Schatzmeister betrügt Verein (kein E.V.), was kann man machen?

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Selbst wenn der Verein nicht als e.V. eingetragen ist, muss der Verein eine Gesellschaftsform haben. Und jede Gesellschaftsform hat eine Person die ggf. haftbar ist.

Daher müsstest du heraus bekommen, welche Gesellschaftsform der Verein hat und wer ggf. haftbar ist. Denn ohne das existiert auch kein Verein und auf welcher Grundlage werden dann ggf. Beiträge kassiert.

Das es sich nicht um eine e.V. handelt ist ungewöhnlich, denn der Verein muss ja ggf dann auch seine Einnahmen versteuern.

Mein Rat an euch ist das der gesamte Vorstand sich geschlossen gegen den ersten Vorsitzenden stellt und dem die Pistole auf die Brust setzt damit ihr den Kassenwart los werdet. Sollte er nichts unternehmen, so würde ich direkt mit einer entsprechenden Anzeige drohen. (Da muss sich aber der Vorstand ansonsten einig sein und Rückendeckung von den Mitgliedern haben).

Das der 1te Vorsitzende 80zig und gesundheitlich angeschlagen ist darf nicht der Maßstab sein, er ist i.d.R. voll auch mit seinem Privatvermögen haftbar und das muss man ihm auch klar machen. Wenn er sein Amt nicht mehr ausüben kann muss er es niederlegen.

Danke für die tolle Erklärung, ist echt super hilfreich!

Zur Gesellschaftsform: Es ist eine unübersichtliche Rechtslage, der 80-jährige 1. Vorsitzende "regiert" seit ca. 20 Jahren & weiß selber nicht was er redet und macht, revidiert ständig alles & hat keine große Ahnung. Er ist nur noch formal 1. Vorstand, weiß vieles nicht, stellt sich auch keinen Herausforderungen & delegiert nahezu alles an den 2. Vorsitzenden oder eben den Schatzmeister, eher aber an den Schatzmeister weil der eben sozial schwach ist, laut dem 1. Vorsitzenden bedürftig ist, Hilfe braucht & Anerkennung erhalten soll.. und so endet das dann eben.

Gemeinnützig ist der Verein, aber lt. dem Schatzmeister ist es so dass man jährlich angeblich einen gewissen Beitrag ausgeben muss um die Gemeinnützigkeit nicht entzogen zu bekommen. Den gibt er dann in der Regel für eigene Dinge aus oder eben für nicht nachweisbare Verwendungszwecke. Der 1. Vorsitzende billigt das mit vollstem Wissen & alle anderen sind dagegen, aber er überstimmt das einfach oder trifft sich privat mit dem Schatzmeister wo er dann "Alleinrecht" ausübt.

Das mit dem Privatvermögen ist natürlich interessant, wusste ich bisher nicht!

@rotesand

Ich empfehle dir dann mal folgenden Link:

http://www.vereinsknowhow.de/kurzinfos/leitfaden.htm#3

Besonders Punkt 3 und Punkt 5.

Mit den Ausgaben hat der Schatzmeister natürlich Recht, ein gemeinnütziger Verein darf kein Vermögen aufbauen, höchstens ein paar Rücklagen. Aber bei einer Gemeinnützigkeit dürfen die Mitgliedsbeiträge und sonstige Einnahmen nur entsprechend den Vereinszielen verwendet werden wie sie auch in der Satzung stehen müssen.

Desweiteren ja muss auch eine Jahreshauptversammlung stattfinden auf der der Vorstand ja ggf. auch entlastet wird (fehlt diese Entlastung bedeutet das, das der Vorstand ggf. als solcher privat haftbar bleibt).

Aber wie geschrieben zuerst sollte der Vorstand versuchen geschlossen dem 1ten Vorsitzenden die Pistole auf die Brust zu setzen und ggf auch mit einer entsprechenden Anzeige drohen. Ein Vorsitzender ist kein Alleinherrscher sondern er arbeitet im Auftrag der Mitglieder.

@bcords

Es gibt jedes Jahr ein Clubtreffen, wo alle Mitglieder erscheinen & der Vorstand auch. Der Vorstand wird da entlastet, es gibt Jahres-Berichte aus dem Clubleben der einzelnen Amtsinhaber & einen Abgeordneten vom Dachverband (ist bei uns meistens der Schatzmeister, alles klar..) der einen Gruß spricht.. gewählt wurde jahrelang nicht bis der Dachverband einschritt & der 1. Vorsitzende, der total widerwillig alles abblocken wollte, dann unter Zwang eine Vollversammlung mit Neuwahlen einleiten musste.

Von den Vereinsformen her sind wir ein nicht eingetragener Verein. Der Link ist Super informativ, danke ;)

Das maßgebliche Instrument eines Vereines ist immer die Mitgliederversammlung. Die kann den 1. Vorsitzenden abwählen und auch den Schatzmeister.

Die Sache sollte auf jeden Fall vor die Mitgliederversammlung. Für den Mißbrauch des Vereinsvermögens kann man den Rest in Haftung nehmen (lassen).

Stimmt! Wenn ein Nachfolger gefunden werden würde, könnte man den 80jährigen abwählen - aber es gibt keinen Nachfolger, und der 2. Vorsitzende schließt es vorerst mal aus.

@rotesand

Welche Optionen habt ihr?

  1. Alles läuft weiter wie immer, und ihr duldet es.

  2. Alles läuft weiter wie immer, und die die es stört, treten aus.

  3. Die Mitgliederversammlung beschließt die Auflösung des Vereines.

  4. Irgendwer findet sich doch noch und übernimmt das Ruder.

Abwählen kann man auch ohne Nachfolger, aber in der Regel steht in der Satzung, dass der Amtsinhaber die Geschäfte ausübt bis ein Nachfolger gewählt wurde.

@Meandor

Austritte gab es schon einige wegen dem Schatzmeister, waren im letzten Jahr sicher 5-10 Leute.. so um den Dreh zumindest.

Stimmt, eine Art kommissarische Geschäftsführung wäre was Anzustrebendes & eine machbare Lösung!

Danke!

Tipps gab es ja hier schon genügend. was mich aber an der ganzen Sache wundert, ist, dass die Mitglieder sich das gefallen lassen.

Was habt ihr denn für eine Satzung? Ein Schatzmeister muss doch Rechenschaft ablegen. Gibt es keine Neuwahlen? Da scheint ja die reinste Diktatur zu sein.

Ich würde diese Vorwürfe auflisten, Unterschriften von so vielen Mitgliedern wie möglich dazu einholen und mich dann vorerst an den Dachverband wenden. Vielleicht gehen denen dann mal die Augen auf. Außerdem gemeinsam Strafanzeige stellen, wenn das möglich ist. Ansonsten halt jeder einzeln.

Die Satzung wurde vom Schatzmeister nie vorgezeigt, er brachte nur mal ein Buch mit das er hochhob & dann wegpackte. Die hat der Dachverband herausgegeben, der Schatzmeister erwähnte nur es gebe eine neue, die er aber persönlich ablehne weil sie seinen Handlungsbereich einschränke. Wir haben sie dann angenommen aber gelesen hat sie keiner, der Schatzmeister & der 1. Vorsitzende meinten es hätte sich sowieso nix geändert gegenüber der letzten Auflage.

Das mit den Neuwahlen ist ein Thema für sich.. Festhalten: Die waren schon zweimal überfällig bis der Dachverband eingriff & uns Neuwahlen aufordnete. Die wurden vor einigen Wochen durchgeführt. Der 1. Vorsitzende lehnte die Neuwahlen solange ab, bis der Dachverband einen Brief schickte mit dem Hinweis, dass man seit Jahren nicht mehr neu gewählt hätte & das jetzt definitiv sofort gemacht werden müsste!

Der Rechenschaftsbericht sieht bei diesem Schatzmeister der seit ca. 5 Jahren amtiert im Grunde Jahr für Jahr bei der Mitgliederversammlung vor, dass der Kassenstand "unverändert" sei & man sich an irgendwelchen Spendenaktionen (stimmt alles nicht) oder an Nachwuchsförderungsmaßnahmen finanziell beteiligt habe ohne dass der Schatzmeister Ross & Reiter anführt.. einen schriftlichen Nachweis gibt es auch nicht. Angeblich ist das auch der Grund warum wir kein E.V. sind, der Schatzmeister meinte dann müsse er immer einen Kassenbericht vorlegen& wenn wir kein E.V. sind, muss er das nicht.. (E.V. ist vom Dachverband empfohlen aber kein Muss).

Vielleicht sollte sich Euer Vorsitzender mal mit den Fragen der Vereinshaftung auseinandersetzen. Letztlich ist er derjenige, der für Versäumisse und Fehlhandlungen seines Schatzmeisters haftet. Bzw der gesamte Vorstand.

Besonders prekär wird es sicher, wenn die Missstände schon lange bekannt sind und bewusst unter den Tisch gewischt werden.

http://www.thueringer-ehrenamtsstiftung.de/uploads/media/Haftung.pdf

In der Jahreshauptversammlung könnte eine Neuwahl des Vorsitzenden oder des Schatzmeisters erfolgen. Ich bin auch in mehreren Vereinen , auch als Kassenprüfer tätig. Wir halten im Turnus von 2 Jahren Neuwahlen ab. Da kommen doch Vorschläge aus der Mitgliedschaft, wer sich als Vorsitzender oder Schatzmeister zur Wahl stellt. Kann mir nicht vorstellen, dass die Mitglieder mit ihren Beiträgen das Verhalten des Schatzmeisters hinnehmen. Wenn sich jeder so aus der Vereinskasse bedienen würde, wäre der Verein bald pleite. Wissen denn die Mitglieder, wie sich der Schatzmeister verhält , wie er sich aus der Vereinskasse bedient ? Auch wenn der Schatzmeister finanziell schlecht gestellt ist, berechtigt das weder der Unterschlagung oder des Betruges.Es geht schliesslich um das Vereinsvermögen. Hier gilt es, stichhaltige und nachweisbare Belege zu haben. Damit könnte man der ganzen Sache mittels Anzeige recht schnell ein Ende herbeiführen. Dem 1. Vorsitzenden sollte man deutlich erklären, dass er privat haftet. Aussitzen geht schon gar nicht, handeln muss er. Wenn er dazu nicht bereit ist, könnte auch eine ausserordentliche Versammlung einberufen werden, bei der neu gewählt wird. Wenn allerdings die Mitglieder das so hinnehmen, wie der Status quo das derzeit hergibt, wird sich keine Änderung herbeiführen lassen, ausser , wie gesagt eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Es der ARGE zu melden halte ich nicht für vorteilhaft. Dann werden dem Schatzmeister ein Teil seiner Zuschüsse gestrichen, was ihn veranlassen könnte, sich noch mehr aus der Vereinskasse zu bedienen, um den Verlust auszugleichen.

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