Schuldner ist Privatinsolvent, wie komme ich an mein Geld?

4 Antworten

Ich habe bis vor kurzem in einer Werbeagentur gearbeitet als Freiberufler.

Klingt schon unglaubwürdig.

Lange Zeit habe ich nichts vom Arbeitgeber gehört

Seit wann haben Selbständige Arbeitgeber? Ich habe jedenfalls keinen.

Kann ich ihn jetzt noch Mahnen und Verklagen um mir mein Geld zu holen ? Er meint wenn er Insolvent ist, braucht er mir keinen Cent zu bezahlen weil bei ihm nichts zu holen wäre.

Du kannst deine Forderung titulieren lassen, was dich Geld kostet und dich an die Liste der Gläubiger einreihen. Du wirst nur einen Bruchteil deines Geldes wieder bekommen.

Wende dich sb einen Anwalt, der deine Ansprüche noch mit auf die Liste setzt. Sollte beim Schuldner noch iwas an Werten vorhanden sein, gibt es ev eine Quote, nach der die Gläubiger bedient werden können. Ist der Schuldner schon in der Wohlverhaltensphase, ist Füße stillhalten angesagt. Du kannst dann nur noch hoffen, dass der Schuldner am Ende der Wohlverhaltensphase keine Restschuldbefreiung bekommt (Fehlverhalten d. Schuldners, weil er neue Schulden gemacht hat/ nicht das Geld angeführt hat, was er abführen musste), denn dann kannst du dein Geld wieder einfordern. LG Elfi96

Wieso einen Anwalt beauftragen und damit noch mehr Verluste machen, als sowieso bereits entstanden sind? Eine Forderungsanmeldung bekommt jeder Laie hin. Das Anhäufen von neuen Schulden ist im Regefall übrigens kein Restschuldbefreiungsversagungsgrund.

War er dein Arbeitgeber oder die Werbeagentur? Wann ist deine Forderung entstanden/begründet worden? Vor der Eröffnung oder danach?

Ich gehe einfach mal davon aus, dass dein Anspruch bereits vor Insolvenzeröffnung bestand. Damit bist du Insolvenzgläubiger und kannst deine Forderung zur Tabelle anmelden. Leider wirst du nicht viel davon sehen, da bei einer durchschnittlichen Privatinsolvenz sehr geringe bis gar keine Quoten ausgeschüttet werden.

Wie und wo kann ich das machen ?

@Elkaine

Du meldest bei seinem Insolvenzverwalter in zweifacher Ausfertigung deine Forderung mit etwaigen Zinsansprüchen unter Angabe des Rechtsgrundes an. Wer das ist, kannst du unter Insolvenzbekanntmachungen.de herausfinden. Wenn ihm die Forderung bekannt ist, wird er dich aber von sich aus anschreiben.

Mahnen und verklagen kannst Du jeden jederzeit. Es stellen sich aber oft die schlauen Fragen danach, ob man obsiegen wird und wer die Kosten zu tragen hat.

Wenn Du nicht selbst klagen kannst, wirst Du das schon beim Beauftragen eines Anwalts merken. Nicht wenige Anwälte lassen sich ihr Honorar schon mal als Vorschuss vom Kläger bezahlen. Wenn beim Verklagten nichts zu holen ist...

Deine Frage müsstest Du Dir eigentlich mit Logik aus Schulmathematik selbst beantworten können. Was willst Du denn von Null noch nehmen?

Übrigens bringt mich Deine Ausdrucksweise "Arbeitgeber" und "Freiberufler bei einer Werbeagentur" schon auf den Gedanken, dass Du gar nicht wirklich freiberuflich warst, sondern nur scheinselbständiger Arbeitnehmer.

Dieses Modell wählen nicht ohne Grund gerne saubere Unternehmer, die entweder von vornherein nur betrügerische Absichten haben oder allzu nahe am Minus wirtschaften, aus dem sie sich nur mit Hinterziehung von Lohn- und Beitragszahlungen knapp retten können.

Das sollte man gleich die Finger von lassen. Und Du hast jetzt Lehrgeld für die Einsicht gezahlt, die hoffentlich kommt.

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