Räumungsklage abwenden

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***Nun kam es so, dass der Vermieter uns eine völlig falsche Nebenkosten in den Mietvertrag gesetzt hat und wir somit eine Nachzahlung von knapp 2000 Euro haben, die bisher nicht begleichen konnten.*****

Alle Nebenkosten nach der 2. BKoV sind im Mietvertrag zugelassen. Wie kommst du darauf, dass die Nebenkosten in deinem Mietvertrag völlig falsch seien? Fehlt der Aufzählung der Nebenkosten im Mietvertrag der Umlageschlüssel? Fehlt der jeweilige Anteil der Kostenstelle an der Gesamtheit der monatlichen NK-Vorauszahlung? Gab es eine Abrechnung der NK, die von den aufgeführten NK im MV abweicht? Hast du einen Widerspruch fristgerecht eingelegt?

Infolge von Nichtzahlung einer Summe aus de NK- Abrechnung kann der aktuelle MV nicht außerordentlich und fristlos gekündigt werden. Die Androhung einer Räumungsklage ist damit wertlos. Der Vermieter kann nach fruchtloser Mahnung eine Zahlungsklage vorbringen. Ob diese erfolgreich geführt werden kann, lässt sich hier aufgrund fehlender Informationen nicht verifizieren.

Bleibt in der Wohnung und lasst den Vermieter auf Räumung klagen, wahrscheinlich wird die Klage nicht zugelassen, wenn der Richter die Begründung gelesen hat. Dennoch muss die Nachzahlung aus der NK-Abrechnung richtig gestellt werden.

Achtung! Das könnte trotzdem gefährlich werden. Denn in manchen Mietverträgen ist geregelt, dass Zahlungen erst auf Nebenkosten und dann erst auf die Miete angerechnet werden. Falls ihr also überweist, ohne im Verwendungszweck anzugeben, dass ihr Miete bezahlt (und nicht eine frei verbuchbare Zahlung), dann verrechnet der Vermieter vielleicht erst auf die Nebenkosten, mit dem Effekt, das die Miete (!) offen steht!. Dann ist der Kündigungsgrund gegeben.... Also, ich wäre bei soetwas vorsichtig. Am besten zum Mieterschutzbund oder ähnlichem gehen. Die sind nicht so teuer, wie ein Rechtsanwalt und können meistens ganz gut helfen. Wenn ihr doch einen Anwalt braucht und aus München seid, dann kann ich die Kanzlei Becker empfehlen (im Internet unter www.kanzleibecker.com). Viel Glück!

Jetzt haben wir den Fall, das wir wieder die fristlose Kündigung mit Androhung der Räumungsklage hier liegen haben. Noch ist die Klage nicht eingereicht, der Vermieter aber auch zu keinem Gespräch bereit (deren Anwalt hingegen schon). Jetzt habe ich im Internet gelesen, dass man eine Räumungsklage abwenden kann, wenn es nicht 2 Jahre vorher schonmal zu einer Kündigung mit Räumungsklage kam.

Wenn Ihr nochmal Mietrückstände hättet, würde auch das Begleichen der Rückstände nicht dazu führen, dass das Mietverhältnis weiterlaufen würde. Zum Glück ist das hier nicht der Fall.

Aufgrund einer Beanstandung der Nebenkostenabrechnung ist der Vermieter nicht berechtigt, fristlos zu kündigen, geschweige denn wird eine Räumungsklage aus diesem Grund keinen Erfolg haben.

Können wir die jetzige Kündigung abwenden oder nicht?

Ich hoffe Ihr habt eine schriftliche Ratenzahlungsvereinbarung zu den Mietrückständen vereinbart. Dann dürfte eigentlich nichts passieren.

Falls nicht, wie lange Beträgt eurer Meinung nach die Räumungsfrist da wir ein 4 Jähriges Kind in unserer Wohnung haben und es hier leider garnicht so einfach ist, eine neue Wohnung zu finden.

Nur weil man eine Kind hat ( habe auch eins), hat man keinen Schutz vor der Kündigung.

Um dem Vermieter klar zu machen, dass er falsch handelt, würde ich einen Anwalt oder Mieterbund beauftragen, die ihm klar machen, dass die die Kündigung wegen der Nebenkostenabrechnung nicht gerechtfertigt ist.

MfG

Johnny

Aufgrund einer Beanstandung der Nebenkostenabrechnung ist der Vermieter nicht berechtigt, fristlos zu kündigen, geschweige denn wird eine Räumungsklage aus diesem Grund keinen Erfolg haben.

Wie Du bin ich auch zuerst von einer unkorrekten Nebenkostenabrechnung ausgegangen, als ich mit meinem Beitrag bereits fertig war, habe ich aber noch gesehen, daß die Fragerin geschrieben hat:

wir sind überhaupt erst in den Rückstand gekommen, weil unser Vermieter uns die Nebenkosten absichtlich viel zu niedrig angesetzt hat. Wir zahlen die aktuelle Miete und haben noch etwas draufgepackt, damit wir nicht mehr in eine solche Situation kommen.

Von einer fehlerhaften Abrechnung steht da nichts. Eine Verpflichtung, daß der Vermieter die Nebenkostenvorauszahlung bei der Neuvermietung an den Mieter genau anpassen muß, gibt es nämlich nicht. Das kann er auch gar nicht, weil er das Verbrauchsverhalten des Mieters bei Heizung und Wasser nicht kennt.

Durchschnittlich zahlt man in Deutschland zwischen 2,- bis 3,- € pro qm/Monat, und zwar unterschiedlich nach Region und pers. Verbrauch.

@Nemisis2010

Das ändert aber absolut nichts daran, dass der Vermieter wegen einer offenen Nebenkostennachforderung - berechtigt oder nicht - nicht kündigen kann...

Nachforderungen von Nebenkosten müssen nicht bezahlt werden so lang keine formal korrekte NK-Abrechnung vorgelegt wird.

Außerdem habt ihr Anspruch auf Einsicht der Originalbelege.

Wenn die Nebenkosten zu niedrig angesetzt sind kann man diese auch selbst anpassen. Genaue Fristen und den § dazu wird hier sicher nochmal jemand posten.


Wenn eine Klage gegen einen anhängig ist hilft nur der Gang zum Anwalt, also sucht euch einen der in dem Bereich Erfahrung hat.

Es gibt noch keine Klage.

@Gerhart

Dann ab zum Mieterbund oder selbst in die Materie einlesen, Anhaltspunkte hast du ja bereits bekommen.

Es handelt sich hier NICHT um Rückstände aus laufenden Mietzahlungen, sondern aus einer Nebenkostenabrechnung. Und deswegen kann nicht fristlos gekündigt werden, die fristlose Kündigung ist bereits unwirksam und eine Räumungsklage daher überhaupt nicht möglich. Ihr braucht Euch deswegen absolut kein Sorgen machen...

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