Rückwirkende Umsatzsteuerbefreiung. Müssen Rechnungen geändert werden?

5 Antworten

Wer sich von der USt befreit hat und in seinen Rechnungen USt ausweist (in den Preisen ist USt enthalten) hat diese vereinnahmten Steuerbeträge grundsätzl beim FA anzumelden und abzuführen, denn Rechnungsempfänger werden (falls Unternehmer) diese gezahlte Steuer als sogen VorSt anmelden und erstattet bekommen. Alles andere würde das USt-System durchbrechen und könnte negative Folgen haben, die dann in keinem Verhältnis zu den notwendigen Zahlungen stehen.

Vielen Dank. Meine Rechnungsempfänger sind aber zu 99% keine Unternehmer. Wie verhält es sich mit ihnen?

@Gowinda1

An der Rechtslage ändert sich dadurch nichts, über die persönl Steuerehrlichk entscheidet jeder allein!

@Gowinda1

wenn es keine Unternehmer sind, kannst Du ja versuchen die Belege zu wechseln.

bei den wenigen die abziehen können, mußt du ggf. die Steuer zurück zahlen, um das zu erreichen.

Mal eine Frage, wie läßt man sich von der Umsatzsteuer befreien?

Ob man Unternehmer ist, steht in § 2 UStG udn ob die Umsätze, die man tätigt steuerpflichtig sind, oder befreit in § 4UStG, ggf. § 6 usw.

In welchem § findet man den Befreiungsantrag?

Es gibt höchstens den § 19, das Umsatzsteuer nicht erhoben wird.

@wfwbinder

Die jetzt geltende Vorschrift im UStG ist missverständlich, da sie scheinbar nur den Verzicht regelt..

§ 19 Besteuerung der Kleinunternehmer

(2) Der Unternehmer kann dem Finanzamt bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung (§ 18 Abs. 3 und 4) erklären, dass er auf die Anwendung des Absatzes 1 verzichtet. Nach Eintritt der Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung bindet die Erklärung den Unternehmer mindestens für fünf Kalenderjahre. Sie kann nur mit Wirkung von Beginn eines Kalenderjahres an widerrufen werden. Der Widerruf ist spätestens bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung des Kalenderjahres, für das er gelten soll, zu erklären.

Der Unternehmer erklärt vor der Steuerfestsetzung gegenüber dem zust FA seine Option (Anwendung) für den § 19 UStG und weist in seinen Rechnungen mit Hinweis auf Kleinunternehmung iSd UStG keine USt aus. Hat er trotzdem USt ausgewiesen muss er diese Beträge an das FA abführen.

@Maeeutik

Die Regelung des Umsatzsteuergesetzes ist absolut eindeutig.

Es ist geregelt wer Kleinunternehmer ist. Wer im Vorjahr unter 17.500,- hatte und für das laufende Jahr weniger als 50.000,- erwartet ist Kleinunternehmer.

Wenn eine dieser Punkte nicht zutrifft, also insbesondere Vorjahr über 17.500,- ist eindeutig kein Kleinunternehmer.

Wer Kleinunternehmer ist, der darf verzichten, wenn er will.

Was ist daran unklar?

@wfwbinder

Sehr geehrter Herr Unternehmensberater, Geschäftsführer wfwbinder aus Berlin,

über die nicht unerheblichen Anwendungsschwierigkeiten des UStG und insbes des § 19 UStG informiert sie sicherlich gerne ihr StBer, jedes FA, die zahlreichen USt-Sonderprüfer bei den FÄ oder die OFD Berlin. Hier dürfte eine Diskussion über handwerkliche Mängel bei der Steuergesetzgebung wenig hilfreich sein! MfG

@wfwbinder

Als Musiklehrer kann man sich befreie lassen (auch rückwirkend), wen man beweisen kann, dass der Unterricht den Vorstellungen der Kulturbehörde entspricht, hinsichtlich der Verwertbarkeit im Beruf oder Ausbildung des Schülers.

@wfwbinder

§4 Nr 20 a UStG

Bei einer rückwirkenden Umsatzsteuerbefreiung ist eine Rechnungsberichtigung erforderlich, wenn der Rechnungsempfänger (theoretisch) in der Lage war, die in der Rechnung "gesondert ausgewiesene" Umsatzsteuer für sich selbst zum Vorsteuerabzug zu verwenden. Bei Rechnungen mit dem Zusatz inkl. Umsatzsteuer - ohne konkreten Mehrwertsteuersatz ist dies grundsätzlich nicht möglich. Kein Grundsatz ohne Ausnahme: Es gibt eine Kleinbetragsverordnung, wonach Rechnungen/Quittungen inkl. Umsatzsteuer - ohne Mehrwertsteuersatz - zum Vorsteuerabzug berechtigen. Die Grenze liegt z. Zt. bei 150 EUR, früher 100 EUR. Förmlich bedarf die Rechnungsberichtigung der Zustimmung des Finanzamtes. Diese muss es erteilen, wenn sichergestellt ist, dass eventueller Vorsteuerabzug beim Rechnungsempfänger rückgängig gemacht worden ist bzw. Vorsteuerabzug ausgeschlossen ist.

Wieso kannst Du Dich rückwirkend von der Umsatzsteuer befreien?

Ich nehme mal an, Du bist dadurch, dass Dein Umsatz im Vorjahr unter 17.500,- gerutscht ist, wieder Kleinunternehmer.

Das bedeutet, Du darfst keine Umsatzsteuer ausweisen, dass hast Du aber getan. Also müßtest Du sämtliche Quittungen/Rechnungen berichtigen.

Nur Dein Hauptproblem, Deine Kunden sind, wie Du schreibt Unternehmer. Die haben die enthaltene Umsatzsteuer als Vorsteuer abgezogen. Du beraubst Sie um Geld.

Dein Fehler war, nicht von Anfang an auf die Umsatzsteuer zu optieren.

Denn wenn Deine Kunden Unternehmer sind, werden die Vorsteuerabzugsberechtigt sein udn denen ist es egal, ob Du ihnen 100,- Euro, oder 100,- + 19 % Umsatzsteuer berechnest. Die können sie als Vorsteuer abziehen.

Eine nachträglich Änderung der Rechnungen sehe ich als schwierig an.

Vielen Dank für die Antwort. Es liegt ganz anders: Ich rutschte vor Jahren über die 17500 Grenze und wurde dann verpflichtet die USt ab zu führen. Da ich Musiklehrer bin konnte ich nun nicht einfach meine Preise um 19% erhöhen, sondern zog sie von meinen Preisen ab. Weil meine Schüler Endkunden sind, wird wohl niemand die USt vom Finanzamt erstattet haben wollen. Das ging wohl eher als Vortbildung in die Bücher, wenn übrhaupt. Also keine! Unternehmer. Nun habe ich bei der Kulturbehörde eine Rückwirkende Befreiung von der USt bekommen und suche nun Rat, was ich für das Finanzamt vorbereiten muss bevor ich es offiziell melde.

@Gowinda1

Na gut, dann habe ich eine Lösung für Dich, aber inoffiziell.

MAche einfach nichts. Ich vermute, dass es um eine Befreiung nach § 4 in den zwanzigern geht (§ 4 Nr. 20 ff UStG), weil Du leider keine genauen Angaben machst.

Du berufst Dich darauf Ust - freie Umsätze zu tätigen.

Vermutlich wird ja nie eine Quittung beim Finanzamt landen.

wenn ja musst du nur die ausgewiesenen Beträge abführen.

@wfwbinder

Richtig: §4 Nr 20 a UStG

Immer diese Lehrer. Erst kann man es sich nicht leisten einen Berater auf zu suchen und dann quetscht man ein Forum aus, wenn das Kind im Brunnen liegt. Was soll jetzt der Vorteil sein? Unentgeltliche Anworten auf unsinnige Fragen? Wenn du alle Rechnungen mit Angabe der USt korrigierts, sofern noch keine Bestandskraft eingetreten ist, geht es, wenn man die Arbeit nicht scheut.

  1. sind freiberufliche Musiklehrer, die am schlecht bezahltesten Jobs in Deutschland, Weils ja Spaß macht.

  2. Dachte ich, dass ein Forum da ist um Fragen zu beantworten und beantwortet zu bekommen. Am besten sachlich.

  3. Es gibt keine unsinnigen Fragen und das UStG ist nicht gerade das einfachste. Und mein Fall scheint auch niemand wirklich zu verstehen.

  4. Danke für die Antwort.

Das FA gibt sicher gerne Auskunft.

Was möchtest Du wissen?