Regelung Überstundenabbau bei Teilzeitkraft

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ob es hierzu eine Rechtssprechung gibt, kann ich nicht sagen. Allerdings würde ich es genauso empfinden, dass Dir nur so viel Stunden abgehogen werden dürfen, wie Du an diesem Tag gearbeitet hättest. Frag doch mal nach, ob Dir, wenn Du eine ganze Woche Überstundenabbau machen würdest, dann 40 STunden abgezogen werden. Das dürfen dann ja auch nur 30 Stunden sein. Gibt es bei Euch einen Betriebsrat oder bist Du in der Gewerkschaft? Auch dort kannst Du jederzeit nachfragen.

Die Aussage Deines Arbeitgebers ist Unsinn.

Von Bedeutung ist die Tagesarbeitszeit nur für die Berechnung des Entgeltes bei Urlaub, wenn nach Tagen oder nach Stunden entgolten wird.

Bei Dir geht es aber nicht um Urlaub, sondern um den Ausgleich von Überstunden, der - wenn es keine Zuschläge gibt -, im gleichen Verhältnis (also 1:1) zu erfolgen hat.

Wenn Du 6 Stunden ausgleiche willst und tust das an dem Tag, an dem Du normalerweise nur 6 Stunden arbeitest, dann brauchst Du an diesem Tag eben nicht zur Arbeit zu erscheinen; der Arbeitgeber kann Dir deswegen aber nicht 8 Stunden berechnen!

Das Vorgehen Deines Arbeitgebers, Dir für den Ausgleich von 6 Überstunden aber 8 abzuziehen, bedeutet eine Minderung der Überstundenvergütung (in Freizeit) auf 75 % der regulären Vergütung.

Wenn es im Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag keine gegenteilig lautende Vereinbarung gibt, dann ist der Arbeitgeber aber verpflichtet, die Überstunden mit dem für die Regelarbeitszeit vereinbarten Lohn auszugleichen - das gilt genau so auch für den Ausgleich in Freizeit.

Diese Bestimmung leitet sich ab aus einer Vergütungsvorschrift des Bürgerlichen Gesetzbuches BGB; dort heißt es in § 612 Abs. 1:

Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Dienstleistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.

Und im selben Paragraphen, Abs. 2:

Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, so ist bei dem Bestehen einer Taxe die taxmäßige Vergütung, in Ermangelung einer Taxe die übliche Vergütung als vereinbart anzusehen.

Auf einer Anwalts-Seite im Internet heißt es dazu:

Mehr Arbeit gleich mehr Geld? Wenn nichts anderes vereinbart ist, sind Überstunden mit dem für die Regelarbeitszeit vereinbarten Lohn auszugleichen. Vielfach finden sich aber auch detaillierte Bestimmungen zur Höhe bzw. Berechnung des Überstundenlohns im Tarifvertrag, der Betriebsvereinbarung oder dem einzelnen Arbeitsvertrag. Hier können auch Zuschläge festgelegt werden, z.B. für Nachtarbeit oder Sonn- und Feiertagsarbeit.

(Link: http://www.anwalt.de/rechtstipps/ueberstunden-was-sind-sie-wert-und-wie-werden-sie-ausgeglichen_002192.html )

Das gilt - wie bereits gesagt - nicht nur für den Ausgleich in Geld, sondern auch für den in Freizeit!

Hallo Familiengerd,

vielen Dank, Du hast mir mit deiner Ausführung super weitergeholfen.

Ich dachte mir ja eh schon, das mein Arbeitgeber im Unrecht ist. Er denkt halt immer er weiss alles und hat Recht .... aber diesmal definitiv nicht!

Jetzt bin ich mal gespannt, was er nach Rückkehr aus seinem Urlaub dazu sagt.

LG

Was möchtest Du wissen?