Rente wegen MS mit 50?

5 Antworten

Der Leistungsfall wurde bei der RV festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt liegen die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen nicht vor. Dann hat man einfach "Pech gehabt". Eine Nachzahlung des RV Beitrages auf Minijobs ist NICHT möglich. Auf diese Idee käme doch dann jeder. Erstmal keine Beiträge zahlen, und wenn doch nötig, dann entrichtet man schnell ein paar nach. Nein, rückwirkende Beitragszahlung ist hier nicht möglich. Das einzige das vielleicht helfen würde ist, den Zeitpunkt des Leistungsfalles anzuzweifeln und zu sehen, ob es ärztliche Unterlagen gibt, diesen auf einen früheren Zeitpunkt zu verschieben, zu denen die vers.rechtl. Voraussetzungen noch erfüllt waren. Dazu müsste man aber den Versicherungsverlauf sehen, um eine Aussage zu treffen, ob dieses Vorhaben Sinn macht. Die RV wird niemals einen Leistungsfall um 10 oder mehr Jahre verschieben, daher empfehle ich eine Beratung in einer Auskunft-und Beratungsstelle durchzuführen. Ansonsten hilft nur Warten bis die Regelaltersgrenze erreicht wird.

§ 43 SGB VI, ggf. auch § 240 SGB VI, sofern vor dem 02.01.1961 geboren.

Darin stehen die formaljuristischen Anspruchsvoraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente. Sind die nicht erfüllt braucht man sich über inhaltliche, sprich ärztliche Befunde keine Gedanken machen, der Antrag würde abgelehnt.

Hallo stachel50,

Sie schreiben:

Rente wegen MS mit 50 ??

meine Frau hat MS und hat in den letzen Jahren aufgrund ihrer Krankheit nur 450 € Jobs gelegentlich ausüben können. Hat vor 3 Jahren Rente beantragt

Antwort:

google>>

deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Wie Sie der o.a. aktuellen DRV-Broschüre zweifelsfrei entnehmen können, ist grundsätzliche Voraussetzung zur Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente aus der DRV die Erfüllung der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen!

In der Regel müßen demzufolge in den letzten 5 Jahren mindestens 36 Monaten an Pflichtbeiträgen auf Ihrem Rentenkonto einbezahlt worden sein!

Ob Sie ggf. fehlende Monate durch freiwillige Beiträge auffüllen können, das müßen Sie grundsätzlich mit Ihrer zuständigen DRV-Rentenanstalt klären!

Bei der Rentenberatung haben sie uns Hoffnung gemacht, wurde jedoch abgelehnt. Über unseren Anwalt haben wir es weiter versucht doch bis jetzt ohne Erfolg.

Antwort:

Es ist an dieser Stelle nicht nachvollziehbar, warum Sie von Ihrem Anwalt nicht darauf aufmerksam gemacht worden sind, daß da ohne die versicherungsrechtlichen Zeiten keine Chance besteht!

Es haben Richter ohne beisein meiner Frau entschieden, da sie in den letzten 3 Jahren keine Pflichtbeträge eingezahlt hat steht ihr keine Rente zu

Antwort:

Es ist ohne Anwesenheit Ihrer werten Frau möglich festzustellen, daß in Ihrem Rentenkonto Beitragsmonate fehlen!

Ein Gutachter hat ohne sie groß zu untersuchen vor 3 Jahren festgestellt, das sie noch 6 Std. täglich arbeiten kann. Die MS beinträchtigt meine Frau sehr, außerhalb des Hauses sind nur Rollator und Rollstuhl möglich. Gibt es da keinen Weg auf Rente zu kommen ??

Antwort:

Der Gutachter orientiert sich in allererster Linie an den vorhandenen Akten und ergänzt dies durch diverse Zusatzuntersuchungen und ggf. Befragungen!

Sind die Akten nicht vollständig und nicht aussagefähig, dann kann auch das Gutachten nicht vollständig und stichhaltig sein!

Das heißt im Klartext:

Ohne eine eigene, aktualiserte und optimierte Krankenakte als Grundlage ist ein wirklich objektives Gutachten überhaupt nicht möglich!

Meine Frau ist jetzt 50 Jahre alt.

2015 - 50 Jahre = 1965 geboren und somit nach dem sehr wichtigen Stichtag 1.1.1961!

Wer aber nach dem 1.1.1961 geboren ist, der hat in der DRV keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit und muß glasklar nachweisen, daß die Leistungsfähigkeit dauerhaft auf unter 3 Stunden, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist!

Bitte prüfen Sie also Ihre Krankenakte laut dem "Roten-Faden", ob die Krankenakte ggf. aktualisiert und optimiert werden muß!

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erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-und-der-rote-faden/

Eventuell können Sie dann an Stelle der Erwerbsminderungsrente Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderungsrente geltend machen!

Wenn Sie allerdings in einem gemeinsamen Haushalt wohnen, kommt das gesamte Haushaltseinkommen auf den Prüfstand und wenn diverse Freibeträge überschritten werden, dann besteht ggf. kein Leistungsanspruch!

Man könnte dann ggf. darüber nachdenken ob es Sinn macht, daß Ihre werte Frau einen gültigen Untermietvertrag präsentiert und ggf. einen dauerhaften, eigenen Haushalt gründet!

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deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232620/publicationFile/54129/grundsicherung_hilfe_fuer_rentner.pdf

google>>

betanet.de/betanet/soziales_recht/Unterhaltspflicht-424.html

Auszug:

2.1. Wohn- oder Haushaltsgemeinschaft?

Nicht gegenseitig unterhaltspflichtig sind Menschen, die zwar eine Wohngemeinschaft haben, aber keine Haushaltsgemeinschaft bilden, d.h.: die nicht gemeinsam wirtschaften.

Beweise für die Wohngemeinschaft sind:

Getrennte Schlafstellen und Wohnecken, klar getrennte Lebensmittel, kein gemeinsames Kochen, Untermietvertrag oder getrennter Mietvertrag, Strom, Radio, Zeitung getrennt.

Das Sozialamt überprüft die Angaben bei einem Hausbesuch.

Lassen Sie sich aber in diesen Dingen vorab rechtlich einwandfrei beraten, damit Sie in keine Falle tappen!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Du bringst einige Dinge durcheinander. Offenbar hat Deine Frau die rentenrechtlichen Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente nicht erfüllt. Dann gibt es keinen Weg an eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung zu kommen.

Sie hat in den letzten 10 Jahren nur teilweise geringfügig arbeiten können und seit 4 Jahren garnicht mehr, aufgrund ihrer Krankheit. 

Deshalb hat sie Rente beantragt und muss nun noch 17 Jahre warten ? 

@stachel50

Wer vor Eintritt der Erwerbsminderung keine 36 Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren hat, muss auf die Regelaltersgrenze warten. Da ist der Gesundheitszustand völlig unerheblich.

@stachel50

Das hatte ich mit "rentenrechtlichen Voraussetzungen" gemeint.

Die Antwort auf Deine Frage findest Du dort: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/1_Lebenslagen/04_Mitten_im_Leben/03_was_passiert_bei/02_Erwerbsminderung/erwerbsminderung_node.html#doc233316bodyText3

Es wäre immerhin möglich, im 450-Euro-Job einen eigenen RV-Anteil zu zahlen, um irgendwie die drei Jahre voll zu bekommen. Lasst Euch doch einfach mal ordentlich beraten!

kann man den RV-Anteil noch nachzahlen ? Bei wem kann man sich sonst noch beraten lassen ?

@stachel50

Nachzahlen geht wohl eher nicht.

Beratung bekommst Du bei der Deutschen Rentenversicherung, der Bundesknappschaft (doch, bei beiden auch ganz neutral!!!), beim Sozialverband VdK (musst Du mal sehen, wo die bei Euch in der Nähe sind!) usw.


Ich verstehe allerdings nicht, wieso der Anwalt eine Klage betrieben hat, die schon aufgrund der rentenrechtlichen Zeiten, die nicht erfüllt waren, aussichtslos sein musste. Hat er Euch das nicht gesagt???

@anjanni

Er hat uns auch eine kleine Hoffnung gemacht. Also muss meine schwerkranke Frau jetzt noch 17 Jahre bis zur Rente warten

@stachel50

... oder sie schafft es, in den nächsten 5 Jahren wenigstens 36 Monate lang Beiträge zu zahlen. Dann muss sie nur noch 5 Jahre warten.

Ganz ehrlich: so sehr hoch würde ihre Rente doch eh nicht sein, oder? Was macht es dann für Euch für einen Unterschied?

@anjanni

Kann man Beiträge einzahlen ohne zu arbeiten ? Arbeiten geht leider nicht mehr.

@anjanni

Hää?? Wenn der Leistungsfall der Erwerbsminderung festgestellt wurde, dann kann man hinterher soviele Beiträge entrichten wie man will! Der Zeitraum bezieht sich auf den Leistungsfall und wird NICHT verschoben! Es hilft einzig noch 20 Jahre in einer Behindertenwerkstätte zu arbeiten. Dann ist ein neuer Leistungsfall eingetreten. Aber 36 Monate zu arbeiten und dann zu sagen: habe nun die Vorausetzunen, nee das geht so nicht

@stachel50

Nein, den Anteil kann man nicht nachzahlen. Das würde doch dann jeder versuchen. Darf man halt nicht auf die RV Pflicht verzichten!

@stachel50

stachel50: Ich glaube, es ist besser, Du läßt Dich bei einer der von mir oben genannten Stellen beraten. Hier findest Du durch die Diskussion ja doch nicht mehr durch, weil am Ende nicht mehr klar ist, wer nun wem geantwortet hat...

Wenn ich Deine Darstellung oben richtig lese, wurde Deiner Frau vor drei Jahren noch keine volle Erwerbsminderung zugestanden, der Antrag aber schon aufgrund der fehlenden Beitragszeiten abgelehnt. Da ist doch gut, dass sie angeblich noch 6 Stunden arbeiten konnte - weil sie dann ja noch nicht erwerbsgemindert war. Da ist der Versicherungsfall ja noch gar nicht eingetreten. Lies Dir dazu noch mal die von mir genannte Webseite bei der Deutschen Rentenversicherung durch. Dadurch könnte sie jetzt (oder später!!!) einen neuen Antrag stellen, im Prinzip.

Wenn Ihr jetzt noch drei Jahre aufgrund welcher Tätigkeit auch immer Beiträge bezahlt, kann sie danach eine Rente bekommen.

Und es geht auch eine freiwillige Versicherung: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/01_Rente/01_allgemeines/02_freiwillige_versicherung/00_freiwillige_versicherung_node.html

Ob das aber Sinn macht oder in Eurem Fall wirklich möglich ist, solltet Ihr vorab bei einer Beratungstelle klären! Nimm die Beratung in Anspruch!

@turnmami

turnmami: Der Versicherungsfall ist ja eben noch nicht festgestellt worden, da der Frau noch eine Erwerbsfähigkeit von mindestens 6 Stunden am Tag zugesprochen wurde. Das ist ja für sie gerade das Gute an der Sache!

@stachel50

Man kann freiwillige Beiträge zahlen ohne zu arbeiten. Diese zählen aber nicht für die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen.

@anjanni

Dann hilft aber nur für die nächsten Jahre Pflichtbeiträge zu entrichten und zu "hoffen", dass dann der Leistungsfall festgestellt wird. 

@turnmami

Doch, die zählen. Lies Dir mal den Link genau durch...

@anjanni

Die freiwilligen Beiträge zählen? DAS ist mir das neuerste. Die helfen nur, wenn ab 1.1.84 jeder Monat LÜCKENLOS mit Beiträgen gefüllt ist. Ansonsten helfen freiwillige Beiträge hier gar nichts.

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