Schmerzensgeld zu Tagessätzen (Strafrecht)

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Hallo DonZmuda,

wenn man von Tagessätzen spricht, dann ist das im Zusammenhang mit der verhängten Strafe zu sehen.

Geldstrafen in einem Strafprozess, werden immer in sogenannten Tagessätzen verhängt. Ein Tagessatz entsprich 1/30 des zur Verfügung stehenden Einkommens.

In Deinem Fall bedeutet dass, dass der Angeklagte im Monat 2700 Euro im Monat zur Verfügung hat.

Die 900,- Euro zu denen er Verurteilt worden ist, dürften aber kein Schmerzensgeld sein, dass Du bekommst, sondern das ist die Geldstrafe und diese geht an den Vater Staat.

Wenn Du von dem Angeklagten Schmerzensgeld haben willst, musst Du dieses auf dem Zivilrechtlichen Wege einfordern. Du kannst ihn zwar auch ohne Rechtsanwalt auffordern Dir eine bestimmte Summe zu zahlen, aber wenn die Forderung von einem Rechtsanwalt kommt, hat die Forderung eine ganz andere Gewichtung. Dein Rechtsanwalt weiß auch am besten aufgrund seiner jahrelangen Erfahrungen und ihm zur Verfügung stehender Listen, in welcher Höhe Dir Schmerzensgeld zusteht.

Zahlt der Typ trotz Forderung nicht, kann man das Schmerzensgeld auch einklagen.

Was viele nicht wissen ist, dass man das Schmerzensgeld auch im sogenannten Adhäsionsverfahren im Strafprozess mit einfordern kann. Vorteil dabei ist, dass man sich die ganze zivilrechtliche Geschichte sparen kann und man oft schneller an sein Geld kommt, wenn der Angeklagte als Schuldig verurteilt wurde, aber auf der anderen Seite gehen die Ansprüche auf Schmerzensgeld verloren, wenn er beispielsweise wegen Schuldunfähigkeit oder aus Mangel an bewiesen freigesprochen wird.

Hast Du denn einen Antrag auf ein Adhäsionsverfahren gestellt?

Also noch mal zusammengefasst. Die Geldstrafe von 900,- Euro bekommst nicht Du sondern das Gericht. Schmerzensgeld müsstest Du gesondert einfordern.

Im Moment komme ich nur nicht dahinter, wieso Du von Schmerzensgeld in Zusammenhang mit Tagessätzen sprichst. Denkst Du die 900,- Euro waren Schmerzensgeld oder hast Du Schmerzensgeld in dem von mir gerannten Adhäsionsverfahren erhalten, dann wurde dieses aber nicht in Tagessätzen festgelegt, sondern die Summe wurde aufgrund der vorhandenen Verletzungen festgelegt.

Schöne Grüße
TheGrow

Vielen dank für die sehr hilfreiche antwort! Ja das war dieses Verfahren was du meinst. Wo man bei der Polizei einfach diesen "Flyer" ausfüllt.

DH! Sehr kompetente Antwort - wie immer.

10 Tagessätze à 90 €! Dabei handelt es sich sicherlich nicht um Schmerzensgeld, das er an dich bezahlen muss. Das ist die Strafe,zu der der Angeklagte verurteilt wurde. Falls du Schmerzensgeldansprüche hast, musst du diese zivilrechtlich einklagen.

Bei Geldstrafen entspricht ein (1) Tagessatz dem 30ten des Nettomonatslohns. Alo zum Beispiel: Monatlicher Nettoverdienst 1.500,- Euro, 1 Tagesssatz dann 50,- Euro. Für Autofahren unter Alkoholeinfluss werden zumeist 30 - 40 Tagessätze verhängt, für einen simplen Ladendiebstahl vielleicht 5, 10 oder 15 Tagessätze, je nach dem Wert der Beute. Das Geld bekommt die jeweilige Landeskasse, nicht etwa der Geschädigte.

Zahlung kann mit einem mal oder auf Raten erfolgen. Die Anzahl bestimmt nur die Höhe der Strafe, nicht die Zahlungsmodalität.

das gericht entscheidet ob diese 900 euro

  • schmerzensgeld an dich oder

  • strafzahlung an eine andere institution ist

falls du das schmerzensgeld bekommen sollst, wird üblicherweise dein anwalt zwischengeschaltet

falls es eine strafzahlung ist ... hast du damit nichts mehr zu tun

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