Restaurant eröffnen / laufende Kosten / Startkapital

5 Antworten

Wenn Du nicht aus dem Gastgewerbe kommst, solltest Du dir povesionelle Hilfe holen, der DeHoGa bietet Betriebsberatung an, die unter Umständen förderfähig sind. Nehem Kontakt zum Landesverband auf. Vom 01.02.2014 - 05.02.2014 ist die Intergastra in Stuttgart, das ist eine große Gastronomiemesse. Dort kannst Du gute Gespräche mit Fachleuten führen.

wenn der Restaurantteil 135m³ beträgt, brauchst Du mindestend das Selbe als Nebenräume (Küche, Lager, Personalräume, Büro), Gäste-WC. Hier ist eine ganz brauchbare Auflistung der Flächenbedarfe http://lp.wkfra.de/media/landingpages/schneider_bautabellen/leseproben_092010/BTA_Kap01_S45-50.pdf Du mußt einen "Pro Stuhl-Umsatz" von zwischen 10€ und 20€ pro Tag rechnen, je nach Art des Betriebes. Wenn Du 60 Plätze an 15 Tischen hast, mußt Du einen Monatsumsatz von minimum 18 000€ rechnen. Davon müssen die Kosten und Dein Gewinn erwirtschaftet werden. Das hört sich einfach an, aber bedenke, dass Du an einem Tisch oft nur ein oder zwei Plätze und nicht immer alle Tische belegt hast. Da mußt Du dem Umsatz von 30 oder 50 Gäste erwirtschaften. Genaue Zahlen kann man nur bei einem bestimmten Projekt errechen.

Hast du dir mal die Themen angesehen, welche hier im "Forum" diskutiert werden? Erwarte bitte von den Kids nicht, das du hier eine ernsthafte Beratung bekommst. Schon gar nicht zu solchen komplexen Themen. Da sind Fachleute gefragt und schon diese kosten Geld, wenn du dort Rat suchst.

Mir war beim Verfassen der Frage bewusst, dass diese Art von Antworten zuerst kommen werden. Ich dachte ich hätte euch mit meiner Erklärung, dass ich wirklich nur nach einer groben und großzügigen Skizzierung der laufenden Kosten suche, euch etwas Wind aus den Segeln genommen... Dass ich früher oder später bei Fachleuten sitzen werde, ist mir klar. Aber auch hier sind Ladenbesitzer und sogar Fachleute die mir im hier und jetzt zumindest vorerst weiterhelfen können.

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generelle Frage des Mindestumsatzes


das kann man doch erst sagen, wen man die Kostenstruktur kennt ...

Du solltest aber für Dich (und Deine Familie aber vorab ein Gehalt einrechnen ...)

Hi FAQir,

Gema solltest Du einfach direkt anfragen. Da hat es ja auch gerade eine "Reform" gegeben.

Küche ist natürlich so eine Sache. Wenn Du auch große Gesellschaften schicken willst, dann wird die Küche noch etwas anders aussehen, als wären da nur Snacks auf der Karte.

Wobei ich beim Lesen ohnehin genau dort den "neuralgischen Punkt" Deiner Planung, Deine Achillesferse sehe. Aufgrund der Fragestellungen gehe ich davon aus, dass Du kein Koch bist.

Das werden allerdings ungelernte Gastronomen nie lernen. Mit einer Küche kann fast jedes Projekt stehen. Sie kann aber auch jedes Projekt zerstören. Da steckt ein riesen Problem.

Die Gaststättenkonzession kann bei einigen hundert Euro liegen oder auch bei einer entsprechenden Größe über 10.000 Euro.

Ein Tanzlokal braucht viel Kabel. Lichtbaum und noch ein paar Lampen mehr. Dazu ein einfaches Lichtmischpult, unter 30.000 wird sich da gar nichts machen lassen. Der Sound ist teuer. Mischpult für den DJ oder die Band, den Alleinunterhalter. Boxen die auch entsprechend anspruchsvolle Musik bringen... Wobei man da vieles gebraucht kaufen kann. Das wirklich teure ist wenn da mal eine Glühlampe ausfällt. Die Dinger kosten richtig Geld. Die müssen richtig Hitze abkönnen.

Und da sind wir beim nächsten Kostentreiber. Brandschutz. Gerade bei Deko und Ausstattung muss man noch mehr über die Entflammbarkeit nachdenken. Ohnehin gibt es dazu Vorschriften. Die sehen aber noch einmal anders aus, wenn Tanzveranstaltungen laufen sollen.

Ganz grob gesagt: Die Ausstattung kann man mit 250.000 Euro kalukulieren. Dazu noch 25.000 für Geschirr, Deko und die ungezählten Kleinigkeiten.

Das Problem mit Deinem Mindestumsatz liegt in zwei Punkten: Eine Tanzveranstaltung hat andere Aufschlagsätze, allerdings auch ganz andere Kosten für die Musik. Klar, Rentnerbespassung vor 30 Jahren waren günstig. Frührentner mit Quetschkommode für 50 DM am Nachmittag.

Wenn Du Glück hast spielt eine Band für das Eintrittsgeld. Werbung ist trotzdem bei Dir, denn Du willst ja auch Getränke los werden...

Ein Restaurationsbetrieb eben auch. Für ganz grobe Rechnungen, sage ich immer 1/3 Wareneinsatz, 1/3 Kosten und wenn nichts schief geht 1/3 könnten mal über bleiben.

Bei dem Investitionsbedarf ist natürlich nicht zu vergessen, dass er stark vom eigenen Anspruch abhängt und ob man aus einer bestehenden Lokalität Einrichtung übernehmen will oder kann. Aber Achtung: Die Sachen können in der Regel noch repariert werden, aber wenn der Monteur alle 14 Tage vorbei kommt ist neu vermutlich billiger.

Was eben auch wichtig ist, welchen Anspruch hat die Zielgruppe. Wenn Du Deine 135qm mit Chrom und Stahlplatten gestaltest, dann ist das natürlich eine Geldanlage. Will Deine Zielgruppe dann noch Rokoko-Möbel wird es spannend. Eiche rustikal ist da einfach anders.

Bezahlsystem. Auch noch so ein Thema. Bestellung über Scanner usw. In der Gastronomie wird geklaut. Da ist es einfach wichtig, dass man Vorsicht walten lässt.

Wie schnell muss das Geld zurück fließen? Als 10 Jahren wird man es nicht raus reissen wollen, wobei ich jetzt die Lokaleinrichtung und nicht die Küche meine. Trotzdem sollte man sagen, dass in dieser Zeit mit Teuererungszulage dieses Geld zurück fließen muss. "Verbrauchsmaterial" wie Geschirr in fünf Jahren. Zusätzlich natürlich der Schwund durch Bruch und Diebstahl.

Bei all den Sachen kann man natürlich noch sehen ob sich Vermieter/Verpächter beteiligt oder eine Brauerei. Die häufig übrigens auch Ladenbauer in der Region kennen. Hat zwar den Nachteil, dass da wieder nur die Ideen aus der Region drin sind...

Gastronomie war früher ein Selbstläufer. Heute ist das hoch anspruchsvolle unternehmerische Herausforderung. Ist man früher zu seinem Winnie oder Pitti an der Ecke gegangen, geht man heute war auch in die Institution Club, erwartet aber Persönlichkeit und Individualität. Meine Stammkneipe/Mein Stammklub haben die nahtlose Erweiterung meines Wohnzimmers zu sein.

Hoffe kommst mit der Kalkulation weiter. Wichtig ist noch die Kaufkraft der Zielgruppe UND wie sie bereits im Freizeitbereich versorgt ist zu ermitteln. Wenn Deine Zielgruppe zwar in Hamburg 200.000.000 Euro pro Monat hat, gibt aber bereits das doppelte aus, dann Vorsicht... Die Frage ist halt ob man sich seinen Anteil an dem Budget für Freizeit erdienen kann.

Für die Kalkulation ist noch etwas wichtig: Du gehst wahrscheinlich davon aus, dass Tanzlokal und Restaurant gegenseitig Gäste ziehen. Das ist verkehrt. Entweder wird es der Veranstaltungsort wo man vor dem Tanz noch was isst oder nicht. Es wird ein spezielles Publikum geben. Wenn Du anders denkst ist das der klassische Anfängerfehler.

Übrigens: Veranstaltungslokale/Kleinkunstbühnen haben an veranstaltungsfreien Tagen die gleichen Gäste, die sonst auch zu den Veranstaltungen kommen würden. Das ist aus verschiedenen Gründen auch gut so. Muss man mit vorgenanntem im Zusammenhang erkennen.

Viel Erfolg.

Hallo Gullup, herzlichen Dank, dass du dir so viel Zeit genommen hast um meine Fragen ausführlich zu beantworten, du hast mir weitergeholfen.

Du liegst richtig, ich bin kein ausgebildeter Koch. Das Lokal/Café soll nicht in erster Linie Restaurant sein, soll eher ein Ort der Begegnung sein, die mit einer kleinen Auswahl an leckeren Gerichten überrascht. Ich koche seit meiner Kindheit leidenschaftlich gerne und meine Gerichte und Rezepte ziehen immer größere Kreise. Die meisten Gerichte sind recht unkonventionell aber einfach in der Umsetzung. Vieles kann vor Ladenöffnung vorbereitet werden (Cremes, Saucen...), so dass nurnoch wenige Zutaten frisch zubereitet werden müssen. Bei maximal drei Gerichten eine Aufgabe, die in einer großen Hausküche zu bewältigen ist, vor allem wenn es sich nicht um ein Restaurant handelt, wo den ganzen tag Essen bestellt wird. Die Haupteinnahme verspreche ich mir von Flaschengetränken (Biere, Limonaden), Heißgetränken, so wie durch die Vermarktung Hauseigener Produkte. Die Speise und Getränkekarte ist recht überschaubar, dafür ist jedes Produkt eine Klasse für sich. Der Kakao ist nicht nur Kakao, der Kaffee nicht nur Kaffee. Es ist eher eine Reise durch die Sinne. Der ganze Laden lebt von der Detailverliebtheit und der Perfektion. Die Inneneinrichtung ist im Gegenzug ein absolutes Understatement. verschiedenste durcheinandergewürfelte Sofas, die hin und hergerückt werden können, hier und dort eine Sitzgruppe... Dieser Stil findet sich in vielen Studentenstädten wieder und passt genau zu meiner angepeilten Zielgruppe, dazu ist es vergleichsweise günstig.

Wie ermittle ich die Kaufkraft einer Zielgruppe? Betriebsspionage? ;) Oder gibt es vorhandene Statistiken...

Liebe Grüße

@FAQir

Hast ja auch detailiert genug gefragt, außerdem vermeide ich gern Missverständnisse ;-)

Hört sich ganz gut an. Dein Konzept. Dann wird die Musik vermutlich auch eher mal aus einem durchreisenden Straßenmusiker bestehen? Dann dürfte die Technik, auch wenn man ein DJ auflegen soll, so etwa bei 10. - 15. TEuro liegen. Frage ob das dann überhaupt mit dem DJ passt. Und gute Straßenmusiker spielen sowieso Unplugged und für das was die Gäste in den Hut werfen.

Kaufkraft ist immer etwas schwierig. Sollte sich Deine Zielgruppe auf Studenten beziehen sollte es eigentlich im Internet ausreichende Quellen geben. Die man dann entsprechend durch einfach schätzen anpassen kann.

Betriebsspionage ist durchaus auch eine Sache. Vergleichbare Lokalitäten paar Tage jeweils besuchen und mal mitzählen was so konsumiert wird.

Die dritte Möglichkeit. Und wie ich persönlich finde die Charmanteste Lösung. Zielgruppe auf der Straße befragen. "Hast Du kurz Zeit, drei bis fünf Fragen, will hier Kneipe machen. Würdest Du da hin kommen? Wie oft? Auf einen Café oder zum Lernen, zum Party machen? Was gibst Du zur Zeit in Deiner Lieblingskneipe aus?" Natürlich die Gründe konkreter auf Deine Idee beziehen. Damit machst Du erstens Werbung vorab, die Leute werden neugierig. Zweitens Du bekommst genau dort die Infos wo Du was machen willst und nicht über ganz Deutschland oder eine andere Region. Denn da muss man ja Anpassungen vornehmen.

Manchmal verschiebt sich auch was. Z.B. ein anderer Stadtteil gewinnt oder verliert an Bedeutung. Da kann man dann schon bei einer Umfrage einiges mehr erfahren. Drittens kümmerst Du Dich um Deine Gäste. Bereits vor dem Eröffnen! Willst deren Wünsche wahrnehmen. Ist immer wieder Top. Nicht jeder traut sich, wer sich nicht überwindet wird die positiven Erfahrungen nicht machen. Ich kann es aus Erfahrung nur empfehlen.

Liebe Grüße zurück ;-)

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