Richter-Urteil ändern?

5 Antworten

Deine Drogenabhängigkeit ist nach meiner Kenntnis kein Milderungsgrund - bei dem gesprochenen Urteil geht das sowieso nicht - und bei dem nächsten Prozess kannst du höchstens damit punkten, dass du die Wahrheit sagst und zur Strafaufklärung beiträgst.

Es gibt im § 35 BtMG (Betäubungsmittelgesetz) den Rechtsgrundsatz "Therapie statt Strafe." Du musst, um in den "Genuss" einer Therapie zu kommen, dem Gericht überzeugend darlegen an einer ausgeprägten (Opiat-)Abhängigkeit zu leiden, was sich durch ärztliche Bestätigung, durch Bericht einer in Anspruch genommenen Drogenberatungsstelle oder durch Nachweis der Teilnahme an einem Substitutionprogramm mit z.B. Methadon, Polamidon oder Subutex belegen ließe.

Kiffst Du lediglich oder schmeißt ab und zu mal ein paar Ecstasy ein, wird das Gericht kaum auf (behandlungswürdige) Abhängigkeit erkennen. Dennoch ist das Einlegen von Berufung gegen die ausgesprochenen 12 Monate ohne Bewährung wichtig, wenn Du für eine Reduzierung des Strafmaßes kämpfen willst. Die Möglichkeit der Hauftaussetzung zur Bewährung ist vor einem größer besetzten (Land-)gericht durchaus gegeben, wenn man versucht soviel "milderne Umstände" wie möglich geltend zu machen.

Ich hoffe, Du verstehst diesen Beitrag http://drogenanwalt-berlin.de/therapie-statt-strafe-35-btmg-1/

Falls Du ihn nicht verstehst, solltest Du Dir einen Anwalt nehmen, der Dir die Sachlage erklärt oder der Dich in der kommenden Verhandlung verteidigt

Hallo Laki, ich glaube nicht, dass du damit, die Strafe zur Bewährung zu erhalten, Glück hast. Im Gegenteil, nun kommt ja noch eine zusätzliche Strafe dazu. Allerdings kommt es auf die Drogenmenge an und ob man das als Eigenbedarf anerkennt. Du kannst nur noch etwas retten, indem du die volle Wahrheit sagst und unbedingt Reue zeigst. Wenn der Richter Milde zeigt, dann wird es vielleicht nicht so hart und der Rest könnte dann zur Bewährung ausgesetzt werden. Ich halte dir die Daumen damit es nicht so hart wird. Wünsche dir trotzdem ein besinnliches Weihnachtsfest und ein besseres Neues Jahr. LG

Damit ist bei Leibe nicht zu rechnen. Deine Strafe wegen Drogen steht noch aus. Von Verringerung kann keine Rede sein.

Ein Richter kann sein eigenes Urteil niemals ändern. Auch nicht wenn er 5 Minuten später draufkommt, dass er einen Fehler gemacht hat.

Urteile des Amts - oder Landgerichtes können grundsätzlich mit der Berufung angegriffen werden. Das nächsthöhere Gericht überprüft dann das ergangene Urteil. Die Berufung ist aber nur dann zulässig, wenn man in Höhe von mindestens 600 Euro unterlegen ist oder das Gericht, das in erster Instanz entschieden hat, eine Berufung im Urteil ausdrücklich zulässt. In jedem Fall benötigt man für eine Berufung oder Revision einen Anwalt. Wichtig ist, dass diese Rechtsmittel durch einen Rechtsanwalt innerhalb von einem Monat ab Zustellung der schriftlichen Urteilsgründe beim Berufungs- oder Revisionsgericht eingelegt werden müssen.

Siehe auch: http://www.jm.nrw.de/WebPortal/Gerichte_Behoerden/ordentliche_gerichte/Zivilgericht/Einzelverfahren/Berufung_und_Revision/index.php#3

Der Link gilt aber nur für zivilgerichtliche Entscheidungen!

In der Strafgerichtsbarkeit ist Berufung (nur gegen Urteile des Amtsgerichts) oder Revision ohne Bindung an das Strafmaß gegen sämtliche Urteile zulässig, allerdings gilt dafür eine Wochenfrist und keine Monatsfrist wie in bürgerlich-rechtlichen Streitigkeiten.

Hier der entsprechende Link: http://www.jm.nrw.de/WebPortal/Gerichte_Behoerden/ordentliche_gerichte/Strafgericht/verfahren/Rechtsmittelsystem/Rechtsmittelsystem/index.php

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