Privater Wohnungsverkauf - Makler schreiben mich an

12 Antworten

Aus eigener Erfahrung bei diversen privaten Immobilienverkäufen: Ich würde meine Immobilie immer ohne Einschaltung eines Maklers verkaufen. Ein Privatverkauf "maklerfrei" sorgt für ein wesentlich höheres Interesse seitens potentieller Käufer. Man darf nicht vergessen, dass, auch wenn ich als Verkäufer keine Maklerkosten habe, dem Käufer durch solche Ausgaben Liquidität genommen wird. D.h. ein Käufer mit einem Etat von z.B. 300.000 Euro hat durch Grunderwerbssteuer, Notarkosten (die kann er NICHT vermeiden) UND Maklerkosten (Die kann er vermeiden) - je nach Bundesland - für den eigentlich Kauf nur z.B. 260.000 Euro zur Verfügung. Hat er keine Maklerkosten, kann er - je nach Bundesland - 270.000 - 275.000 Euro zahlen. Das macht es dem Verkäufer ebenfalls viel leichter, seinen Preis zu bekommen. Das oft gehörte Maklerargument: "Wir sorgen für einen höheren Verkaufspreis, da wir den Markt kennen" zieht m.E. nach wenig. Zum einen ist der Markt dank entsprechender Portale sehr transparent und zum anderen ist ein Haus oder eine Wohnung nur soviel wert, wie ein anderer bereit ist zu zahlen. Selbst wenn ein Makler eine "Wertermittlung" macht und von einem Wert spricht, ist das nix, solange es eben keinen Käufer gibt, der diesen Preis zahlt. Und genau dieser Käufer hat mehr Geld zur Verfügung und kann einen höheren Preis - Euren Preis - zahlen, wenn er eben keinen Makler bezahlen muss. Ganz einfach. Zudem ist der Immobilienverkauf in Deutschland ganz klar geregelt, etwa durch die Notarpflicht, also Eiegntumsübergabe nur gegen wirkliches Geld. Schief gehen kann da nix und vor den berühmten, gerne bei RTL2 zu erlebenden "zahlungsunfähigen Mietnomaden" muss man als Verkäufer ja wirklich keine Angst haben. Und ansonsten kann es egal sein, ob jemand aus eigenem Antrieb oder mit Makler bei Euch als Käufer auftritt. Das ist das Problem des Käufers, nicht Eures. Hinterhältig wird es nur - alles schon selbst erlebt - wenn ein Makler OHNE einen Auftrag des Verkäufers die Immobilienportale durchforstet, entsprechende Projekte notiert und gutgläubigen (doofen) Käufern das Objekt dann als eigenes Objekt verkauft. Also mein Tipp: Alles schön selber machen. Viel Spaß dabei!

Ihre Ausführung trifft tlw. zu, sofern man dies nur aus der Sicht des Verkäufers sieht. Es ist aber nun mal so, ein Privatverkäufer schätzt seine Immobilie immer zu hoch ein. Da werden Instandhaltungsmaßnahmen, die eigentlich zum Werterhalt dienen, einfach oben drauf "geschlagen". Klar, jeder ist sich selbst der Nächste und keiner wird gezwungen diesen Preis zu bezahlen, auch wenn er fachlich überhöht ist und dem tatsächlichen Wert der Immobilie nicht entspricht. Das merkt man aber evtl. erst, wenn man die Immobilie wieder selbst veräussern möchte. Im Normalfall bewertet ein Makler eine Immobilie "fair" (sollte er zumindest) und daher kann es dann auch sein, dass man trotz Makler eine Immobilie "günstiger" bekommt. Und was nocht wichtig ist....ein Privatverkäufer darf sich unwissend und dumm stellen bzgl. Schäden, Mängel usw......ein Makler kann das nicht! auch wenn das am Stammtisch immer anders gesehen wird.

Die Gesetzesänderung bezieht sich auf Vermietung, nicht auf Verkauf. Normalerweise zahlen bei einem Verkauf Verkäufer und Käufer 3 % + MWSt.., es gibt dafür aber keine gesetzliche Vorlage, d. h. der Makler kann selbst bestimmen, wem er was berechnet, das ist bei VERKAUF reine Vereinbarungssache. Dass Makler vom Verkäufer keine Provision fordern, ist sooo ungewöhnlich nicht, denn die kommen gerade jetzt durch die Gesetzesänderung bei der Vermietung furchtbar ins Schwimmen und müssen sich Aufträge sichern. Ich denke, dass so einige Makler jetzt ihre Tätigkeit aufgeben müssen, das trifft leider auch die, die wirklich für ihr Geld richtig gearbeitet haben. Im Gegensatz zu der landläufigen Meinung ist es nämlich nicht so, dass Makler Geld fürs Nichtsstun bekommen. Lass Dir schriftlich zusichern, dass Du im Falle eines Verkaufes keine Provision zahlen musst, dann kannst Du Makler tätig werden lassen. Aber - wenn Du einen Makler-Allein-Auftrag unterschreibst, dann darfst Du auch nicht mehrere Makler beauftragen. Ein Makler regelt für Dich die Solvenzüberprüfung des Käufers, macht den Notartermin aus und kümmert sich um alles Weitere. Dagegen spricht für Dich ja nichts, es sei denn, Du sollst zahlen, denn das scheinst Du ja nicht zu wollen.

Mit einem Makler zusammen arbeiten ist an sich kein Nachteil. Selbstverständlich könnt ihr es auch ohne die Herrschaften erstmal versuchen.

Meiner Meinung nach solltet ihr (falls ihr später doch mit einem zusammen arbeiten wollt) mit dem Makler einfach keinen Vertrag abschließen. Wenn er also ne Unterschrift von euch haben will, dann lehnt dies ab. Und die Aussagen "ist für Sie kostenlos" lasst ihr euch schriftlich geben.

Die von Dir angesprochene Gesetzesänderung kommt evt. und nur für Mietobjekte.

Wenn Du sicher sein willst dann lass Dir doch von dem Makler ein von Dir vorformuliertes Blatt Papier unterschreiben in dem steht, dass alles kostenlos ist. Wenn er das unterschreibt und Du im Gegenzug nichts unterschreibst, dann bist Du immer auf der sicheren Seite....

Eigentumswohnungen in guter Lage und in sinnvoller Größe (Grundriss), die zudem noch zu einem realistischen Preis angesetzt wurden, bedürfen keiner Veröffentlichung im Internet. Denn die lassen sich auch regional zum Beispiel durch Zeitungsanzeigen an privat verkaufen. Daher werden meist Wohnungen, die schwerer zu verkaufen sind, im Internet veröffentlicht. Versucht also zunächst einmal, Eure Wohnung regional an privat zu verkaufen.

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