Radfahrer fährt im Dunkeln auf dem linken Radweg ohne Licht. Autofahrer mit gleicher Fahrtrichtung biegt links ab und touchiert Fahrradfahrer. Wer hat Schuld?

5 Antworten

Ich denke, das wird eine Einzelfallentscheidung vor Gericht erfordern. Da spielen einfach zu viele Faktoren rein: Wie gut war der Radweg einsehbar? Wie dunkel war es? Wie gut sichtbar war der Radfahrer? Ist der Autofahrer mit einer Geschwindigkeit abgebogen, mit der er keine Chance zum Bremsen mehr hatte? Hat der Autofahrer überhaupt dorthin geguckt, wohin er fuhr?

Irgendwo zwischen "der Autofahrer hatte keine Chance, den Radfahrer zu sehen" und "der Radfahrer war bestens sichtbar, nur hat der Autofahrer in dem Moment auf sein Handy geguckt" wird das Ergebnis liegen.

Also wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann fahren Fahrradfahrer und Autofahrer in die gleiche Richtung und beim Linksabbiegen das Autos erwischt er den Fahrradfahrer, richtig?

Dann bekommt hier zumindestens der Fahrradfahrer auch eine Teilschuld denn er fährt auf dem falschen Fahrstreifen. Denn in Deutschland geht immer das Rechtsfahrgebot auch für Fahrradfahrer, dieser dürfte auf der Straßenseite nicht fahren, es sei denn es gäbe auf der anderen Straßenseite keinen Fahrradweg. Und die nächste Frage wäre überhaupt ob dort ein Fahrradweg wäre oder ob er einfach nur auf dem Gehweg fährt.

Dann bekommt hier zumindestens der Fahrradfahrer auch eine Teilschuld denn er fährt auf dem falschen Fahrstreifen.

Auf vielen Straßen in Deutschland gibt es meist nur auf einer Seite einen Radweg, der auch für beide Fahrtrichtungen gilt und somit kannst du daraus keine Teilschuld des Radfahrers begründen.

@Apolon

dann lies meinen Text vollständig.......denn in Deutschland geht immer das Rechtsfahrgebot auch für Fahrradfahrer, dieser dürfte auf der Straßenseite nicht fahren, es sei denn es gäbe auf der anderen Straßenseite keinen Fahrradweg

@LittleMac1976

In deinem Kommentar hat sich ein Fehler eingeschlichen!

dieser dürfte auf der Straßenseite nicht fahren, es sei denn es gäbe auf der anderen Straßenseite keinen Fahrradweg

dieser dürfte auf der Straßenseite nicht fahren, es sei denn es gäbe auf der anderen Straßenseite keinen Fahrradweg

Außerdem hast du meinen Hinweis auf deine ursprüngliche Antwort nicht verstanden.

Wenn ein Fahrrad weg vorhanden ist, besteht eine Pflicht für jeden Radfahrer diesen zu benutzen - und dabei ist es völlig egal auf welcher Straßenseite sich dieser befindet.

https://www.bverwg.de/entscheidungen/pdf/181110U3C42.09.0.pdf

@Apolon

Das gibt das von Dir angeführte Urteil aber nicht her. In dem wurde gerade die Benutzungspflicht für rechtswidrig erklärt.

Grundsätzlich muß kein Radfahrer sich durch Radwegnutzung selbst gefährden.

Nur wenn eine Benutzungspflicht von der Behörde angeordnet wurde muß ein Radweg benutzt werden - und zwar nur in der Richtung, in der die Benutzungpflicht angeordnet wurde.

Das läßt sich nicht standardmäßig beantworten.

Wie waren die Lichtverhältnisse? Welche Kleidung trug der Radfahrer? Wie schnell ist das Auto abgebogen, wie schnell fuhr der Radfahrer? Hat das Auto den Radfahrer vorher überholt? Hätte der Autofahrer den Radfahrer da sehen müssen?

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich denke, der Radfahrer. Nicht nur, weil er ohne Licht fährt, sondern vor allem auch, weil er auf der falschen Straßenseite fährt.

Bitte beachten, er fährt auf einem Radweg!

@Apolon

Macht keinen Unterschied. Ob Radweg, oder nicht, er hat auf der rechten Straßenseite zu fahren.

@Apolon

Das ändert doch nichts an meiner Aussage? In Deutschland herrscht das Rechtsfahrgebot, und das nicht nur für Autofahrer. Da hat sich auch ein Radfahrer dran zu halten. Sofern es den Radweg nicht ausschließlich auf der linken Straßenseite gibt, natürlich.

@PeterLustig1999

Soll ich nun davon ausgehen, dass du Gerichtsurteile sowie die STVO außer Kraft setzen darfst?

@Apolon

Wovon redest du? WTF?

@PeterLustig1999

Ich habe lediglich auf deinen unsinnigen Kommentar geantwortet!

Der Radfahrer fährt ja nicht auf der Straße, sondern auf einem baulich getrennten Radweg... das Rechtsfahrgebot gilt also allenfalls innerhalb des Radweges, unabhängig von der Straße.

Ergo, der Radweg läuft links von der Straße, der Radfahrer benutzt diesen pflichtgemäß, und fährt auf der rechten Seite des Radweges. Damit ist er immernoch links von der Straße.

Klingelts allmählich?

@RedPanther

Vor Schmerz beim durchlesen, ja. Ich empfehle §2 der StVO zur Lektüre.

Ein Radfahrer der links der Fahrbahn auf einem Radweg fährt, fährt auf der Straße. Ein linker Radweg darf nur benutzt werden, wenn er freigegeben oder in der Fahrtrichtung benutzungspflichtig ist.

@Olokun

Ich verstehe unter einem Radweg einen separaten (Leitplanke oder Grünstreifen dazwischen) Weg mit blauem Schild, auf dem ein weißes Fahrrad abgebildet ist. Beispielsweise hier zu sehen. Wenn meine Fahrtreichtung der Blickrichtung im Bild entspricht, fahre ich links von dem Autofahrer, der in gleicher Richtung fährt. Und habe Vorfahrt, wenn dieser links abbiegt.

Wenn ich auf der Straße fahre, kann ich kaum gleichzeitig auf der Straße fahren. Und ein Weg, der nicht das entsprechende Schild trägt, ist mWn kein Radweg. Wobei es natürlich im Sinne des Selbsterhaltungstriebes empfehlenswert ist, den Wirtschaftsweg neben der Straße zu nutzen, wenn es ihn gibt. Übrigens auch auf der Seite, auf der er existiert.

Wenn du derartige "radfahrergewidmete Seitenstreifen" meinst: Da bin ich voll bei dir, der Radfahrer fährt auf der Straße.

@RedPanther

Aus dem bereits erwähnten §2 der StVO, hier Absatz (4) Sätze 3 und 4, es ist explizit von Radwegen ohne Schilder die Rede:

Rechte Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen benutzt werden. Linke Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen nur benutzt werden, wenn dies durch das allein stehende Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ angezeigt ist.

Da ich mit meinem Rad nicht fliegen kann und im Straßengraben nicht wirklich voran komme fahre ich immer auf der Straße, egal ob auf dem Radweg oder auf der Fahrbahn.

Aus Gründen des Selbsterhaltungstriebes fahre ich bevorzugt dort, wo ich gesehen werde - und das ist der Teil der Straße, der für Fahrzeuge (wie zum Beispiel Fahrräder) vorgesehen ist, nämlich die Fahrbahn.

@RedPanther

ich habe den Eindruck, dass du entweder den Text nicht gelesen hast, oder keine Ahnung hast wie sich ein Fahrradfahrer im Straßenverkehr zu verhalten hat!

Zumindest darf er bei Dunkelheit nicht ohne Licht fahren!

@Olokun
Aus Gründen des Selbsterhaltungstriebes fahre ich bevorzugt dort, wo ich gesehen werde -

Und gerade dies ist der Knackpunkt dieser unsinnigen Diskussion.

Ein Radfahrer der bei Dunkelheit ohne Licht fährt, kann man nicht sehen, bzw. erst dann wenn man abbiegt.

@RedPanther

"Linke" Radwege sind saugefährlich und sollen deshalb innerorts überhaupt nicht ausgeschildert werden, d.h. steht da auf der linken Seite kein blaues Radwegschild, fährt der Radfahrer dort nicht nur gefährlich, sondern auch illegal! Auch, wenn es nur auf einer Seite der Straße einen "Radweg" gibt.

Es gibt hier eine Einzelfallentscheidung (wie hier mehrfach dargelegt); je mehr Mist der Radfahrer gemacht hat, desto größer wird seine Mitschuld.

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