Privat Geld leihen und verleihen?

5 Antworten

Das hängt davon ab, in welchem Ausmaß du das machen möchtest. Sobald du gewerblich dabei handelst, brauchst du eine Bank-Lizenz (§§ 1, 32 KWG).

Gewerbsmäßiges handeln wird in diesem Fall angenommen ab

  • mehr als 100 Krediten
  • Gesamtkreditvolumen von mehr als 500.000€ (bei insg. mehr als 21 Krediten)

Wenn du diese Schwelle überschreitest, ohne eine Lizenz zu haben, machst du dich strafbar (§ 54 KWG).

Bleibst du unterhalb der Schwelle, spricht aus meiner Sicht aus rechtlichen Gründen erst einmal nichts dagegen.

Wie tatsächlich die Chancen stehen, für die private Kreditvergabe an Kredite zu kommen, kann ich nicht einschätzen. Ich denke, dass die wenigsten Banken einen derart hohen Kredit zu einem derart niedrigen Zinssatz ausgeben würden, wenn du ihnen erzählst was du damit vorhast.

Danke für die kompetente Beratung

Gewerbsmäßig im Sinne des Kreditwesengesetzes ist ein auf Dauer angelegter Geschäftsbetrieb mit Gewinnerzielungsabsicht, das oben angegebene ist der Auffangtatbestand des Betreibens im erlaubnispflichtigen Umfang. Sollte - wie in der Frage beschrieben - das Einlagen und das Kreditgeschäft betrieben werden und hierbei eine Gewinnmarge vorgesehen sein, ist auch bei weniger als dem vorbeschriebenen Umfang ein gewerbsmäßiges und damt strafbahres Handeln zu bejahen.

@Sachse69

Grundsätzlich kommt natürlich auch ein Einlagengeschaft in Betracht. Das ist korrekt. In der Konstellation hier sehe ich das ehrlich gesagt aber nicht.

Nach der üblichen Einlagendefinition müssen die Gelder von einer Vielzahl von Geldgebern kommen. Wenn das Geld von Kreditinstituten kommt - so wie hier wohl - handelt es sich nicht um Einlagen.

@Sachse69

@Sachse69:
Wir unterscheiden hier 2 Dinge:
-gewerblich (dauerhafte Gewinnerzielungsabsicht)
-erlaubnispflichtig (die oben genannten Schwellen bei Kreditvergabe)

Der Fragesteller könnte möglicherweise ohne Erlaubnis Geld bis zu den genannten Grenzen verleihen. Natürlich nur mit Gewerbeschein.
Die Frage ist aber, woher er das Geld zum Verleihen nimmt: Z.B. aus eigenem Vermögen (das wäre o.k.), oder aus Einlagen von Privatpersonen ( da hätte die BaFin massiv etwas dagegen).

@BezahlenDE

Nein, erlaubnisplichtig ist das gewerbsmäßige ODER das Betreiben im erlaubnispflichtigen Umfang. Und ich mach das beruflich, weiß also, wovon ich rede.

@BezahlenDE

Das Geld soll aber gerade NICHT von einer Bank kommen, denn der Geldgeber soll mit 1,5 % mehr als bei jeder Bank bekommen.

@uni1234

Die Einlage ist tatsächlich die darlehensweise Entgegennahme von einer Vielzahl von Anlegern, aber seit 1998 gibt es den Auffangtatbestand der anderen rückzahlbaren Gelder des Publikums (womit - wie ausgeführt - Darlehen von Kreditinstituten nicht hierunter fallen), dies könnte im vorgestellten Fall vorliegen.

@BezahlenDE

Beim Betreiben des Kreditgeschäfts spielt es nach der einschlägigen, gerichtlich geprüften Verwaltungspraxis der BaFin KEINE Rolle, woher die Mittel für die Kreditgewährung stammen.

Natürlich ist es möglich und kann auch für beide Seiten vorteilhaft sein... warum nicht jemand fagen, der über die 0,0x% auf dem Festgeld jammert.

In Frage kommt erst mal Familie, da spielt die Sicherheit dann nicht die entscheidende Rolle, aber einen Vertrag sollte man auch machen wenn es grössere Summen sind, und auch die Zinsen bei der Steuererklärung angeben, solche Transaktionen fallen immer mal auf.

Bei Freunden oder ganz Fremden sollten man gleiche Sicherheiten wie die Bank vereinbaren, Hypothek bei Hauskauf, KFZ Papiere und Vollkaskopflich bei Autokauf, und einen sauberen Vertrag um jede Unklarkeit und Streit zu vermeiden im Fall von Ratenrückstand.

Danke dir

Da bei der beschriebenen Form ein gewerbsmäßiges Betreiben des Einlagen- und des Kreditgeschäfts sehr naheliegt, besteht die Gefahr, hiermit eine strafbare Handlung zu begehen, die u. a. mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verbunden ist.

Sofern Ihnen die Sicherheitsrisiken des Kreditgeschäftes und deren Eindämmung bzw. Ausschaltung geläufig sind, können Sie eigenes Geld verleihen.

Kennen Sie die Möglichkeiten und Instrumentarien der Absicherung nicht ausreichend, dann werden Sie u.U. Ihr Geld einbüßen und mit dem Zinsgewinn wird es dann auch nichts.

klar kannst du das machen. Unter Verwandten ist das so oft der Fall.

Theoretisch wäre das zwar möglich. Aber wenn du das geschäftsmäßig betreiben willst, brauchst du eine Bank-Lizenz.

Sonst bist du schnell im illegalen Bereich.

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