Schimmel wegen zu niedrigem Fliesenspiegel?

8 Antworten

das es sein kann das Sie das selber zahlen muss weil das bad zum baden da sei und nicht zum duschen

Das ist insofern richtig, weil die Wohnung schon in diesem Zustand war, als sie von Deiner Mutter angemietet wurde. Wenn sich also während der Nutzung heraus stellt, dass es ungünstige Folgen haben kann, wenn man duscht, dann muss man als Mieter dafür sorgen, dass diese Folgen eben nicht eintreten. Man hat keinen Anspruch darauf, dass an dem Bad was geändet wird, solange es so gebraucht werden kann, wie am Anfang.

Ich nehme nicht an, dass es sich um ein "Dunkelbad" handelt, sondern um ein Bad mit Fenster. Das bedeutet, wenn Schimmel an den Wänden auftritt, wird zu wenig oder falsch gelüftet.

Richtig wäre:

Nach dem Duschen Wände und Fliesen abwischen, dass die Nässe schon mal weg ist von den Wänden. Dann Fenster auf und möglichst mit Durchzug mehrere Minuten lang löschen. Dann haben auch die nicht gefliesten Wände eine Chance zum abtrocknen.

Falsch wäre:

Wenn man die Wände / Fliesen nicht abwischt und das Fenster lediglich stundenlang kippt, denn dann passiert genau das, was jetzt erkennbar ist.

Die Wände sind nass, kühlen erst recht aus, aber die Feuchtigkeit bleibt im Raum.

Falls es doch ein Dunkelbad ist, hat es vermutlich einen Abluftschacht. Der Filter darin setzt sich im Lauf der Zeit zu und irgendwann geht zu wenig durch. Das würde erklären, warum erst jetzt Schimmel auftritt und nicht schon all die Jahre.

Für Deine Mutter gilt:

Entweder sie passt ihr Verhalten an die Gegebenheiten an, was evtl. auch bedeuten würde, dass sie nicht mehr im Stehen duschen kann oder sie sucht sich eine andere Wohnung, wo bis zur Decke oder jedenfalls weiter rauf gefliest ist.

Sie sollte in jedem Fall zusehen, dass sie den Schimmel los wird, bevor sie auch noch schadensersatzpflichtig gemacht wird. Der Schaden könnte darin bestehen, dass der gesamte Putz abgemacht, die Wände mit Bautrockner getrocknet werden müssen und dann wieder neu verputzt werden muss. Das könnte ganz schön teuer werden.

Dass es an einem Badewanneneinlauf auch eine Brausegarnitur gibt, ist ganz normal seit mindestens 50 Jahren, was aber nicht heißt, dass deswegen Duschen im Stehen möglich sein muss.

Wenn der Schimmel aufgrund eines Mieterverschuldens entstanden ist, dann trägt die Mutter auch die Kosten der Beseitigung.

Auch wenn man duscht (das kann der Vermieter gar nicht verbieten), kann man Schimmel vermeiden, in dem man das Bad hinterher ordentlich lüftet.

Ein Anspruch auf Vergrößerung des Fliesenspiegels besteht grundsätzlich nicht.

Das Badezimmer hat kein Fenster und die Tür sind nachdem Geduscht wurde immer weit auf weis nicht ob das reicht.

@Fancy328

Es muss aber eine andere Lüftungsmöglichkeit geben. Hier dürfte wenigstens ein elektrischer Lüfter verbaut sein, oder?

Dieser sollte mal auf Funktionalität geprüft werden. Wenn die Bewohner aber gern mal sehr heiß und lange duschen, nützt der auch wenig.

Ich würde hier einfach mal prüfen, ob der Schimmel nur oberflächlich auf der Tapete liegt, d.h. weggewischt werden kann.

@ChristianLE

Das mit dem Abwischen sage ich ihr, dann soll sie das mal testen. Ein Lüftungsgitter ist da aber ob der geht weis ich leider nicht, müsste ich sie fragen erstmal.

@Fancy328

Um Gottes Willen. Das habe ich hier auch schon gelesen aber ... AUF GAR KEINEN FALL WISCHEN ! Man verteilt dadurch die Sporen schön auch auf nicht befallenen Flächen! Besser, mit einem mit Spiritus getränkten Schwamm auf die verschimmelten Flächen tupfen und den Schwamm dann wegschmeissen. Den Schwamm nicht versuchen auszuwaschen.

@AchIchBins

Ich habe das auch nicht auf die Schimmelbeseitigung bezogen, sondern auf die Ursachenforschung.

Schimmel ist immer ein super schwieriges Thema, da Vermieter die Schuld gern von sich weisen und man das dann erstmal mühsam beweisen müssen. Natürlich darf in der Badewanne geduscht werden!

Bevor ihr den langen und teuren Rechtsweg einschlagt, weist den Vermieter nochmal schriftlich auf die Mängel hin und setzt eine angemessene Frist zur Beseitigung. Dann kann man immer noch mit einer Mietminderung vorgehen, da solltet ihr euch aber vorher mal anwaltlich beraten lassen.

Schimmel ist immer ein super schwieriges Thema, da Vermieter die Schuld gern von sich weisen

 

Das machen die Mieter aber ganz genau so. Tatsächlich ist es so, dass ca. 80% der Schimmelfälle in einem falschen Lüftungs- und Heizverhalten der Mieter begründet sind.

@ChristianLE

Die Zahl bezweifel ich ganz stark. Aber ja, das Problem ist, dass man der Gegenpartei erstmal die Schuld nachweisen muss.

@CharaKardia

Aber ja, das Problem ist, dass man der Gegenpartei erstmal die Schuld nachweisen muss.

 

Das ist in der Regel recht einfach. Wenn sich der Schimmel beispielsweise abwischen lässt, d.h. nur oberflächlich ist, dann kann man zu 95 % von einem Mieterverschulden ausgehen.

 

@ChristianLE

In meiner täglichen Praxis sind es sogar 90%.

@CharaKardia

Es liegt hier kein Mangel vor. Deshalb kann es weder eine Fristsetzung zur Schimmelbeseitigung noch eine Mietminderung geben.

@ChristianLE

Als Gutachter musste ich etwas ganz anderes feststellen:

Der größte Teil der Schimmelfälle resultiert aus der Umsetzung der deutschen Vorschriften zur Energieeinsparung.

Vor allem beim Altbau ist der ungenügende Luftaustausch wegen zu dichter Fenster die Katastrophe Nr. 1.

Lies Dir DIN 1946 und DIN 18017 durch oder nimm ein normales Fachbuch (z.B. RWE-Bau-Handbuch).

Für Bäder wäre ein Abluftstrom von 60 m³/h normal, damit die Feuchte in erträglicher Zeit hinaus kommt.

Bei dem laut Stand der Technik anzustrebenden Luftwechsel von 50 % des Volumens aller Räume (pro Stunde) sollte die Raumluft praktisch aller zwei Stunden gewechselt werden, damit die Gesamtfeuchte (Kochen, Schlafen, Grünpflanzen, evtl. Wäsche, Handtücher ...) von etwa 8 Litern pro Person und Tag raus befördert wird. (Beamte werden evtl. nur mit 4 Liter veranschlagt).

Das Ganze ist natürlich kein Problem bei Öfen und Kaminen.

So einfältig kann man jedoch nicht sein, dass man erwartet, dass ein Mieter zu Hause bleibt, um eine sog. moderne, allseitig zugestopfte Wohnung täglich mehrfach zu lüften.

(Natürlich sagen einige Urteile etwas anderes aus, weil in Deutschland nicht nach Realität, sondern nach Vorschrift entschieden wird.)

Das ist generell schwierig.

Der niedrige Fliesenspiegel kann, muss aber nicht Grund für den Schimmel sein. Natürlich muss der Vermieter da jetzt erst mal beweisen, dass der Schimmel nicht aufgrund baulicher Mängel vorliegt.

Theoretisch könnte es in dem Fall aber auch sein, dass das Verschulden beim Mieter liegt.

Natürlich ist es Quatsch zu sagen, dass man in einer Badewanne nicht duschen darf. Der Mieter muss aber auch darauf achten, dass er beim Duschen da die Wand nicht völlig durchweicht. Man müsste da jetzt wirklich die genauen Gegebenheiten kennen.

Die Sache ist ja die....wenn sich der Vermieter weigert, da was zu machen bzw. den Schimmel fachgerecht entfernen zu lassen, wird es auf eine Klage hinauslaufen.

Den Fliesenspiegel muss der Vermieter jetzt aber nicht unbedingt erhöhen. Auch muss nicht unbedingt im Laufe der Jahre unbedingt irgendwas ersetzt werden.

Der Schimmel im Bad ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht entstanden, weil der Fliesenspiegel zu niedrig ist, sondern weil nicht ausreiched gelüftet wurde.  Wird nach dem Baden / Duschen richtig gelüftet, entsteht kein Schimmel. Es ist allgemein üblich , dass bei einer Badewanne nicht in Deckenhöhe gefliest wird. Ein Duschkopf ist häufig an einer Wannenarmatur vorhanden. Wenn man in einer Badewanne stehend duscht, dann muss man halt auch dafür sorgen, dass die Wände abgewischt werden und ausreichend gelüfet wird.

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