Rauchmelder in Eigentumswohnung

9 Antworten

Rauchmelder im Gemeinschaftseigentum sind Gemeinschaftseigentum. Rauchmelder in der jeweiligen Wohnungen sind und bleiben Sondereigentum. Daraus ergibt sich ganz klar, wer bezahlen muss. Durch irgendwelche Schreiben einer Hausverwaltung oder eines sonstigen Briefeschreibers ändert sich das Gesetz nicht. Für die jeweiligen Eigentumswohnungen gilt für den jeweiligen Benutzer das Hausrecht. Er oder Sie muss niemanden in seine Wohnung lassen, um Rauchmelder zu installieren oder zu warten. Natürlich schützen Rauchmelder Leben und jeder Nutzer muss selbst entscheiden, welches Risiko er eingeht. Anbei noch meine Tipps: http://immobilienexperte.tv/app/download/5790505323/IMMOBILIEN_KOLUMNE_21_2012.pdf Hinweis: Natürlich heißt das Ding Rauchmelder und nicht Feuermelder, aber Feuermelder ist Umgangssprache.

Besten Dank, auch für den Link. Ob es nun Rauch- oder Feuermelder heißt, spielt ja keine große Rolle, gemeint ist immer das gleiche. Genau das ist nämlich mein Problem, dass ich selbst bestimmen will, wo, wie und welche Rauchmelder ich anbringen will.

Zum Einen, sind die Eigentümer einer Wohnung/Haus verpflichtet, bis Jahresende alle vermietbaren Wohnungen damit auszurüsten. Zum Anderen sind lediglich Schlafräume damit auszustatten, Zum Dritten, kostet ein guter Rauchmelder 20 Euro.

Bei uns ist die Rede von 200 Euro pro Eigentümer für die Rauchmelder, Installation und Wartung.

@mamaundkind

Da will sich wohl einer bereichern.

Meiner Auffassung nach ist die Sache ganz klar - Rauchmelder in der Wohnung des Eigen-tümers sind ganz klar Sondereigentum, im Gemeinschaftseigentum (im Hausflur zum Beispiel) ganz klar Gemeinschaftseigentum.

So denke ich eigentlich auch. Allerdings haben wir nun ein Schreiben bekommen, dass es sich bei den Rauchmeldern in den Wohnungen um Gemeinschaftseigentum handeln soll. Finde ich nicht so super

@mamaundkind

In Hausfluren sind keine Rauchwarnmelder vorgeschrieben. Sonst richtig, solange die EV nicht etwas anderes beschließt.

Gemäß BGH Urteil aus 2013 gehören die Rauchwarnmelder in einer Eigentümergemeinschaft nicht zum Sondereigentum. Das heißt, dass der Eigentümerversammlung mehrheitlich den Einbau und die Wartung beschließen kann und hierfür auch einen Dienstleister beauftragen kann. Theoretisch könnte der Verwaltungsbeirat dieses auch juristisch für alle Wohnungen durchsetzen. In der Praxis wird es aber nicht gemacht. Sollten sich Eigentümer dem mehrheitlichen Beschluss widersetzen, so werden ihre Wohnungen bei Beauftragung eines Dienstleisters aussen vorgelassen.

Vielen Dank für die Antwort. Dieses Urteil zitiert die Hausverwaltung. Mir behagt es aber nicht, wenn da irgendwelche Leute bestimmen wollen, was in meiner Wohnung passiert.

Theoretisch könnte der Verwaltungsbeirat dieses auch juristisch für alle Wohnungen durchsetzen.

Nein. Der Verwaltungsbeirat hat lediglich die Aufgaben, welche in § 29 WEG beschrieben sind. Mehr nicht. Nur der Verwalter kann bei entsprechender Beschlussfassung die Beschlüsse auch durchsetzen.

Das Urteil von dem du sprichst ist vom 08.02.2013 mit dem Aktenzeichen: V ZR 238/11.

Rauchwarnmelder sind Gemeinschaftseigentum.

Das meint zumindest (*wenn auch schwach begründet) der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 08.02.2013 (V ZR 238/11) http://openjur.de/u/635011.html

Ausdrücklich offen gelassen hat der BGH aber deine zweite Frage, was nämlich passiert, wenn ein Sondereigentümer bereits einen Rauchwarnmelder installiert hat. Diese Rechtsfrage ist bislang noch nicht geklärt.

Meines Erachtens müsste die WEG dies berücksichtigen und könnte nicht den Einbau eines zweiten Rauchwarnmelder verlangen. Die Verpflichtung der Wartung jedoch könnte die WEG wohl durchsetzen.

(*wenn auch schwach begründet)

Rauchwarnmelder dienen nicht der Sicherheit und dem Bestand des Gebäudes. Sie wecken lediglich einen schlafenden Bewohner, wenn sich Rauch in seiner Wohnung entwickelt hat.

Die Begründung des BGH, dass dieser nicht Sondereigentum sein kann, weil er im gemeinschaftlichen Sinne dazu führen könnte, dass schneller alarmiert werden kann, ist abendteuerlich. Denn der Logik folgend wäre dann auch das Telefon gemeinschaftliches Eigentum. Der andere Grund, dass die Feuerversicherung sich verteuern könnte ist deshalb schon abwegig, weil dies derzeit bei keiner Feuerversicherung in Deutschland der Fall ist, weil dies aufgrund der bestehenden Versicherungsbestimmungen nicht möglich ist. Denn in einer Feuerversicherung sind nicht die Personen, sondern das Gebäude versichert. Dessen Schutz dient aber der Rauchwarnmelder nicht.

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