Preisangaben im Supermarkt bindend?

5 Antworten

"Steht am Regal oder im Schau­fenster ein nied­rigerer Preis als beim Einscannen an der Kasse, werden Kunden schon mal sauer. Ein Recht, die Ware güns­tiger einzufordern, haben sie aber nicht. Juristisch verbindlich ist der Preis, den ein Produkt direkt trägt. Das Problem: Preis­etiketten gibt es kaum noch, der Preis ist im Strichcode versteckt. Dennoch gilt der Preis, den die Kasse ausliest. Kunden können sich nicht darauf berufen, dass am Supermarkt­regal ein nied­rigerer Preis steht. Sie können aber die teurere Ware ablehnen, wenn sie den höheren Preis nicht bezahlen wollen. Vonseiten der Händler muss kein böser Wille dahinterstecken.

Tipp: Reklamieren Sie eine Preis­abweichung. Oft zeigen sich Händler kulant und erlassen die Differenz, weil sie ihre Kunden nicht verprellen wollen."

https://www.test.de/Verbraucherrecht-Regal-oder-Kasse-welcher-Preis-gilt-5115345-0/

Keiner hat von bösem Willen gesprochen. Das Produkt war in allen anderen Läden bereits teurer. Eben dadurch entstand die Idee, dort auf Vorrat zu kaufen und extra in diesen einen, ausgesuchten Laden zu fahren ... Werde künftig wegen solchen Angeboten und auch "Blättchen" im Briefkasten nicht mehr gezielt Läden mit dem Auto anfahren, sondern im Laden um's Eck einkaufen. Und wenn da die Produkte minimal teurer sind, so ist doch Sprit gespart und auch Zeit - Kundin also bereits verprellt ...

Nein, das sind auch alles nur Menschen die da Arbeiten und die machen sicher nicht mit Absicht ein flasches Preisschild dahin. Entweder du zahlst den Preis was an der Kasse angzeigt wird oder lasst es. Auch wenn etwas reduziert ausgezeichnet ist, dann ist es ja meistens immer eine Woche reduziert, ende der Woche sammelt dann ein Mitarbeiter die reduzierten Preisschilder wieder ein, da kann es auch schon mal vor kommen das mal was übersehen wird.

Klar: Menschen machen Fehler. Ich auch, indem ich dem Preisschild geglaubt habe.

Wenn das ein einzelnes Produkt gewesen wäre und ich wegen anderen Einkäufen eh dahin gefahren wäre - kein Thema. Doch ich bin extra wegen dieser Kombination von Preis/Produkt dorthin gefahren, habe vorher noch den Kofferraum + Rücksitz frei geräumt und zugesehen, dass im Keller genug Platz ist. Wenn der Traubensaft nun auf einmal 30 Cent/Liter mehr kostet, stimmt meine ganze Rechnung nicht mehr - ja, zur Zeit muss ich bei Saft und Lebensmitteln überhaupt rechnen, was ich mir leiste und was nicht ...

In den beiden Supermärkten bei uns im Ortsteil habe ich auf Protest hin bislang jedes Mal den Preis von der Auszeichung erhalten. Auch dann noch, wenn es am Montag der Angebotspreis der Vorwoche war.

Beim Traubensaft hingegen war es eine zu späte Auszeichnung der Preiserhöhung, die alle anderen schon längst vorgenommen hatten. Hart gesprochen hatte ich also Nachteile heute, weil die in dem Laden so bummelig waren, bzw. ich denke, dort wird massiv an Personal gespart. Die, die dort arbeiten sind also nicht wirklich daran schuld ...

Ja, da kann man nichts machen. In der Regel geben sie meistens, wenn sie z.B. Vergessen haben die Reduzierten Preisschilder abzunehmen trotzdem den billigeren Preis.

Es wurde ja schon mehrfach richtig gesagt, dass und warum Preisschilder nicht bindend sind und, dass feilschen grundsätzlich erlaubt ist.

Zu deiner Formulierung, ob der Laden dir das Produkt zu dem ausgezeichneten Preis verkaufen MUSS, sei noch erwähnt, dass dir niemand überhaupt etwas verkaufen MUSS. Preis hin oder her, sie könnten dir den Saft auch komplett wieder abnehmen, wenn ihnen danach wäre.

Und da du anderer Stelle fragst, ob du auch einen niedrigeren Preis vorschlagen könntest als vom Händler verlangt wird: Ja das kannst du. Das wird auch recht häufig praktiziert. Beispielsweise bei Waren mit einem Makel. Wenn z. B. O+G nicht mehr ganz so frisch aussieht, dann fragen oft Kunden die Verkäufer ob sie es billiger bekommen können. Und oftmals stimmen die Verkäufer dem zu, bevor sie es wegwerfen würden.

Ja hast du (also beim direkten Verkauf). Ich habe beim Metzger einmal ein Kg Leberwurst für 0,99 € bekommen können, war mir dann aber doch zuviel. Die Verkäuferin hätte es mir aber für den Preis gegeben, weil er so ausgezeichnet ist und im Verkauf so angeworben wird.

Danke für eine andere Position als alle bisher! Und Dein Beispiel finde ich sehr nett!

Schon weiter oben habe ich kommentiert, dass die Läden in unserem Stadtteil kundenfreundlicher entscheiden. Und das ist letztlich wichtig: Wo der Kunde sich wohlfühlt, geht er gerne wieder hin.

Ein Preisschild ist kein konkretes Verkaufsangebot, sondern eine Einladung an den potenziellen Käufer, ein Kaufangebot an der Kasse abzugeben. Übersetzt ist das der Römische Rechtssatz der " invitatio ad offerendum ". Der Verkäufer wiederum kann das so gemachte Kaufangebot ablehnen oder der Käufer kann dieses Angebot bis zur Annahme durch den Verkäufer zurückziehen. Die endgültige Einigung ( oder auch nicht ) erfolgt also an der Kasse.

Wenn ein Händler allerdings so etwas häufiger macht, wird sich sein Kundenstamm schnell reduzieren.

Woher ich das weiß:Beruf – Fachanwalt für Strf- und Verkehrsrecht

Dann könnte ich theoretisch an der Kasse auch ein Angebot abgeben, welches unter dem Betrag auf dem Preisschild liegt? Etwas "zurück-ärgern", wenn ich gerade in der Nähe des entsprechenden Ladens bin? Wenn dann die 1,29 Euro ausgezeichnet sind, anbieten für 0,99 Euro zu kaufen? Aber im Wesentlichen ist ja meine Zeit als Kundin dort vorbei ...

@Regina3

Selbstverständlich ist das Handeln und Feilschen an der Kasse erlaubt und wird auch häufig zum Erfolg führen ( " Augenblick bitte, ich rufe den Chef/ Geschäftsführer " ). Im Autohaus bezahlt doch auch keiner den angeschlagenen Preis.

@Regina3

Natürlich ist Handeln/ Feilschen an der Kasse erlaubt. Im Autohaus zahlt doch auch niemand den angeschlagenen Verkaufspreis.

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