Pro Artikel 13 Leute...könnt ihr mal eure Argumente bringen, wieso Artikel 13 für euch richtig und gut ist :) danke?

5 Antworten

Fangen wir doch mal beim Status Quo an

Punkt 1: Es gibt Gesetze die es verbieten fremdes Material ohne Erlaubnis zu nutzen, das wird aber nicht beachtet und die Leute posten vogelwild überall alles was sie finden munter in der Gegend rum

Punkt 2: Als Urheber hat man kaum eine Chance dagegen vorzugehen, denn man kommt an diese Leute gar nicht ran um sie belangen zu können, denn die Unternehmen wie Facebook/Instagram, Google/YouTube etc weigern sich die Nutzerdaten rauszugeben, so dass man dagegen vorgehen könnte

Punkt 3: Selbst wenn man Nutzerdaten hätte, so hat kann man als kleiner Urheber nicht einfach so in allen Ländern der Welt seine Rechte durchsetzen, ohne sich vor Ort einen Anwalt zu suchen etc. das alles ist sehr aufwendig und kostet sehr viel Geld.

Punkt 4: Um gegen einen Verstoß vorgehen zu können muss man diesen Verstoß erst einmal finden... Das alleine ist schon kaum möglich, wie soll man bei zig millionen Uploads jede Sekunde auf allen möglichen Kanälen denn sehen, wer da was unerlaubt postet? Wenn man etwas zufällig findet dann ist das nur die Spitze des Eisbergs

Punkt 5: Da es also, selbst wenn man einen Verstoß gefunden hat es so gut wie unmöglich ist dagegen vorzugehen könnte man also nur bei einem Bruchteil der Verstöße die man findet beim Betreiber der Plattform versuchen durchzusetzen, dass der Beitrag gelöscht wird, aber selbst das ist relativ schwierig und Zeitaufwendig da es die Betreiber dem Urheber um ein vielfaches (!) schwerer machen seine Rechte durchzusetzen als es den illegalen Uploadern gemacht wird gegen die Gesetze zu verstoßen. Jeder Trottel kann sich mit einer anonymen wegwerf-mailadresse überall anonym anmelden und dort unkontrolliert alles mögliche posten das ihm unter die Finger kommt. Will man etwas melden, dann muss man seine komplette Identität offen legen seine Adresse angeben, muss nachweisen dass man der Urheber des Ganzen ist und es wird einem dabei von Seiten des Betreibers sogar mit rechtlichen Schritten gedroht...
Eigentlich sollte es genau anders rum sein!

Wie also soll bei den derzeitigen Bedingungen das Recht gewahrt bleiben, wo jedermann jederzeit gegen die Gesetze verstoßen kann und die Geschädigten, die Urheber, kaum eine Chance haben dagegen vorzugehen?!

Es muss sich hier also dringend massiv etwas verändern, und das muss eben schon beim Upload beginnen und dort weiter gehen wo man als Urheber bislang gegen eine Mauer läuft, nämlich bei den Betreibern.

Anbieter wie YouTube, Instagram, Facebook etc. verdienen viele Milliarden damit, dass Leute bei ihnen unerlaubt Bilder, Musik und Videos hochladen und weigern sich den Geschädigten zu helfen ihre Rechte durchzusetzen bzw. legen ihnen sehr große Steine in den Weg.

YouTube, Instagram, Facebook und Co. sind voll mit unerlaubt geposteten Inhalten und die Nutzer haben mittlerweile auch gar kein Unrechtsbewusstsein mehr, weil ja "jeder" es macht und wenn andere das machen, so meinen sie, dann dürfen sie das ja wohl auch. Die Anbieter haben da leider, neben den Usern, auch einen ganz großen Anteil daran, dass es so weit gekommen ist, weil die nicht konsequent genug dagegen vorgegangen sind.

Nun sind wir so weit dann endlich (!) etwas berichtigt werden soll, was eigentlich nie so weit hätte kommen dürfen, nämlich dass es zur Normalität wird gegen Gesetze zu verstoßen (!) und die Leute glauben nun, man würde ihnen etwas wegnehmen, ihnen eine "Freiheit" nehmen, die sie ihn Wahrheit aber eigentlich nie gehabt haben, weil das, was sie da als ihre "Freiheit" ansehen eigentlich immer schon verboten war!!

Kann ja jeder seine eigenen Meinungen über den Artikel 13 haben.

=> kennst du auch die negativen Seiten des Artikel 13ens?

Klar hat das ein paar positive Effekte für den Urheber, aber du musst beide Seiten kennen, um eine richtige Meinung daraus zu bilden meiner Meinung nach.

=> Aber das soll nur meine Meinung dazu sein ;)

Ich finde, dass Artikel 13 absolut mehr und krass viele Nachteile hat gegenüber den Vorteilen.

@dragonaari

was sollen das denn für "Nachteile" sein??

Es geht darum, dass man etwas nicht darf das man ohnehin schon seit jeher nicht darf! Da sehe ich keinerlei "Nachteil"!

Es ist ja offensichtlich, dass es zu spät ist den Uploader eines urheberechtlich geschützen Werkes erst belangen zu können, wenn das ganze schon im Netz steht. Die Dienste wie YouTube und co fungieren als Hehler für gestohlene Ware und müssen in die Pflicht genommen werden.

Da hast du Recht, aber das geht ja wohl kaum ohne Uploadfilter?

@Schnuersenkel88

Dann sollen sie kommen.

Sind eh schon lange im Einsatz.

@Schnuersenkel88

doch, z.B. indem man die Leute nur etwas posten lässt, wenn sie ihre Identität nachgewiesen haben die dann im Falle eines Verstoßes an die Rechteinhaber rausgegeben wird, damit das Recht durchgesetzt werden kann

@Schnuersenkel88

Die Unternehmen sind nur verpflichtet Maßnahmen nach dem technisch möglichen Standard einzurichten. Flutscht was durch den Filter sind sie nicht in Regress zu nehmen, wenn sie die Sorgfaltspflicht beachtet haben. Denkbar wäre auch ein grober eingestellter technischer Filter mit einer Feinsortierung durch Menschen. Millionen Inder und Chinesen warten schon darauf für 1-3€ die Stunde in Callcentern arbeiten zu können.

@GammaFoto

Du möchtest also deine vollständige Identität überall im Netz verteilen und machst dir darüber keine Sorgen?

@MAB82
Millionen Inder und Chinesen warten schon darauf für 1-3€ die Stunde in Callcentern arbeiten zu können.

Du möchtest also die Ausbeutung von des Einen durch Ausbeutung von anderen rechtfertigen? Interessante Argumentation xD

@Eismensch

dass du eh in aller Regel verpflichtet bist in deinem Kanal ein Impressum zu führen ist dir schon klar?!?

Zumindst sollte der Anbieter, also YouTube, Facebook, Instagram etc. die Identität einwandfrei nachgewiesen bekommen und entsprechend aufzeichnen, so dass sie im Falle eines Verstoßes diese Identität auch rausgeben können.

Vor allem überlegen sich die Leute dann vielleicht zwei mal, wenn sie da mit nachgewiesener Identität angemeldet sind, ob sie gegen Gesetze verstoßen wollen oder nicht. Wenn man sich da anonym anmelden kann ist dem ja Tür und Tor geöffnet und die Leute scheren sich nichts drum. Ein Identitätsnachweis ist auf jeden Fall ein Zeichen an die Nutzer "pass auf was du da machst"!

@Eismensch

Gemessen an den Lebenshaltungskosten in diesen Ländern kann man nur schwer von Ausbeutung sprechen. Es würde sogar über dem Durchschittslohn eines Inder liegen.

@MAB82

Dir ist aber schon bewusst, dass man solche Aufgaben nicht an den ungebildeten Straßenkehrer abgeben kann? Es muss eine juristische Einordnung nach geltenden Recht erfolgen. Verstößt der geprüfte Inhalt gegen das Urheberrecht oder nicht?

Du brauchst also Menschen mit einer Gewissen Bildung und Wissen. Solche Leute würden bei uns in Dtl. gar nicht mal schlecht verdienen. Aber da es ja "nur" Inder oder Chinesen sind, machen wir 3€ und die sollten auch noch dankbar sein!

Die Ironie daran ist dir hoffentlich selber bewusst...

@Schnuersenkel88

Doch tut es, Gammafoto hats ja schon erwähnt, indem man die Identität der Leute feststellt und diese weiter gibt wenn nötig.

Es gibt aber auch die Möglichkeit einfach Verträge mit Strafbestimmungen zu schließen, wer lädt illegal ein Video hoch wenn ihm eine Rechnung mit x100 Euro Gebühr dann ins Haus flattert?

Artikel 13 hätte vermutlich auch verhindert werden können. Das Gesetz ist nicht von gestern auf heute erschienen, die Planung hat schon vor Jahren begonnen.

Beispielsweise hätten Provider eine Selbstverpflichtung eingehen können, aber die handeln nur nach Gesetz und der Rest ist ihnen egal, nehmen wir als Beispiel kino.to

Wenn ein Rechteinhaber etwas gemeldet hat, hat der Provider Nachschau gehalten und es bei Bedarf entfernt, Zugang zu dem Inhalt gesperrt oder was auch immer.
Natürlich hat der Provider auch die anderen Sachen auf der Webseite gesehen und er weiß das diese illegal dort hochgeladen wurden bzw. angezeigt werden. Interessieren tut es einen Provider aber nicht, der handelt nur nach dem was er gesetzlich tun muss, aber nicht nach dem was er tun könnte, er könnte beispielsweise dem Seitenbetreiber sagen, das solche Seiten bei ihm nicht erwünscht sind.

Provider und andere große Unternehmen wissen vom bestreben der EU schon länger, dennoch sahen sie keinen Grund etwas zu unternehmen (wie zb. die Selbstverpflichtung).

Was viele nicht verstehen ist letzten Endes, Artikel 13 ist im Grunde genommen nur eine Reaktion auf die Situation, ob das Gesetz in der Art nun die beste Reaktion ist, darüber lässt sich natürlich streiten. Fakt ist aber es hätte auch andere Wege gegeben ohne das der Gesetzgeber hier was machen müsste, ob diese Erfolgreich gewesen wären, wäre natürlich eine andere Frage, werden wir aber wohl nie wissen da es nicht getan wurde.

@GammaFoto

Die Impressumspflicht trifft vermutlich auf die wenigsten zu. Die meisten nutzen ihren Account nur dazu Content abzurufen. Selbst wenn sie teilweise Videos hochladen, dann folgt daraus nicht zwingend eine Impressumspflicht.

Mal davon abgesehen, bekommen sie Geld durch die Werbeeinnahmen, ist ein Konto hinterlegt. Darüber ist die Identität oft schon zu ermitteln, aber ich auch schon über diesen Weg gemacht.

So wie du argumentierst, scheint es so zu sein, dass du ein Verfechter von "alles ist verboten, es sei denn es ist ausdrücklich erlaubt" bist. Genau dies ist aber in den Rechtskreisen in denen wir uns in Europa bewegen nicht der Fall.

Es wird immer Urheberrechtsverletzungen geben. So wie man es im Internet umsetzen will ist es einfach nicht richtig, weil es viel mehr kaputt macht als rettet. freizugängliches Wissen, Kunst und Meinungen unterdrückt und nicht mal technisch eine Garantie für Erfolg bringt.

Das Urheberrecht muss vernünftig neu geschaffen werden. Schon beim beginn der Privatkopie hat man in den Gesetzesmaterialien geschrieben: Es ist unmöglich alle Urheberrechtsverletzungen zu unterbinden, dies will man im privaten Raum auch nicht. Deshalb die Abgaben auf die Geräte mit denen es geht.

https://www.freischreiber.de/aktuelle/diese-reform-bringt-uns-freie-urheber-keinen-schritt-weiter/

@GammaFoto

Das ist doch auch total behindert.

Schließlich möchtest du im Internet nicht von allem und jedem erkannt werden.

@animeartemis

Das schlimme ist doch, dass viele Menschen von Artikel 13 absolut nichts mitbekommen haben!

Ich habe die Petition gegen Artikel 13 schon im Mai letzten Jahres unterschrieben.

Anstatt einfach so fies den Artikel zu verabschieden, hätten die Medien gut 1 Jahr darüber berichten und informieren können... :(

Das haben sie aber kaum bis gar nicht getan!

Und warum nicht?

Da die Medien in Deutschland total darunter profitieren...

Ich finde Artikel 13 nicht gut, trotzdem bin ich dafür dass geistiges Eigentum beschützt werden sollte bzw. mehr beschützt werden sollte.

Weil auch Journalisten ein Recht darauf haben, dass ihr geistiges Eigentum nicht einfach von Multimilliarden-Internetgiganten geklaut wird.

das Recht haben Journalisten auch ohne Artikel 13 schon

@Mindestloehner

aber das Problem ist das Recht auch durchsetzen zu können!

Dabei geht es aber nicht um Art. 13 sondern um Art. 11

@GammaFoto

Stimmt, wenn es um Leistung'sschutz geht, geht es um Art. 11

Wobei man bei dem recht auf geistiges Eigentum nicht nur auf die "bösen" Firmen aus Amerika schauen sollte sondern auch unsere Verlage mal mehr hinterfragen sollte.

Und bei der Durchsetzung des Leistung'sschutz muss man zwischen den positiven und negativen Folgen abwägen und nur weil ein potenzielles Resultat oder Ziel eines Gesetzes gut ist macht das das ganze Gesetz noch lange nicht gut.

@GammaFoto

Der Art. 11 ist so wie er in der Richtlinie steht aktuelle Rechtslage in Deutschland. Diese ist eindeutig gescheitert; es hat nicht den Effekt gehabt, den sich Verleger erhofften. Es gäbe da also in Bezug auf Deutschland keine Änderung - da es aber in Deutschland, Spanien und Belgien nicht funktionierte ist es dämlich dies nun für die EU als Gesamtkonstrukt zu versuchen.

Es gibt keine! 

Wer Artikel 13 befürwortet, hat ihn nicht verstanden oder hat eigennützige Interessen.

Schaut heute mal bei Wikipedia vorbei oder bei yt bei Christian Solmecke  ;-)

ich würde eher sagen, wer Art 13 befürwortet hat eigennützige Interessen!!

Wer ist denn primär dagegen?

Zählen wir mal zusammen:

  • Unternehmen, die Milliarden damit verdienen wenn gegen das Urheberrecht verstoßen wird
  • Leute die mit dem Verletzen von Rechten anderer Geld verdienen (YouTuber)
  • Rechte und Linke Organisationen die mitmachen weil gegen die Regierung gehetzt wird und sie damit Wähler aufbringen können und jeder Protestwähler nutzt der AFD und allen anderen
@GammaFoto

Also...

  1. Google/YouTube und Facebook/Instagram werden wohl die einzigen sein die in ihrer Stellung durch Artikel 13, im Vergleich zum restlichen Internet, gestärkt werden. Das sind die einzigen die die Mittel haben halbwegs funktionierende Upload Filter zu entwickeln und mit dem verdrängen aller kleiner Seiten haben sie ein noch größeres Monopol als sie eh schon haben. Abgesehen davon dass Firmen aus Übersee Europa mit jeder Regulierung weiter abhängen werden.
  2. Viele YouTube die ihren eigenen Content createn und keine Urheberrechtsverletzungen begehen sind auch gegen Artikel 13
  3. Rechte und linke Organisationen... aha das ist so ein gutes Argument wie zu sagen: wer ist für Artikel 13? Alte und internetferne Menschen, Millionen schwere Verlagshäuser und Politiker die alteingesessene Strukturen erhalten wollen.
@Mindestloehner

er verschweigt gerne in seinen antworten, dass satirische inhalte, zitate und reviews auch von artikel 13 negativ beeinflusst werden könnten. das scheint ihm wohl egal zu sein

und man ja auch Satire betreiben kann ohne fremdes Material zu nutzen. Hat man ja früher ohne Internet auch gemacht!

trauriges statement

@GammaFoto

Ich bin selber Urheber und gegen die Richtlinie. Art. 11 und 12 sind so ziemlich der Todesstoß. Es wurde jahrelang gerichtliche erstritten, dass die Abgaben z.B bei der VG Wort den Urhebern zustehen und nicht den Verwertern (anteilig). Der neue Art. 12 kehrt die Rechtsprechung dazu des EuGH und BGH um - tolles Verständnis von Rechtsstaat, wenn man es so umgehen will. Ich bin sogar bei der VG Wort gemeldet.

Art. 13 halte ich ebenfalls für dämlich. Nicht der Zweck, aber die Umsetzung - sollte es ohne Uploadfilter gehen, dann kann man das gerne durchsetzen.

  • Leute die mit dem Verletzen von Rechten anderer Geld verdienen (YouTuber)

Das ist eine ziemliche Pauschalisierung und auch in der Form falsch. Nicht alle YouTuber.

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