Rücklastschriftgebühren - Wer übernimmt diese, bei unpünktlicher Gehaltszahlung?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Meines Wissens muss das Gehalt am letzten Arbeitstag des Abrechnungsmonats dem Arbeitnehmer auf seinem Konto zur Verfügung stehen.

Muss es nicht. Es sei denn, dies wäre arbeits- oder tarifvertraglich so geregelt.

Vielmehr muss der Arbeitgeber gem. § 614 BGB geschuldeten Lohn erst nach Ablauf des jeweiligen Monats, d.h. am ersten Tag des folgenden Monats, zahlen. Ein Verzug wäre n. § 286 BGB aber erst einen Tag später eingetreten, wenn er den "nach dem Kalender bestimmten" Fälligkeitstermin für die Lohnzahlung verstreichen läßt. Und erst dann schuldet der AG allenfalls taggenau Verzugszinsen vom Bruttolohn gem. § 288 BGB, derzeit exakt 4,62 % pro Jahr oder sagenhafte 0,51 € pro Tag bei einem Brutto von 2.000 EUR :-O

Selbst wenn es eine dementprechende Zahlungsfrist gäbe: Für Rücklastschriftgebühren wg. vorfristiger Überweisungen oder Daueraufträge ohne Deckung wäre der Kontoinhaber aus Auftrag heraus der Bank gegenüber haftbar :-O

G imager761

Gefunden bei:

Oftmals sind die durch die verspätete Lohnzahlung entstehenden Einbußen höher als der Betrag, der als gesetzlicher Zinssatz gefordert werden kann. In diesem Fall kann der Ersatz für die Verzugsschäden wie Dispo-Zinsen oder Lastschrift-Rückbuchungen in voller Höhe vom Arbeitgeber gefordert werden.

http://www.arbeitskammer.de/beratung/haeufig-gestellte-fragen-faq/verguetung.html#c978

Bei uns gab es mal so einen Fall, dass einige Gehälter nicht pünktlich ankammen. Für alle, denen dadurch Unannehmlichkeiten entstanden sind, gab es die Möglichkeit, die entstandenen Mahngebühren in der Arbeit einzureichen, die hat dann das Unternehmen bezahlt.

gebeten schon... und auch das würde ich nur machen, wenn das Geld gleich um Wochen zu spät kommt - und nicht, weil man so knapp plant, dass man den Monatswechsel nicht schafft, wenn das Geld mal erst kurz nach dem Ultimo eintrudelt.

Letztlich ist es nicht schlau, wenn man dem Arbeitgeber so offen zeigt, dass man seinen Dispo total ausgereizt hat und völlig von ihm abhängig ist.

Erst wenn man den Arbeitgeber in Verzug setzt, weil er entweder sehr lange überfällig ist oder aber ziemlich regelmäßig jedes Gehalt zu spät zahlt, kann man Kosten auch rechtlich geltend machen - aber eher in Form von Verzugszinsen als von einem Weiterreichen der Rücklastschriftgebühren.

Wenn man so weit ist, ist der Ofen aber ziemlich aus - das sollte man nur durchziehen, wenn man auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit keinen großen Wert mehr legt.

An sich wärst Du im Recht: Tatsächlich sollte einem Arbeitnehmer am letzten Werktag des Monats sein Gehalt bzw. Lohn zur Verfügung stehen, also auf dessen Bankkonto gutgeschrieben sein.

Allerdings müsstest Du gegen Deinen Arbeitgeber Dein Recht einfordern und auch unter Umständen einklagen: Dieses dauert nicht nur ziemlich lang, sondern kostet auch eine Kleinigkeit ... ganz abgesehen davon, dass so etwas ganz bestimmt nicht zur Verbesserung des Betriebsfriedens beiträgt, Du müsstest Dich also vielleicht nach einem neuen Arbeitgeber suchen, selbst wenn Du den Prozess gewinnen solltest.

Sei mir bitte nicht böse: Mir scheint es, dass Du mal Deine finanziellen Möglichkeiten sehr genau überprüfen solltest; wenn Lastschriften mangels Deckung nicht ausgeführt werden, ist meist auch Gefahr in Verzug!

Nun, mir wurde zum 29.11.13 gekündigt, nachdem ich arbeitsunfähig erkrankt war. Dies war aber noch in der Probezeit.

@wissenkeine

dann wirst du bis zum 29 bezahlt, abgerechnet wird aber erst hinterher. Wenn du nen Handwerker holst, zahlst du doch auch nicht, bevor er den letzen Arbeitsschritt erbracht hat.

PS: Ich hatte mir als Kraftfahrer im internationalen Fernverkehr knapp 4 Monate den A..... für den AG aufgerissen. Der Dank war, dass ich einen Tag nach Abgabe der AU die Kündigung erhalten hatte. Es gibt also keinen Grund, weshalb ich Rücksicht nehmen sollte.

Tatsächlich sollte einem Arbeitnehmer am letzten Werktag des Monats sein Gehalt bzw. Lohn zur Verfügung stehen, also auf dessen Bankkonto gutgeschrieben sein.

Rechtsgrund für diese Behauptung?

@imager761

Laut BGB hast Du natürlich Recht; Lohn und Gehalt müssten erst nach erbrachter Leistung erbracht werden.

Allerdings gibt es auch noch so etwas wie Gewohnheitsrecht. Nach diesem Recht bekommen die allermeisten Arbeitnehmer ihr Gehalt bzw. einen Abschlag auf ihren Lohn (sofern auf Stundenbasis abgerechnet wird) bereits am Ende ihres Monats; selbst die allermeisten Zeitarbeitsunternehmen (die bekanntliche keinen sonderlich guten Ruf genießen) halten sich daran.

Nee, leider nicht. Das ist ganz allein ein Ding zwischen deiner Bank und dir. Wie sollte eine Firma das auch abrechnen?

Was möchtest Du wissen?