschaft erfolgte oder nicht.

Falls nein, muss man nicht erscheinen/aussagen.

Falls ja, muss man erscheinen und wahrheitsgemäß aussagen. Ausnahmen bestehen nur, wenn man sich selbst oder nahe Angehörige belasten würde, der Beschuldigte ein naher Angehöriger wäre oder bei bestimmten Berufen.

Das unberechtigte Verweigern der Aussage kann Ordnungsgeld und im schlimmsten Fall auch Ordnungshaft nach sich ziehen.

Habt nur ihr zwei Zeugen nichts gemacht oder gilt das auch für den Beschuldigten? Dann wäre schweigen nämlich unter Umständen nachteilig für ihn - je nachdem, was sonst noch für Erkenntnisse vorliegen.

Ok vielen dank

Falls ja, muss man erscheinen und wahrheitsgemäß aussagen

Nö, das muss man nur vor Gericht. Bei der Polizei muss man nur erscheinen.

@wiki01

Das lese ich in § 163 (3) StPO aber anders heraus:

Zeugen sind verpflichtet, auf Ladung vor Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft zu erscheinen und zur Sache auszusagen, wenn der Ladung ein Auftrag der Staatsanwaltschaft zugrunde liegt.

Miottlerweile gibt es auch eine Pflicht, der polizeilichen Vorladung zu folgen (wenn dieser eine staatsanwaltschaftliche Weisung zugrunde liegt).

Als Zeugen müsst ihr wahrtheitsgemäß aussagen und dürft nicht lügen. Ihr dürft allerdings eure Aussage verweigern, wenn ihr euch selbst oder Verwandte damit belasten würdet.

Solltet ihr die Aussage verweigern, könnte die Sache eskalieren, d.h. irgendwann werdet ihr aussagen und sei es erst nach einer Ordnungshaft (§ 70 StPO).

wenn ihr euch selbst oder Verwandte da mit belasten würdet.

... dies kann ja nur meine Einschätzung sein.

würde doch bedeuten, da meine Einschätzung niemand überprüfen kann, ich grundsätzlich eine Aussage verweigern dürfte oder ?

@KHSchindelar

Du musst schon dein Recht an einer bestimmten Person festmachen. Sagst du aber gegen eine dir unbekannte Person aus, aber es stellt sich dann heraus, dass er der Partner deiner Mutter bei einem One Night Stand 9 Monate vor deiner Geburt war, könntest du deine Aussage sogar zurückziehen, sie darf in der Hauptverhandlung nicht mehr verlesen werden (§ 252 StPO).

@furbo
wenn ihr  euch selbst  oder Verwandte da  mit belasten würde t.

.

Extra "FETT" ... "euch selbst" ...

Das wäre eine "bestimmte Person", Der Verwandtschaftsgrad war da weniger das Thema.

Möglicherweise würde ich mich selbst ins Schussfeld der (weiteren ? ) Ermittlungen bringen, würde ich die "Person" benennen.

Ich kann nur Überlegungen anstellen.

Wenn du Zeuge bist, warst du bei der Tat dabei, und sicher in der einen oder anderen Weise mitschuldig.

Wie wollen die dich zum Reden zwingen?

Alles, was du sagst, wird auch verdreht und gegen dich verwendet.

Die Polizei arbeitet mit Tricks, Lügen und Einschüchterung/Psychoterror.

Beprich dich am besten schon mal mit einem Anwalt.

Andererseits:

Wenn du gegen die verübte Straftat bist, solltest du dir überlegen, ob der Angeklagte wirklich ein Freund ist.

Versetze dich in die Rolle der Geschädigten!

Wie stark ist dein Sinn für Recht und Unrecht?

Wie sehr bist du für Gerechtigkeit?

Beste Option:

Rede mit dem Angeklagten und beschließt, ein umfassendes Geständnis abzulegen und tragt die Konsequenzen.

 (obwohl wir natürlich nichts gemacht haben)

.

Dann gibt es auch nichts zu sagen ...

... und braucht sich auch keine Sorgen zu machen.

Ns.

Sollte es soweit kommen ...

https://www.juraforum.de/gesetze/stpo/70-folgen-unberechtigter-zeugnis-oder-eidesverweigerung

... könnt ihr Euch ja auf einen anerkannten "Ehrenmann" z.B. Altkanzler Helmut Kohl und Euer Ehrenwort an Euren Kumpel einen höheren Stellenwert geben als dem Gesetz.

Bei Helmut Kohl hat das geklappt.

Zur Beugehaft, um zu einer Aussage zu kommen, kam es nicht.

Zu Bedenken:

Vor dem Gesetz sind alle gleich. Warum sollte gegen Euch mehr Druck ausgeübt werden als gegen Helmut Kohl ?

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