Schwarzfahren, wann gibt es eine Anzeige?

5 Antworten

In der Regel beim 3. mal. Dies kann aber einige Zeit dauern. Generell liegt dies aber im Ermessen des Unternehmens. Die können auch schon direkt beim 1. mal Anzeige erstatten, aber da kann man sich noch gut raus reden, ab dem 3. mal aber nicht mehr, da gilt der Vorsatz in der Regel als bewiesen.

Von der Anzeige an bis Post ins Haus kommt können einige Wochen vergehen, auch mal 1-2 Monate.

Strafen können von einigen hundert bis mehrere Tausend Euro sein, aber auch Sozialstunden und ggf. ein Arrest können in Frage kommen, letzteres aber eher sehr sehr selten.

Hängt vom Verkehrsunternehmen ab.

Grundsätzlich kann schon beim ersten Mal Anzeige erstattet werden, aber aus Kulanz (jeder kann sich mal irren oder etwas vergessen) wird meist darauf verzichtet.

Beim vierten Mal würde ich aber davon ausgehen, dass es spätestens jetzt eine Anzeige gibt.

was wird dann wohl auf ihn zukommen? er ist 19 jahre alt.

@0815Nudel

Oh, sogar schon volljährig - dann muss nicht einmal mehr das Jugendstrafrecht angewendet werden...

Leistungserschleichung kann nach § 265a StGB mit mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden.

Das liegt im Ermessen des Unternehmens, wie bei Schwarzfahrern vorgegangen wird. Schon bei dem 1. mal kann eine Anzeige erfolgen, allerdings räumen viele Unternehmen eine 2. Chance ein. Beim 4. mal kannst du aber ganz sicher mit einer Anzeige rechnen.

Was wird dann wohl auf ihn zukommen? er ist 19 jahre alt.

@0815Nudel

Das wird wohl nach Erwachsenenstrafrecht verhandelt werden und auf eine derbe Geldstrafe hinauslaufen (+ Kosten für das Verfahren).

@gri1su

oh man... naja ist er halt selbst schuld :( danke

@0815Nudel

19 Jahre ist Heranwachsender und fällt unter die Jugendstrafe. Bis zum 21 Lebensjahr wird zu 99,99 Prozent nach Jugendstrafrecht verurteilt.Wenn er sich nichts zu Schulden kommen hat lassen bisher, kann es eingestellt werden oder es gibt Sozialstunden

@stringmaus2012

nicht ganz richtig: Jugendstrafrecht kommt nicht automatisch, sondern nur dann in Betracht, wenn ihm noch die fehlende Reife eines Erwachsenen bescheinigt wird. Weitere Voraussetzungen sind erforderlich, damit in solchen Fällen noch das Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt. Und selbst nach Jugendstrafrecht wird das Verfahren nicht eingestellt werden.

Das kommt ganz darauf an. Wenn dein Bruder zuhause einen gültigen Ausweis hat, muss er beim 1. mal 5euro zahlen und den Fahrausweis nachzeigen.

Hat er keinen, kann er immer angezeigt werden.

Schwarzfahren ist Beförderungserschleichung

Der Täter muss die Absicht haben, das Entgelt nicht zu entrichten. Absicht ist der zielgerichtete Wille des Täters, einen Erfolg der Tathandlung herbeizuführen. Die Absicht wiederum ist rechtlich ein Vorsatz ersten Grades. Beim „Schwarzfahren“ liegt der Wille des Täters darin, sich kostenlos eine Fahrtleistung zu erschleichen, wodurch er das Vermögen des Transportunternehmens schädigt. Hat jedoch jemand sein Monats-, Dauer-, Netz- oder Firmenticket von öffentlichen Verkehrsmitteln vergessen und kann es bei einer Kontrolle nicht vorzeigen, ist eine Absicht hingegen nicht vorhanden. Die Strafbarkeit nach § 265a StGB setzt nämlich einen Vermögensschaden voraus, der darin liegt, dass der Täter die Leistung eines Transportunternehmens in Anspruch nimmt, ohne diese bezahlt zu haben. Sinn der Pflicht zum Mitführen des Fahrausweises ist die Beweiserleichterung, die darin zu sehen ist, dass nicht der Verkehrsbetrieb die Nichtzahlung, sondern der Fahrgast durch Mitführen des Fahrscheins die Zahlung des Entgelts nachzuweisen hat.[3]

Erfüllt der Täter die Voraussetzungen, so wird er nach § 265a StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Außerdem droht ihm bei Wiederholung ein Hausverbot des betroffenen Beförderungsunternehmens, sodass bei Missachtung zusätzlich der Straftatbestand des Hausfriedensbruchs (§ 123 StGB) verwirklicht wird. Das Hausverbot kann beliebig verfügt werden und ist nicht einmal an begründbares Fehlverhalten wie „Schwarzfahren“ gebunden. Im öffentlich-rechtlichen Bereich ist ein erteiltes Hausverbot ein Verwaltungsakt und muss zur Wirksamkeit dessen formelle und inhaltliche Voraussetzungen erfüllen.

Behauptet der Schwarzfahrer bei einer Kontrolle wahrheitswidrig, bereits kontrolliert worden zu sein oder zeigt er einen falschen, nicht gültigen oder nur für bestimmte Zonen gültigen Fahrschein vor, kann er sich wegen Betruges strafbar machen (Strafe: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis fünf Jahre). In diesen Fällen ist § 265a StGB subsidiär. Bei einer falschen Fahrkarte kann noch eine Urkundenfälschung in der Alternative des Gebrauchmachens einer unechten oder verfälschten Urkunde vorliegen.

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