Schenkung an zweite Ehefrau von Kindern erster Ehe anfechtbar?

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Haben die Kinder aus erster Ehe die Möglichkeit, die Schenkung 10 Jahre nach Schenkungszeitpunkt anzufechten?

Keine Sorge: An das Haus selbst kommen sie nicht ran, an den Teilwert nach 10 Jahren auch nicht mehr und innerhalb dieser Zeit 10 lange Jahre lang erst garnicht ran :-O

Im Einzelnen:

  1. Eine Schenkung wäre niemals anzufechten. Dieser verpflichtend notariell zu beurkundende Übergang des Hauses wäre wirksamer Vertragsschluß zwischen den Parteien.

  2. Die gesetzlichen Erben des Mannes, mithin dessen Kinder, hätten, verstürbe er innerhalb von 10 Jahren seit Übertragung, aus dem Übertragungswert (Verkehrswert) bei Grundbuchänderung einen degressiven, d. h. jährlich 10% fallenden Ergänzungsanspruch in Geld. Dieser Bruchteilswert wäre dem Nachlass entsprechend hinzuzurechnen und erhöht deren Erbquote zum Pflichtteilssatz.

  3. Dieser Anspruch wäre allerdings von der Eigentümerin als Ehefrau ebenso gesetzliche Erbin, 10 Jahre lang gestundet (ausgesetzt) zu verlangen, wen sie für die Pflichtteilsergänzungsforderung der Kinder das Haus verkaufen müßte, in dem sie selbst wohnt.

G imager761

Eine vorsichtige rein theoretische Frage aus Interesse: Ist eine Schenkung bei andauernder Geistesstörung nicht anfechtbar? Dann wäre die Schenkung doch schwebend unwirksam oder? LG

Nochmal zusammengefasst: Wenn der Mann seinen Kindern aus 1. Ehe möglichst nichts hinterlassen möchte hat er keine Möglichkeit - außer es 10 Jahre nach seinem Ableben herauszuzögern?

Oder mal andersrum. Scheidungsrecht vor 1976. Paar lässt sich scheiden.SIE wurde schuldhaft geschieden wegen "böswilligen Verlassens", bekommt Sorgerecht und die zwei Kinder, er den ganzen Rest. Mann heiratet neu, neues Kind aus 2. Ehe. Neue Frau ist "nur" Hausfrau, Neues Kind ist psychisch labil. Mann will möglichst alles der neuen Familie hinterlassen. Ehemaliges, schönes altes Baunernhaus mit großem Grundstück wurde inzwischen verkauft und neues spießiges 08/15-Klinkerhaus mit Minigarten gekauft. Ein Kind aus erster Ehe wurde schon vor Jahren "abgespeist" und hat auf Erbe verzichtet. Anderes Kind aus erster Ehe fürchtet (inzwischen auch Mutter - Mutter des einzigen Enkels des Mannes) nun (da kürzlich um Geld gebeten und angeblich NICHTS da wäre; 50 Euro wurden in die Hand gedrückt), dass bereits das ganze Vermögen an die neue Frau übergegangen ist. Wie soll sich nun das Kind aus erster Ehe, dass eigentlich noch Anspruch auf Erbe vermuten könnte, verhalten? Eine Summe zum Auszahlen vorschlagen? Gibt es ein Recht, das Vermögen schätzen zu lassen?

Die 10 Jahre sind keine Anfechtungsfrist, sondern die Frist für den Pflichtteilsergänzungsanspruch.

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2325.html

Gilt die 10-jährige Verjährungsfrist der Anfechtbarkeit der Schenkung gegenüber den Kindern erster Ehe ab dem Zeitpunkt der Schenkung oder ab dem Zeitpunkt des Todes des Mannes?

Dazu sagt der Gesetzestext eindeutig:

Ist die Schenkung an den Ehegatten erfolgt, so beginnt die Frist nicht vor der Auflösung der Ehe.

Bezüglich des Hauses wäre eine Möglichkeit die Frau als Vorerben und die Kinder als Nacherben des Hauses einzusetzen. In diesen Fall müßten die Kinder das Nacherbe ausschlagen um an den Pflichtteil verlangen zu können. Die Frage ist allerdings, ob sich das für die Kinder wirtschaftlich lohnt. Insbesondere, wenn die Ehefrau schon ein höheres Alter erreicht hat.

weil sie die Pflichtteile der Kinder erster Ehe nicht ohne Verkauf des Hauses auszahlen könnte, will der Mann das gesamte Haus seiner zweiten Ehefrau überschreiben.

Grundsätzlich kann die Ehefrau die Stundung des Pflichtteils verlangen, wenn die sofortige Zahlung eine unbillige Härte, wäre. Allerdings wäre hier zu versuchen, einen Kredit auf das Haus aufzunehmen.

Sofern der Ehemann noch nicht allzu alt ist, wäre auch eine Absicherung durch eine Risikolebensversicherung möglich. Hierbei ist darauf zu achten, das die Frau der Versicherungsnehmer und der Mann die versicherte Person ist.

Nö sollte nix passieren. Denke ich.

Ich habe auf Tipp meinen Großeltern geraten mir das meiste des Erbens mir zu "schenken" damit der Staat die Hände garnicht erst aufhalten brauch. Ich habe nie was gehört das ich die Summe versteuern soll. (laut Steuerberater)

Ansonsten kann ich dir noch die Seite frag-einen-anwalt.de empfehlen

Dann hast du innerhalb von 10 Jahren durch Schenkung und Erbe weniger als 200.000 Eur bekommen oder als Vollwaise 400.000 EUR oder darfst noch 10 Jahre lang auf eine Nachversteuerung hoffen :-O

G imager761

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