Sachlage bei Krankschreibung nach Kündigung durch den Arbeitgeber während der Probezeit?

3 Antworten

Zunächst einmal solltest Du nun umgehend zur Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter gehen ( je nach der für Dich massgeblichen Zuständigkeit ) und Dich " Arbeitsuchend " melden. Denn aktuell bist Du darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass Du wohl in Kürze gekündigt werden wirst.

Tust Du das nicht, so wirst Du wegen Meldeversäumnis entweder mit einer Sperrfrist ( ALG I ) oder Sanktionierung ( ALG II ) rechnen müssen.

Eine Arbeitsunfähigkeit als "strategisches Mittel"  wird Dir hier leider auch nichts bringen. Denn wie Du bereits richtig erkannt hast, so besteht ein Recht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erst ab der 5. Woche der Betriebszugehörigkeit. 

An der Rechtmässigkeit einer ( vermutlich folgenden ) Kündigung ändert sich dadurch leider auch nichts. Ganz im Gegenteil : der Arbeitgeber KÖNNTE dann sogar ( zumindest vermutend ) den Verdacht auf eine "vorgeschobene Erkrankung" erheben . Dann KÖNNTE er Dich sogar zur Überprüfung Deiner AU zum Amtsartzt schicken.

Auch "Krankengeld" wirst Du nicht sofort bekommen können, sondern erst ab der 7. Woche einer dauerhaften Erkrankung. ( jetzt mal stark vereinfacht gesagt )

Gehe einfach zu o.g. Behörden und melde Dich Arbeitsuchend. ( Das geht m.W. auch telefonisch ). Mehr kannst Du aktuell leider nicht machen und bis zum Datum der Kündigung einfach ( auch wenn es schwer fällt ) ganz normal weiterarbeiten.

So hast Du zumindest Deinen Arbeitslohn und die Angelegenheit geht zumindest "sauber" über die Bühne.

Auch "Krankengeld" wirst Du nicht sofort bekommen können, sondern erst ab der 7. Woche einer dauerhaften Erkrankung. ( jetzt mal stark vereinfacht gesagt )

Das ist in diesem Fall falsch!

Wird ein Arbeitnehmer vor Einsetzung der Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers krank (also vor Ende der 4. Beschäftigungswoche), dann hat er bis zu diesem Zeitpunkt Anspruch auf Krankengeld.

@Familiengerd

Thx für diese Korrektur @Familiengerd. 😉 Das wusste ich noch garnicht.

Die Krankmeldung wird keinerlei Vorteile bringen - eher Nachteile und Fragen.

Nutze die Zeit lieber dafür, einen anderen Job zu besorgen, und über die Gründe zur Beendigung nachzudenken.

Nun ja, eben jene Zeit erhoffe ich mir durch die Krankschreibung. Wenn ich da jeden Tag auf der Matte stehen muss, hab ich keine Zeit für Bewerbungen und Interviews.

Was willst du denn mit der Krankmeldung erreichen?

Ich möchte der Frau, die mich wie ohre persönliche Sklavin behandelt, nie wieder unter die Augen treten. Das will ich damit erreichen.

@Schwubbelblubb

Ach so. Lass dir die Kündigung geben und frage nach einer Freistellung von der Arbeitsleistung. Normalerweise sollte das kein Problem sein.

Was möchtest Du wissen?