Schlüssel verloren - müssen wir als Mieter hochwertige Schließanlage zahlen?

5 Antworten

Das Auswechseln der Schließanlage ist korrekt, die neuen Türgriffe musst du natürlich nicht zahlen. Wenn die Versicherung wirklich nicht zahlt, hast du nur 2 Möglichkeiten, dich auf einen Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang einlassen, oder in den sauren Apfel beißen und zahlen.

Er kann natürlich jetzt keine Top Schliessanlage verlangen wenn vorher was deutlich schlechteres eingebaut war. Er kann höchstens eine vergleichbare Anlage verlangen. Die Türgriffe haben mit dem Schloss nichts zu tun und die würde ich auch nicht zahlen.

Verliert eine Putzfrau einen Schlüssel für eine Schließanlage zahlt sowas regulär die Privathaftpflichtversicherung.Wenn es denn eine gibt.Das der Vermieter da eigenmächtig etwas in Auftrag gegeben hat was weit über dem Wert der alten Schließanlage liegt muß sowas nicht bezahlt werden.Für den Schlüßeltyp ist wichtig wer den Auftrag erteilt hat.Also Vermieter.Wer einen Auftrag erteilt muß auch zahlen.Wenn du jetzt ganz dreist bist,zahlst du auch nicht.Gibt der Vermieter nicht den neuen Schlüssel darf er das nicht,weil er dann gegen den Mietvertrag verstoßen würde.Ein Vermieter darf dich nicht von der angemietetn Wohnung fern halten.So hast du erstmal Zeit das mit deiner Versicherung abzuklären. Gruß Ralf

Zunächst einmal sei froh, dass der Vermieter so über das Ziel hinaus geschossen hat. Warum froh? Weil jetzt Deine Versicherung handeln muss!

Schau Dir die Vertragsbedingungen Deiner Haftpflichtversicherung an. Unter Punkt 3. Leistungsumfang gibt es den Absatz 3.1:

Der Versicherungsschutz umfasst ... die Abwehr unberechtigter Schadensersatzansprüche... Das steht also noch vor dem Versicherungsschutz "Entschädigung des Geschädigten".

Unter 3.3 steht: Kommt es in einem Versicherungsfall zu einem Rechtsstreit über den Anspruch zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Geschädigten oder dessen Rechtsnachfolger, so führt der Versicherer den Rechtsstreit im Namen des Versicherungsnehmers auf seine Kosten.

Das bedeutet: Hätte Dein Vermieter nur die Kosten für einen Ersatzschlüssel verlangt oder insgesamt unter 150 €, wäre Deine Versicherung überhaupt nicht in der Pflicht. Da der Schaden aber jetzt vom Vermieter wesentlich höher angemeldet wurde, muss die Versicherung auf ihre Kosten womöglich im Rahmen eines Gerichtsprozesses dafür sorgen, dass der Anspruch abgewehrt wird. Das ist überhaupt nicht mehr Deine Sache und auch nicht die Sache Deines Anwalt. Dieser hat sich lediglich darum zu kümmern, dass die Versicherung ihre Leistungspflicht im Sinne der Abwehr unberechtigter Ansprüche erfüllt.

Kommt am Ende eines Verfahrens z. B. raus, dass der Geschädigte 300 € bekommt, musst Du nur noch Deine Selbstbeteiligung bezahlen und den Rest übernimmt wieder die Versicherung. Keinesfalls kann der Geschädigte danach noch von Dir mehr als das verlangen, was die Versicherung lt. Gerichtsurteil oder Vergleich nicht bezahlen muss.

Also schau dass Deine Versicherung in Sachen "Abwehr" aktiv wird und lehn Dich ansonsten beruhigt zurück. Deinen Vermieter verweist Du ausschließlich und konsequent an Deine Versicherung.

Du warst außerhalb unterwegs. Wieder daheim, stelltest du den Verlust fest. Deshalb ist keine Notwendigkeit des Wechsels der Schließanlage erforderlich. Ein Finder könnte hier kaum den Schlüssel zuordnen. Es wäre deshalb lediglich der Ersatzschlüssel zu bezahlen. Der Vermieter will hier auf deine Kosten die Anlage etc. modernisieren.

Doch, genau dann wäre nämlich ein Austausch der Schließanlage notwendig. Dis hat im Übrigen auch der BGH nochmals bestätigt ( Urteil vom 5. März 2014 – VIII ZR 205/13).

Der BGH stellt hier 3 Voraussetzungen:

  1. Es muss ein Verschulden des Mieters vorliegen
  2. Ein Mißbrauch kann nicht ausgeschlossen werden.
  3. Der Vermieter muss die Anlage tatsächlich auswechseln.

Ein Mißbrauch kann hier nicht ausgeschlossen werden, da der Mieter nicht weiß, wo er ihn verloren hat. Vielleicht wurde er bei Verlust beobachtet? Oder gestohlen?

Was möchtest Du wissen?