Privatinsolvenz bei Steuerschulden und Zollschulden

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Wenn du nicht in Deutschland wohnst, kannst du hier auch kein Insolvenzverfahren durchführen. Das Insolvenzverfahren ist immer in dem Land durchzuführen, wo du deinen Wohnsitz hast. Man kann nicht mit Wohnsitz im Ausland eine Insolvenz in Deutschland beantragen. Das Gericht würde den Antrag als unzulässig zurückweisen.

danke Thomas für deine antwort!

anmelden könnte ich mich schon in deutschland. als eu-bürger kann man doch ohne weiteres in einem beliebigen land angemeldet sein. ich glaube nicht, dass die wie beim boris becker den stromzaehler prüfen würden, um nachzuweisen, dass ich einen tag mehr als die haelfte des jahres im ausland verweilte, zumal die chance ganz mager ist, dass ich jemals dieses geld zurückzahlen könnte.

meinst du, dass einer da staendig kaeme und nachschnüfeln würde wie viele tage aus dem jahrich dort verweile? übrigens ich könnte auch einen job haben, wo ich staendig auf der achse sein muss innerhalb oder eventuell auch ausserhalb deutschlands.

@mtzad

Das würde schon rauskommen, denn es geht nicht darum gemeldet zu sein, sondern darum wo man tatsächlich wohnt. Der Gutachter bzw. Insolvenzverwalter lässt sich regelmäßig den Mietvertrag zeigen, die Anmeldungen für Medien wie Gas, Wasser, Strom oder Telefon und schaut sich im Zweifel auch die Wohnung an. Nur wer seinen tatsächlichen Lebensmittelpunkt in Deutschland hat, kann hier in die Insolvenz gehen. Es kommt dabei nicht darauf an, ob man hier auch gemeldet ist.

Es ist auch egal, ob du voraussichtlich etwas zurückzahlen kannst oder nicht. Die Formalien wie die Zuständigkeit werden zu erst geprüft und wenn diese nicht erfüllt sind der Antrag zurückgewiesen. Wenn ich als Insolvenzverwalter einen Auftrag bekomme prüfe ich schon ob wirklich der Lebensmittelpunkt an der angegebenen Adresse ist. Ich denke alle anderen Verwalter werden das ebenso sorgfältig tun.

@ThomasKeller

danke nochmals für deine antwort. von beruf her bin ich in der tat neuerdings lkw fahrer geworden, deshalb habe ich das beispiel mit der " auf der achse sein" auch angedeutet. niemand kann mir verbieten, selbst einen insolvenzverwalter dürfte mir nicht verübeln,dass ich einen job aufnehme, wo ich auch etwas verdienen kann, selbst wenn ich nicht jeden tag in der wohnung gas, wasser oder strom verbrauche und andererseits, um strom, wasser usw. verbrauchen zu können, muss man vorerst geld verdienen. gerade in diesem beruf, selbst deutsche fahrer die in internationalem berufsverkehr unterwegs sind, verbringen sicherlich oft mehr als die haelfte des jahres in anderen laendern, troztdem straeubt sich das deutsche finanzamt nicht dagegen, dass solche bürger die steuern dem deutschen fiskus abführen. ich bin der meinung, dass der tatsaechliche wohnort , zumal innerhalb der grenzenlosen EU, ein relativ vager begriff ist und laesst sich nicht auf strom- oder gasverbrauch innerhalb einer wohnung so leicht beschraenken. ich gebe dir ein beispiel: also EU-bürger könnte ich in Wien, Paris und Berlin problemlos angemeldet sein und könnte abwechselnd 1/3 des jahres in diesen staedten auch wohnen. wer haette mir das recht vorzuschreiben, dass ich in deutschland steuerpflichtig sein muss, oder welcher insolvenzverwalter könnte was dagegen einwenden?

@mtzad

Natürlich kannst du dir aussuchen, wo du wohnst und wo du dich aufhältst. Der Insolvenzverwalter schreib dir ja auch nicht vor, wo du dich aufzuhalten hast oder wo du wohnen muss. Er prüft allerdings, ob dein tatsächlicher Lebensmittelpunkt im Bereich des Gerichts ist, wo du den Insolvenzantrag stellst. Wenn er zur Überzeugung kommt, dass das nicht der Fall ist, wird der Insolvenzantrag eben wegen fehlender Zuständigkeit des Gerichts zurückgewiesen.

@ThomasKeller

Danke nochmals für Deine Antwort. Müsste ich dan quasi 6 Jahre lang staendig an einem Ort bleiben, bis die "Wohlverhaltensphase" endet oder genügt es einige Monate bis das Verfahren in den Gang kommt?

@mtzad

Nein, sobald das Insolvenzverfahren eröffnet ist, kannst du hinziehen wo du willst, auch ins Ausland. Das Verfahren wird aber dort wo es eröffnet wurde weiter abgewickelt. Wenn dir meine Antwort hilfreich war wäre eine Bewertung nett.

@ThomasKeller

hallo Thomas,

Es ist sehr nett von Dir, dass Du mich ausgiebig informiert hast. Es sind nur noch ein paar Unklarheiten übrig.

  1. Wie lange dauert die Eröfnung? Es sind nur 2 "Glaeubiger": das Zollamt und das Finanzamt. Das Zollamt hat allerdings vor der strafgerichtlichen Ureteilsverkündung( die nicht mal nach 5 Jahren erfolgt ist) bereits Güter in meiner Wohnung gepfaendet und diese beim " Zoll-Auktionen.de" für einen Apfel und ein Ei laengst verschleudert. Haette das Zollamt und auch das Finanzamt etwa nicht das Urteil abwarten müssen?

  2. Muss ich vor der Eröffnung des Verfahrens Schritte unternehmen, die eine aussergerichtliche Einigung bezwecken( Falls ja, dieser Versuch wird sicherlich scheitern, da ich nichts Konkretes versprechen kann)? Fahre ich in dieser sechsjaehrigen Wohlverhaltenspahse nach Deutschland, z.B mit einem auf meinem Namen zugelassenen Auto, kann das noch gepfaendet werden?

schöne Grüsse

PS Bin hier neu. Meintest Du mit der Bewertung einen Klick auf dem "Dauen"-Ikon oder kann ich Dich sonstwie bewerten? Deie Ratschlaege waren wirklich sehr hilfreich und möchte diese nicht unbewertet lassen.

  1. Du schreibst, nach der Eröffnung "darf" ich gehen :) Was für welche Berichte muss ich und mit welcher Haeufigkeit hinsichtlich meiner finanziellen Lage dem Insolvenzverwalter erstatten?
@mtzad

Bis zur Eröffnung dauert es, wenn das Gericht ein Gutachten in Auftrag gibt ca. sechs Wochen, ohne Gutachten je nach Gericht bis ca. vierzehn Tage.

Du solltest noch klären, welche Verfahrensart für dich überhaupt die richtige ist. Das kannst du ganz leicht hier tun: http://insolvenz24.de/inhalt/info2.asp. Sollte für dich das vereinfachte Insolvenzverfahren (Verbraucherinsolvenz) zutreffen, müsstest du noch einen außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuch vorschalten, der insgesamt ca. ca 2 Monate dauert. Für diesen musst du aber nicht nachweisen, dass du eine Wohnung in Deutschland hast. Der Versuch der außergerichtlichen Einigung scheitert eigentlich immer. Gleichwohl ist er eben nun mal nach dem Gesetz Voraussetzung. Wenn du in der Wohlverhaltensperiode in Deutschland mit einem Auto fährst kann mir nichts passieren. Gläubiger können gegen dich ja nicht mehr pfänden. Über den Link, den ich oben am Anfang genannt habe, kannst du dich auf meiner Seite auch ergänzend über die Verbraucherinsolvenz informieren.

Nach der Eröffnung des Verfahrens musst Du für den Insolvenzverwalter/Treuhänder nur postalisch erreichbar bleiben. Wenn er dir Post schickt muss sichergestellt sein, dass diese ankommt und sie beantworten kannst. Wenn der Verwalter keine besonderen Fragen hat, ist Du einmal im Jahr etwas von ihm hören. Er wird dann fragen, ob sich irgendetwas bei deinen Verhältnissen geändert hat.

Du kannst die Antwort gerne mit Daumen hoch bewerten. Es gibt aber auch eine Möglichkeit, die Antwort als "Hilfsreichste Antwort" auszuzeichnen. Das müsste oben bei der Frage irgendwo stehen.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du gerne einen Freundschaftsantrag schicken. Dann kann ich dir die Fragen individuell beantworten.

das kläre mal mit der zuständigen Schuldnerberatungsstelle und diese kennt sich damit bestens aus.

danke carina für die schnell antwort, aber ich bin in deutschland nicht wohnhaft. kann ich mich trotzdem bei einer schuldnerberatungsstelle melden?

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